Thurgau schlittert in die Krise

EISHOCKEY. Der HC Thurgau kassiert im Heimspiel gegen die GCK Lions die sechste Niederlage in Folge. Beim 1:2 sündigen die Ostschweizer vor allem vor dem gegnerischen Tor.

Thomas Ammann, Weinfelden
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Vor allem vor dem gegnerischen Tor sündigen die Thurgauer. (Bild: sports-media.ch/Luca Aeberhard)

Vor allem vor dem gegnerischen Tor sündigen die Thurgauer. (Bild: sports-media.ch/Luca Aeberhard)

Als 6-Punkte-Spiel wurde der Strichkampf zwischen dem HC Thurgau und den GCK Lions angekündigt. Ein eminent wichtiges Spiel, vor allem für die Thurgauer nach fünf Niederlagen in Folge mit einem Torverhältnis von 12:28. Es sollte ein Befreiungsschlag nach zuletzt schwierigen Wochen werden. Ein grosser Schritt Richtung Playoff-Qualifikation. Doch es wurde ein weiterer Nackenschlag für die Ostschweizer.

Wieder ein früher Rückstand
Das Spiel gegen die Zürcher offenbarte alles, was dem HC Thurgau derzeit fürs Siegen fehlt. Bereits nach 70 Sekunden gingen die Gäste durch Damon Puntus in Führung. Einmal mehr brauchte es einen Sondereffort und mentale Anstrengung, um einen frühen Rückstand aufzuholen.

Vor dem Tor geht der Equipe nach wie vor die nötige Kaltschnäuzigkeit abhanden, um den immensen Aufwand in Tore ummünzen zu können. Und ihnen fehlt auch etwas das Glück, gestern etwa beim Pfostenknaller von Andreas Küng drei Minuten vor dem Ende.

Spielerisch schleichen sich gerade im Spielaufbau zu viele Ungenauigkeiten ein. Pässe werden in die Schlittschuhe anstatt auf die Schaufel gespielt, riskante Dribblings führen zu Puckverlusten. Und auffällig oft werden Angriffe durch Offside-Entscheide gestoppt.

Einfacher und geradliniger
Diese Fehlerorgien blieben auch Christian Weber nicht verborgen. Thurgau versuchte gegen die GCK Lions wieder einfacher und geradliniger zu agieren. Scheibe tief spielen und sich den Puck an der Bande erkämpfen. Und sie teilten auch wieder Checks aus und zeigten physische Präsenz. Die zuletzt enttäuschenden Leistungen schienen auch die Spieler im Stolz verletzt zu haben.

Die Leistungssteigerung reichte allerdings nicht für den erhofften Befreiungsschlag. Zwar glich Adrian Brunner die Gäste-Führung in der 10. Minute aus, als er im Slot nicht angegriffen wurde und den Puck ins hohe Eck hämmerte. Er sollte jedoch der einzige Torschütze im Dress der Thurgauer bleiben. Denn die Spieler überboten sich gegenseitig im Auslassen bester Gelegenheiten. Vor allem die Linie mit Brunner, Damon und Arnold kombinierte sich zwar oft gefällig vor das Tor, stellte sich dann aber zu umständlich an oder scheiterte am starken Daniel Guntern im Tor der Lions.

Anzeichen einer Krise
Das Spiel war über die gesamten 60 Minuten ausgeglichen. Eine Verlängerung und Punkte für beide Teams hätten dem Spielverlauf entsprochen. Doch Ramón Diem traf in der 45. Minute aus dem Nichts mit einem Handgelenkschuss an Dominic Nyffelers Stockhand vorbei zum Siegtor. Kein unhaltbarer Treffer. Und symptomatisch für die Situation des HC Thurgau, der trotz grossem Aufwand einmal mehr mit leeren Händen dastand.

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