Thriller mit bitterer Schlussnote

Eishockey. Langenthal und Thurgau zelebrieren den offensiven Wahnsinn. Nach einer Tor-Triplette und einer Doublette setzt sich Langenthal 7:4 durch. Dennoch rehabilitiert sich Thurgau für die 1:9-Niederlage in Rapperswil.

Matthias Hafen/Langenthal
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Der Leader aus dem Oberaargau und die siebtplazierten Ostschweizer machten während 60 Minuten beste Werbung für die NLB. Am Ende siegte Langenthal gegen den HC Thurgau. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Ennio Iseli)

Der Leader aus dem Oberaargau und die siebtplazierten Ostschweizer machten während 60 Minuten beste Werbung für die NLB. Am Ende siegte Langenthal gegen den HC Thurgau. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Ennio Iseli)

Viermal wechselte die Führung im Spiel zwischen Langenthal und Thurgau. Der Leader aus dem Oberaargau und die siebtplazierten Ostschweizer machten während 60 Minuten beste Werbung für die NLB. In der fünften Minute gingen die Gäste durch Eric Arnold in Führung. Sie zeigten damit, dass sie die 1:9-Schmach vom vergangenen Dienstag in Rapperswil-Jona gutmachen wollten.

Allerdings offenbarte sich auch, dass die Thurgauer nach vier Niederlagen in Folge schnell aus dem Tritt geraten. Gegen Drittelsende kassierten sie innert 83 Sekunden drei Gegentreffer, wobei Langenthals 2:1 ein Eigentor war. In anderen Jahren hätte Thurgau die Partie nach diesem Schock vor der ersten Drittelspause bereits verloren gehabt. Nicht in dieser Saison.

Goaliewechsel mit Folgen
Bis Spielmitte gingen die Gäste wieder in Führung. Kevin Kühni, der sich von der Verletzung aus dem Rapperswil-Spiel erholt hat, Alain Bahar und Derek Damon taten es den Gastgebern fast gleich. Zwischen dem 3:3 und dem 4:3 vergingen nur 52 Sekunden. Thurgaus Rückkehr in die Partie wurde begünstigt durch einen Fehlentscheid von Langenthals Trainer Jason O'Leary. Der Kanadier wechselte seinen Stammgoalie Marc Eichmann in der 29. Minute direkt nach dem Ausgleichstreffer von Bahar aus. So stand beim Skore von 3:3 der wenig aufgewärmte Ersatzgoalie Marco Mathis zwischen den Pfosten. Das wussten auch die Thurgauer, die nun aus allen Winkeln aufs Tor schossen und gleich das 4:3 erzielten.

Dass es am Ende doch nicht zu Punkten reichte, lag am gereizten NLB-Leader, der sich gegen das siebtplazierte Thurgau keine Blösse geben wollte. Trainer O'Leary schickte seine Paradelinie mit den beiden Kanadiern Brent Kelly und Jeff Campbell deshalb fast im Minutentakt aufs Eis. Die Entscheidung führte aber Dominic Hobi herbei, der kurz nach Beginn des letzten Drittels das 4:4 und das 5:4 für Langenthal erzielte. Er profitierte von Unzulänglichkeiten in der Thurgauer Abwehr, die sich trotz des positiven Eindrucks durch das ganze Spiel zogen.

Morgen ohne McGrath
Für die Dummheit des Abends sorgte Thurgaus Topskorer Evan McGrath. Der Kanadier versetzte aus Frust einem Gegner einen Stockend-Stich, was richtigerweise mit dem Ausschluss bestraft wurde. McGrath wird damit auch im morgigen Schlüsselspiel fehlen. Um 17?Uhr gastieren in Weinfelden die GCK Lions, die gestern gegen Martigny erfolgreich waren. Damit bleibt Thurgau zwar auf Platz sieben, doch verringerte sich der Abstand zu den neuntplazierten Zürchern auf elf Punkte.




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