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TENNIS: Weltspitze im Lazarett

Seit einigen Wochen mehren sich auf der ATP-Tour die Verletzungsmeldungen und die Forfaits. Beim diesjährigen US Open fehlen vier Top-10-Spieler. Ist die Tour zu hart, oder sind die Spieler zu unvorsichtig?
Julien Oberholzer (sda), New York
Der Serbe Novak Djokovic spielte über Monate hinweg unter Schmerzmitteln – nun pausiert er. (Bild: Tim Clayton/Getty (London, 11. Juli 2017))

Der Serbe Novak Djokovic spielte über Monate hinweg unter Schmerzmitteln – nun pausiert er. (Bild: Tim Clayton/Getty (London, 11. Juli 2017))

Julien Oberholzer (SDA), New York

Für Roger Federer beginnt das US Open gegen den Einheimischen Frances Tiafoe in der heutigen Night Session. Der 36-Jährige hat sich rechtzeitig von seinen Rückenbeschwerden erholt. Andere bleiben in diesem Spätsommer auf der Strecke. Am Samstag musste Andy Murray wegen seiner Hüftprobleme kapitulieren. Zuvor hatten mit Stan Wawrinka und Novak Djokovic die beiden Vorjahresfinalisten Forfait erklärt. Auch Kei Nishikori und Milos Raonic sind nicht in der Lage, in New York anzutreten. Damit fehlen fünf der besten elf Spieler beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Diese Flut an Forfaits hatte sich abgezeichnet: In Wimbledon wurden im Männertableau so viele Matches durch Aufgabe entschieden wie noch nie seit dem Beginn der Profiära. Beim letzten Masters-1000-Turnier in Cincinnati fehlten sieben Top-10-Spieler. Für John McEnroe liegen die Gründe für die Verletzungsmisere auf der Hand: «Die Spieler schlagen immer härter auf den Ball, die Reaktionsschnelligkeit muss immer besser werden.» Ein Match sei heute viel anstrengender. Deshalb gebe es immer mehr Verletzte.

«Die Spieler haben die Option, nicht zu spielen»

Die ATP hat in den vergangenen Jahren Anstrengungen unternommen, um die Spieler während des Jahres zu entlasten. Die Saison wurde um einen Monat gekürzt, alle Masters-1000-Finals gehen nur noch über zwei Gewinnsätze. «Ich glaube nicht, dass die Tour viel falsch macht», meint Federer. «Die Spieler haben ja die Option, nicht zu spielen.» Viele Tour-Akteure tun sich aber schwer, ihre Turniereinsätze zu reduzieren, und verlängern ihre Saisons zum Teil mit Exhibition-Auftritten.

Handlungsbedarf sieht Federer nicht. Womöglich hat er mit seiner halbjährigen Pause im vergangenen Jahr aber einen Trend ausgelöst und einige Konkurrenten dazu animiert, ihre Verletzungen besser auszukurieren. Murray leidet schliesslich schon seit über einem Jahr an Hüftproblemen, und Djokovic spielte über Monate hinweg mit Schmerzmitteln. Die fünf besten Spieler der Weltrangliste, Nadal, Murray, Federer, Wawrinka und Djokovic, sind über 30 Jahre alt und haben dementsprechend schon viele Partien in den Knochen, in einem Sport, der «nicht der gesündeste» ist, wie es der Österreicher Dominic Thiem ausdrückte.

Die Jungen erhalten dank den Absenzen Chance

Nun bietet sich immerhin einigen jungen Spielern die Möglichkeit, sich in den Vordergrund zu spielen und von den zahlreichen Absenzen zu profitieren. Dass die Forfaits hohe Wellen schlagen, hat auch viel damit zu tun, dass es eben immer noch die Alten sind, die den Ton angeben und das Publikum anziehen. Ähnlich wie in Cincinnati, als Grigor Dimitrov im Final Nick Kyrgios schlug, hat die U30-Fraktion nun in New York eine gute Chance, für Schlagzeilen zu sorgen.

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