Teurer Titel für den HC Davos

Nach der Meistersaison 2014/15 weist der NLA-Club Davos ein Defizit von über 2,5 Millionen Franken aus. Die Bündner haben aber vorgesorgt für diesen Fall.

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EISHOCKEY. Der HC Davos befindet sich auf einer finanziellen Durststrecke. Vor einem Jahr betrug der Verlust des Bündner NLA-Clubs eine knappe Million Franken, in diesem Jahr beträgt das Budgetdefizit gemäss der «Südostschweiz» gar 2,527 Millionen Franken. In einem Interview mit der Tageszeitung begründet Clubpräsident Gaudenz Domenig den Fehlbetrag. «Wir hatten vergangene Saison die teuerste HCD-Mannschaft aller Zeiten», sagt er.

Die NLA-Equipe wird in der Jahresrechnung mit 9,8 Millionen ausgewiesen, wie die «Südostschweiz» schon vor der morgigen Veröffentlichung der Zahlen weiss. «Jeder Vertrag, der verlängert wird, kostet etwas», so Domenig. «Wir hatten auch keine billigen Ausländer. Zudem verbreiterten wir unser Kader.» Der HC Davos investierte auch in seinen Stab, engagierte vergangene Saison erstmals zwei Assistenztrainer fürs NLA-Team und einen zusätzlichen Physiotherapeuten. Ausserdem arbeiteten phasenweise Michel Riesen als Schusstrainer und Besa Tsindtsadze als Powerskating-Trainer für die Bündner. «Die Kostensteigerung war massiv, aber sie trug uns wohl den Meistertitel ein», sagt Domenig weiter.

«Das Restaurant war ein Fehler»

Der hohe Verlust hat allerdings nicht nur sportliche Gründe. Nach dem Vorbild des SC Bern versuchte sich der Schweizer Meister auch als Restaurantbetreiber. Das «Strozzi's & Spengler's» in Davos schrieb jedoch rote Zahlen und wurde Ende April wieder geschlossen. «Das kostete uns rund 500 000 Franken», sagt Clubpräsident Domenig. «Mindestens so viel wie eine massive Fehlinvestition auf einer Ausländerposition im Spielerkader. Das Experiment mit dem Restaurant war ein Fehler.»

Kapital um 4,8 Millionen erhöht

Panik bricht beim HC Davos trotz des hohen Verlusts nicht aus. «Wir sahen ihn voraus, hofften allerdings, dass er etwas geringer ausfallen würde», so Domenig. Vorausschauend initiierten die Bündner im vergangenen Herbst eine Kapitalerhöhung von 4,8 Millionen Franken. «So befinden wir uns in einer recht komfortablen Situation», wie der Präsident im Interview ausführt. «Wir haben nach wir vor ein sehr anständiges Eigenkapital.» Zudem helfe der Meistertitel, den Ertrag in der nächsten Jahresrechnung zu steigern. (mat)