THESEN: «Wir haben Qualität angestellt»

Mit dem Heimspiel gegen Absteiger Vaduz startet der FC Wil morgen um 16 Uhr in seine 14. Saison am Stück in der Challenge League. Präsident Roger Bigger nimmt zu zehn Themen rund um den Verein Stellung.

Simon Dudle
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Roger Bigger will in zehn Jahren nicht mehr Präsident des FC Wil sein. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (1. April 2017))

Roger Bigger will in zehn Jahren nicht mehr Präsident des FC Wil sein. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (1. April 2017))

Simon Dudle

These 1: Der FC Wil ist ein Abstiegskandidat.

Das ist er nicht. Wir wollen einfach nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wir haben eine junge, aber verschworene Mannschaft beisammen. Zudem haben wir ein gutes Trainerteam, welches ein Kollektiv formt. Ein solches existierte in den vergangenen beiden Jahren nicht.

These 2: In der neuen Saison gibt es abermals keinen sportlichen Absteiger.

Die Challenge League ist aus wirtschaftlicher Sicht äusserst anspruchsvoll. Wenn man nach heutigem Stand urteilen müsste, könnte man glauben, dass diese These wegen Chiasso stimmt. Im Fussball kann sich aber sehr viel sehr schnell ändern. Plötzlich steht ein Investor da, der Geld einschiesst.

These 3: Der FC Wil wächst in dieser Saison über sich hinaus, weil die Erwartungen nach der vergangenen Spielzeit tief sind.

Lassen wir uns überraschen.

These 4: Der FC Wil wird noch gehörig zur Kasse gebeten, da der unter türkischer Führung eingestellte Spieler Rémi Gomis weiter auf hohe Lohnzahlungen pocht.

Der Fall Gomis wird jetzt dann vor die Schlichtungsbehörde der Swiss Football League gelangen. Ich hoffe nach wie vor auf eine Einigung. Der FC Wil hat derzeit keinen laufenden Vertrag mit Rémi Gomis.

These 5: Trainer Konrad Fünfstück wurde angestellt, weil er günstig zu haben war.

Völlig falsch. Wir haben Qualität angestellt. Er ist ein Trainer, der hinter der Philosophie unseres Clubs steht. Fünfstück hat einen grossen Rucksack in der Jugendförderung. Bei Kaiserslautern trat er aber auch den Beweis an, ein Team der 2. Bundesliga erfolgreich führen zu können. Konrad Fünfstück ist der richtige Trainer für den heutigen FC Wil.

These 6: Konrad Fünfstück muss den Verein im Winter verlassen, wenn der FC Wil am Tabellenende liegt.

Nein, das ist falsch. Jetzt sind wir wieder dort, wo wir vor den türkischen Investoren waren. Damals haben wir jeweils langfristig mit Trainern gearbeitet.

These 7: Der FC Wil ist auf der Flügelposition und im Sturm noch zu wenig gut besetzt.

Das glaube ich nicht, auch wenn wir eher dünn besetzt sind. Wir haben junge Spieler, die sich noch entwickeln können. Vielleicht tut sich nochmals etwas auf dem Transfermarkt. Und vielleicht hält der Trainer auch taktische Überraschungen bereit, die wir noch nicht kennen.

These 8: Für den FC Wil ist es ein Nachteil, dass Vaduz schon vier Pflichtspiele in dieser Saison absolviert hat.

Das glaube ich nicht. Wir hatten in der Vorbereitung namhafte Gegner wie Basel und St. Pauli. Da konnten wir auch unter Wettkampfbedingungen spielen. Die erste Partie ist immer eine Wundertüte. Vieles spielt sich im Kopf ab. Aber wir sind hungrig und geladen.

These 9: Von den ersten vier Spielen gegen Vaduz, Aarau, Angstgegner Wohlen und ­Servette gewinnt der FC Wil keines.

Das glaube ich nicht. Wir haben eine Mannschaft, die durchaus sportliche Qualitäten besitzt. Unser erfahrenes Trainerteam wird die Spieler genau auf die Gegner einstellen und sie auf alle Stärken und Schwächen hinweisen. Wichtig ist, dass die Auftritte unserer Mannschaft gut sind.

These 10: Roger Bigger ist in zehn Jahren noch Präsident des FC Wil.

Nein.