French Open

Möglicher Schweizer Viertelfinal und Lospech für Djokovic

Roger Federer und Stan Wawrinka können mit der Auslosung für das French Open zufrieden sein. Die beiden Schweizern gehen den formstärksten Gegnern vorerst aus dem Weg, könnten aber im Viertelfinal aufeinandertreffen.

Drucken
Teilen
Roger Federer und Stan Wawrinka hoffen auf einen Award

Roger Federer und Stan Wawrinka hoffen auf einen Award

Keystone

Auf dem Papier haben Federer und Wawrinka einen sanften Einstieg ins zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres. Der Baselbieter misst sich zunächst mit Alejandro Falla (ATP 111). Der Kolumbianer schaffte den Einzug ins Haupttableau als Lucky Loser und wird bereits zum achten Mal auf Federer treffen.

Auf Rasen konnte er den Weltranglisten-Zweiten in Wimbledon 2010 und den Olympischen Spielen 2012 ernsthaft fordern. Trotzdem lautet die Bilanz 7:0 für Federer; zwei dieser Erfolge kamen ohne Satzverlust in Roland-Garros zustande (2006 und 2010). In der 2. Runde würde Federer entweder auf den Spanier Marcel Granollers (ATP 56) oder den deutschen Qualifikanten Matthias Bachinger (ATP 125) treffen.

Wawrinka beginnt das Turnier gegen den Türken Marsel Ilhan (ATP 82), den er Anfang Jahr beim Australian Open problemlos bezwungen hat. Federer und Wawrinka starten schon am Sonntag ins Turnier.

Höhere Hürden bis zu einem allfälligen Schweizer Viertelfinal gibt es aber durchaus. Wawrinka könnte in der 3. Runde auf Guillermo Garcia-Lopez (ATP 27) treffen. Der Spanier war vor einem Jahr für das überraschende Erstrunden-Out des Waadtländers in Roland-Garros verantwortlich. Federer könnte derweil im Achtelfinal das 13. Duell mit dem Einheimischen Gaël Monfils (ATP 14) blühen. Der in Paris geborene Wahlschweizer gewann zuletzt zweimal gegen den French-Open-Sieger von 2009 auf Sand: beim Davis-Cup-Final und in Monte Carlo vor einem guten Monat.

Die Brisanz der gestrigen Auslosung lag in erster Linie darin, dass Titelverteidiger und Seriensieger Rafael Nadal (ATP 7) nur die Nummer sechs der Setzliste ist und damit mit einem Top-4-Spieler im gleichen Viertel landen musste. Glücksfee Maria Scharapowa sorgte für den Worst Case aus Sicht von Nadal. Der neunfache Sieger könnte schon im Viertelfinal auf den Weltranglisten-Ersten und letztjährigen Finalisten Novak Djokovic treffen. Im Halbfinal wäre nach Papierform dann der zuletzt sehr überzeugend aufgetretene Andy Murray der Gegner.

Die drei Schweizerinnen im Haupttableau stehen zum Auftakt vor lösbaren Aufgaben. Timea Bacsinszky (WTA 23) bekommt es mit der Baskin Lara Arruabarrena (WTA 98) zu tun. Belinda Bencic (WTA 35) startet gegen die routinierte Slowakin Daniela Hantuchova (WTA 59), die in den letzten Wochen fünfmal in Folge in der 1. Runde gescheitert ist, darunter auch einmal gegen Bencic (in Miami im März). In der 3. Runde könnte es zum Duell zwischen Bacsinszky und Bencic kommen. Stefanie Vögele (WTA 96) hat die Möglichkeit, sich mit einem Erfolg gegen die Russin Witalja Djatschenko (WTA 89) einen grossen Auftritt in der 2. Runde gegen Titelverteidigerin Maria Scharapowa zu verdienen.