THAIBOXEN: Tasmanischer Teufel aus Amriswil

Pajtim Elmazi startet im Thaiboxen durch. Er hat bereits zwei Schweizer-Meister-Titel verschiedener Verbände geholt. Mit Niederlagen kennt er sich kaum aus. Der Amriswiler hat erst ein einziges Mal verloren, kurz nach dem Ramadan.

Ralf Rüthemann
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Pajtim Elmazi ist stolz auf seine zwei Schweizer-Meister-Titel in der Gewichtsklasse bis 79 Kilogramm. Der dritte Titel soll im September folgen. (Bild: Ralf Rüthemann)

Pajtim Elmazi ist stolz auf seine zwei Schweizer-Meister-Titel in der Gewichtsklasse bis 79 Kilogramm. Der dritte Titel soll im September folgen. (Bild: Ralf Rüthemann)

THAIBOXEN. «Mein Name ist Taz. Genau wie der Tasmanische Teufel aus Looney Tunes», sagt der Thaiboxer Pajtim Elmazi aus Amriswil. Den Übernamen hat er von seinem Trainer Gianfranco Manzan vom Arena Thai Gym Rorschach erhalten. «Weil ich immer Blödsinn mache und im Kampf trotzdem schnell bin», erklärt Elmazi. Vor zwei Jahren erfüllte sich der gebürtige Mazedonier seinen Kindheitstraum. «Ich habe schon immer den härtesten Kampfsport überhaupt – Thaiboxen – ausüben wollen. Früher fehlte meinen Eltern das Geld dafür, jetzt kann ich es selber finanzieren.»

Gegner sechsmal k. o. gegangen

Seither hat der mittlerweile 25jährige Polymechaniker zwölf Kämpfe bestritten. Bei sechs von seinen bisher elf Siegen ist es ihm gelungen, den Gegner k. o. zu schlagen. Die einzige Niederlage, die er bis heute einstecken musste, war unmittelbar nach dem Ramadan. «Mir fehlte einfach die Energie.» Trotzdem will Elmazi nächstes Jahr nicht auf den Ramadan verzichten. «Ich bin gläubiger Moslem und werde dann einfach schauen, dass ich mir nach dem Ramadan noch etwas Zeit lasse, bevor ich wieder in den Ring steige.» Vor Niederlagen hat Elmazi keine Angst. Erst kurz bevor er in den Ring steigt, wird er nervös. «Früher war es anders, da konnte ich schon eine Woche vor dem Kampf nicht mehr schlafen.»

Elmazi schaut weit voraus

Der «Tasmanische Teufel» ist enorm ehrgeizig, wie er sagt. «Ich würde nie im Leben aufgeben. Im Thaiboxen braucht es auch genau diese Einstellung.» Bis jetzt hat es sich ausgezahlt. Wie es für Elmazi weitergeht, kommt am 24. September in St. Gallen aus. Dann fordert er den Schweizer Meister des dritten Verbandes heraus und will sich so den Weg ebnen für die EM-Kämpfe. Sein Gegner wird ein Thailänder aus Genf sein. «Ich bin sehr zuversichtlich.» Nach diesem Titel soll es weiterhin steil bergauf gehen. «Ich will sicher den Europameistertitel und später auch einmal den Weltmeistertitel holen.» Dort würde er für die Schweiz und nicht für Mazedonien antreten, sagt er.

Elmazi denkt gar nicht daran, dass das für ihn momentan ein zu hohes Ziel sein könnte. «Ich schaff das schon. Ich fühle mich so stark, ich glaube, das ist kein Problem.» Er kann sich auch gut vorstellen, mit Thaiboxen irgendwann seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können.

Unterstützung der Ehefrau

Pajtim Elmazi ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn namens Anis. «Für meine Frau ist es nicht immer einfach, weil ich sicher fünf- bis sechsmal pro Woche trainiere. Aber sie unterstützt mich enorm und kommt auch immer an meine Kämpfe.» Ihr Bauch sei vor Anspannung steinhart, wenn sie ihm zuschaut. «Aber meine Frau weiss, dass ich vorsichtig bin.» Die beiden waren mal drei Wochen zusammen in Thailand, um zu trainieren. «Da habe ich gesehen, was es heisst, die Technik richtig zu beherrschen.»

Elmazi beschreibt sich selber als Kämpfer, der eher auf Konter geht. «Ich will nicht viel getroffen werden, deshalb trainieren wir auch oft die Deckung.» Und wenn er dann mal zuschlägt, dann richtig. Der erste Schlag im Kampf sei immer sein heftigster. Und was bei ihm rundherum immer dazugehört: Viel lachen und Blödsinn machen. Wie der Tasmanische Teufel eben.

Pajtim Elmazi (links) drängt seinen Gegner in die Ecke. (Bild: pd)

Pajtim Elmazi (links) drängt seinen Gegner in die Ecke. (Bild: pd)