Thurgau poliert trotz Niederlage sein Image auf

EISHOCKEY. Fast 3000 Zuschauer, die Aufforderung, auf der Stehrampe zusammenzurücken und Dutzende Köpfe vor sich im Blickfeld: Solche Momente sind in der Weinfelder Güttingersreuti selten geworden. Gestern war es wieder einmal soweit. Cup sei Dank – und vor allem dem Traumlos Davos.

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EISHOCKEY. Fast 3000 Zuschauer, die Aufforderung, auf der Stehrampe zusammenzurücken und Dutzende Köpfe vor sich im Blickfeld: Solche Momente sind in der Weinfelder Güttingersreuti selten geworden. Gestern war es wieder einmal soweit. Cup sei Dank – und vor allem dem Traumlos Davos. Als «Spiel des Jahres» hatte Hockey Thurgau den gestrigen Sechzehntelfinal angekündigt. Denn: «Es war das erste grosse Spiel für den Club seit vielen Jahren», sagte Geschäftsführer Adrian Fetscherin. «Die Partie weckte ein Interesse, das wir sonst selbst im Playoff nicht haben.» Und die Kulisse war tatsächlich beeindruckend. Im Gegensatz zum Weihnachtsspiel vom vergangenen Jahr, als gegen Langnau ähnlich viele Zuschauer kamen, verkaufte Hockey Thurgau diesmal auch den Grossteil der Tickets und verschenkte ihn nicht. 2300 Eintrittsbillette wurden alleine im Vorverkauf abgesetzt.

Einnahmen wohl sechsstellig

Einnahmen im sechsstelligen Bereich dürfte Hockey Thurgau nach der Cuppartie gegen Davos bilanzieren – die Antrittsprämie von 20 000 Franken eingerechnet. «Aber natürlich hatten wir auch grössere Ausgaben als in der Nationalliga B üblich», sagte Fetscherin. «So stockten wir etwa den Sicherheitsdienst aus eigenem Interesse auf.» Eingreifen musste dieser nicht. Die Cup-Premiere in Weinfelden wurde zu einem Eishockeyfest, ganz unabhängig vom Resultat. «Diese Partie war sehr wichtig für das Image von Hockey Thurgau. Mit unserer Darbietung konnten wir wohl weitherum punkten», so Fetscherin.

Noch kein Präsident in Sicht

Ein gutes Image kann Hockey Thurgau in den kommenden Tagen und Wochen brauchen. Denn schon jetzt geht es darum, neue Sponsoren für die Saison 2015/16 ins Boot zu holen, damit sich die Ostschweizer in der zweithöchsten Liga nach oben orientieren können. Zudem sucht der NLB-Club noch immer einen Nachfolger für Präsident Peter Muri, der Ende August aus privaten Gründen zurückgetreten war. Daniel Frefel, Vizepräsident und interimistischer Vorsitzender, hat nach eigenen Angaben noch immer keinen neuen Präsidenten gefunden. Vielleicht zieht der beherzte Cup-Auftritt gegen Davos ja nun eine starke Persönlichkeit an. (mat)