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Davos-Spieler Thierry Bader:
«Am Esstisch war Eishockey
immer das Hauptthema»

Nach dem Abstieg mit Kloten wollte Thierry Bader mit Davos Erfolge feiern. Nun kämpft er um den Klassenerhalt. Doch der ehemalige Uzwil-Junior ist überzeugt, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.
Sergio Dudli
Thierry Bader (links) am Spengler-Cup. (Bild: KEY/Davos, Dezember 2018)

Thierry Bader (links) am Spengler-Cup. (Bild: KEY/Davos, Dezember 2018)

Thierry Bader kennt das Gefühl eines Abstiegs. In der vergangenen Saison musste er mit Kloten den Gang in die NLB antreten. Ein Wechsel zum HC Davos sollte die Wende bringen. Sollte. Denn nach zwei Dritteln der Qualifikation ist nur der Aufsteiger aus Rapperswil-Jona schlechter als die Bündner. Hat der 21-jährige Bader bereits den zweiten Abstieg seiner jungen Karriere vor Augen? «Nein, bei Kloten kam vieles zusammen. Es war nicht die erste holprige Saison, zudem wussten wir von ­Anfang an, dass es schwierig wird mit dem Klassenerhalt. Wenn du dann noch oft verlierst, schleicht sich irgendwann der Gedanke ein, dass es nicht reicht.» In Davos hingegen seien alle überrascht. Bader:

«Das zeigt, dass die Fans und auch wir Spieler mehr erwartet haben – und zwar, weil eigentlich mehr Klasse im Team steckt.»

Trotz der vielen Rückschläge zeigt sich der ­Offensivspieler überzeugt, dass die Davoser Mentalität noch intakt ist. «Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem uns die Niederlagen immer mehr motivieren. Wir haben genug von dieser Negativspirale.»

Taktiktafel gegen Intuition

Durch seine Erfahrungen mit Kloten ist sich Bader den Siegesdruck gewohnt. Er habe zuerst lernen müssen, damit umzugehen. «Druck kann dein Spiel verändern – aber das muss nichts ­Negatives sein. Du beginnst ­vielleicht wieder einfacher zu spielen, das ist oftmals ein erster Schritt in die richtige Richtung.» Tiefpunkt in der Saison der Bündner war der Rücktritt von Trainerlegende Arno Del Curto nach 22 Jahren im Club. Er war es, der Bader nach dessen Abstieg mit Kloten nach Davos geholt hatte. «Er hat mir gesagt, dass er an mich glaubt und mich spielen lassen wird. Das hat mir imponiert, und ich wollte diesen Weg mit ihm gehen», sagt Bader.

Weit sind die beiden auf diesem gemeinsamen Pfad nicht gekommen. Der 21-Jährige bedauert den Abgang Del Curtos – wie die ganze Davoser Mannschaft. «Die ersten Momente ohne ihn waren schwierig. Er war so lange hier und hat vieles aufgebaut, da herrschte zuerst eine gewisse Traurigkeit.» Doch für Sentimentalitäten ist im Profisport bekanntlich nicht viel Platz. Der neue Trainer heisst Harijs Witolinsch. Der 50-jährige Lette mit Schweizer Wohnsitz war während fünf Jahren Assistenztrainer der russischen Nationalmannschaft, mit der er 2014 WM-Gold gewann. Von 2015 bis 2016 fungierte er als Trainer des KHL­Teams Dinamo Moskau. In seinen Anfangstagen als Coach stand Witolinsch auch bei den ­Pikes Oberthurgau im Einsatz. Bader:

«Mit Witolinsch ist alles anders als mit
Del Curto – nicht schlechter, einfach anders.»

Auf die Unterschiede zwischen den Trainern angesprochen, hebt der langjährige Uzwil-Junior vor allem die Arbeit im taktischen Bereich hervor. «Witolinsch arbeitet viel mit der Tafel, zeigt uns Laufwege auf und korrigiert. Del Curto hingegen war der Meinung, dass wir diese Wege im Blut haben und intuitiv laufen müssen.» Bader kommt aus einer eishockeyverrückten Familie. «Am Esstisch war Eishockey immer das Hauptthema», so der 21-Jährige. Sein Vater Roger war während vieler Jahre als Trainer beim EHC Uzwil tätig. Heute coacht er das Nationalteam Österreichs. «Meine Mutter und meine Schwester hat es oft etwas gestört, dass es für mich und meinen Vater nur um Eishockey ging.» Heute, mit den männlichen Familienmitgliedern im Profigeschäft, seien sie offener für diese Diskussionen.

Der aufgedrängte Plan B

Mit seinem Vater, der in Österreich lebt, tauscht sich Bader regelmässig aus. «Er fragt oft, wie es läuft. Dann liefere ich jeweils einen kurzen Rapport ab», so Bader. Sein Vater wolle alles wissen: In welcher Linie er spiele, mit welchem Gefühl er in die Partie gehe, wie der neue Trainer sei. «So sind Väter nun mal – sie interessieren sich für ihre Söhne.»

Mit einem eishockeybesessenen Vater am Küchentisch stand für Thierry Bader immer fest, dass er Eishockeyprofi werden will. «Im Kopf hatte ich nur diese Option. Aber mir wurde geraten, einen Plan B zu haben.» Also absolviert Bader in seiner Zeit bei Kloten eine KV-Lehre, bringt Schule und Sport unter einen Hut. Wandtafel statt Taktiktafel? «Ich gebe zu, dass ich nicht immer die grösste Freude hatte, in die Schule zu gehen oder zu lernen», so Bader. Aber nun sei er im Falle einer Verletzung und eines abrupten Karriereendes abgesichert. «Denn im Eishockey weisst du nie.»

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