TESTSPIEL
1:1 gegen Vaduz: Der FC Wil tankt Selbstvertrauen gegen den Letzten der Super League

Nicht einmal 48 Stunden nach dem 4:1-Heimsieg gegen die U21 des FC St. Gallen erkämpft sich der FC Wil gegen Vaduz im zweiten Testspiel in der Nationalmannschaftspause ein 1:1. Ein gerechtes Unentschieden, war doch kein Klassenunterschied zu sehen. Wil hatte gar spielerische Vorteile.

Tim Frei
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Wil-Captain Philipp Muntwiler (rechts im Bild gegen Kriens) sorgte mit seiner Präsenz auch gegen Vaduz dafür, dass die Abwehr wenig zuliess.

Wil-Captain Philipp Muntwiler (rechts im Bild gegen Kriens) sorgte mit seiner Präsenz auch gegen Vaduz dafür, dass die Abwehr wenig zuliess.

Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Wil, 20. März 2021)

Dass es für den FC Wil weit mehr als ein gewöhnliches Testspiel war, zeigte bereits die Aufstellung. Standen am Dienstag gegen die U21 des FC St.Gallen nur drei Stammspieler in der Startaufstellung, begannen gegen Vaduz sieben Akteure, die zur Anfangsformation zählen oder zuletzt in der Meisterschaft oft eingesetzt wurden. Es schien, als wäre Wil mit dem Ziel in den Test gegen das Team aus der Super League gestiegen, nach zwei Niederlagen in der Challenge League ein positives Resultat zu erreichen und Selbstvertrauen zu tanken.

Von einem Klassenunterschied war nichts zu sehen. Im Gegenteil: In der ersten Halbzeit waren es die Wiler, die den deutlich ansehnlicheren Fussball zeigten. Bestes Beispiel nach knapp 20 Minuten, als Stürmer Noah Jones beinahe von einer desorientierten Vaduzer Hintermannschaft profitiert hätte.

Die Wiler Defensive zeigte sich dagegen äusserst sattelfest. Und dies obschon der in dieser Saison souveräne Innenverteidiger Serkan Izmirlioglu verletzungsbedingt fehlte. Der 22-Jährige hatte sich am vergangenen Samstag gegen Kriens am Innenband des Knies verletzt. Er dürfte laut FC Wil zwei bis vier Wochen ausfallen. Leo Mätzler und Stammspieler Ilan Sauter, die seinen Platz in der ersten respektive zweiten Hälfte einnahmen, erledigten ihre Aufgabe mit Bravour.

Zumberi düpiert gegnerischen Torhüter mit Freistosstreffer

Die zweite Halbzeit startete überraschend. Nach nur wenigen Minuten lag der bis dahin souveräne Gastgeber 0:1 zurück. Die Vaduzer waren nach schnellem Passspiel in die Schnittstelle und dem kaltblütigen Abschluss von Sebastian Santin in Führung gegangen. Nach knapp 70 Minuten hätten sie beinahe nachgedoppelt, doch Fabrizio Cavegn traf nur den Pfosten.

Dass Wil doch noch der Ausgleich gelang, war absolut verdient. Schliesslich hatte sich das Heimteam auch in der Schlussphase einige gute Chancen erspielt. Das 1:1 durch Mittelfeldspieler Lavdim Zumberi war sehenswert: Der 21-jährige Bazenheider düpierte den gegnerischen Torhüter mit einem direkt verwandelten Freistoss. Mit ein wenig Glück wäre den Wilern gar noch der Siegtreffer gelungen, doch der Vaduz-Goalie Gion Chande lenkte einen Kopfball in extremis zum Corner.

Für den FC Wil geht in etwas mehr als einer Woche weiter in der Challenge League. Am Ostersamstag, 3. April, treffen die Wiler auswärts auf Thun. Vaduz gastiert am Ostermontag in Basel, wenn es um weitere wichtige Punkte um den Ligaerhalt in der Super League geht.

Wil – Vaduz 1:1 (0:0)
Bergholz – 0 Zuschauer (Coronarichtlinien) – SR. Hänni.
Tore: 54. Satin 0:1. 74. Zumberi 1:1.
Wil: De Mol; Dickenmann, Muntwiler, Mätzler (70. Sauter), Kronig (70. Schäppi); Ndau (70. Fazliu), Krasniqi; Brahimi (70. Daniel), Zumberi, Tushi (70. Haile-Selassie); Jones (70.Koide).
Vaduz: Chande; Santin, Rahimi (46. Schmied), Schmid (59. Capozzi), Iodice (46. Simani), Hug (46. Obexer); Gajic (46. G. Lüchinger), Gomes (59. S. Lüchinger); Cicek (59. Cavegn), Coulibaly (59. Gasser), Ibrisimovic.
Bemerkungen: Wil ohne Izmirlioglu, Abazi (beide verletzt), Köhn (U21-Nationalmannschaft) , Sarcevic, Silvio, Talabidi, Kamber, Paunescu, Blasucci, Abubakar, Mettler, Krunic (alle nicht im Aufgebot). – Vaduz ohne Wieser, Sutter, Prokopic (alle verletzt), Di Giusto, Djokic, Dorn, Saglam (alle nicht im Aufgebot), Büchel, Ospelt (beide Nationalmannschaft).