TENNIS: Verletzungspech und Motivationsprobleme

Novak Djokovic leidet an einer Knochenprellung im Ellbogen. Legt er nun eine lange Auszeit ein wie Roger Federer im vergangenen Jahr? Der Serbe will heute informieren.

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Gut möglich, dass die langjährige Nummer eins der Welt in dieser Saison keine Wettkämpfe mehr bestreitet. Seit der serbische Davis-Cup-Arzt Zdenko Milinkovic gegenüber dem «Sportski Zurnal» erklärt hat, Novak Djokovic leide an einer Knochenprellung im Ellbogen und könnte sechs bis zwölf Wochen ausfallen, wird weltweit spekuliert. Djokovic musste wegen der Schmerzen im Ellbogen im Wimbledon-Viertelfinal gegen Tomas Berdych aufgeben. Danach erklärte der 30-jährige Serbe, er schleppe die Verletzung seit eineinhalb Jahren mit sich herum. Die nordamerikanische Hartplatzsaison inklusive die Ende August beginnenden US Open dürfte die aktuelle Nummer vier der Welt damit fast sicher verpassen. Er könnte sich zudem ein Vorbild an Roger Federer nehmen und eine längere Pause einlegen. Dieser beendete im vergangenen Jahr seine Saison nach dem Aus im Wimbledon-Halbfinal, um das Knie nach einer Meniskusoperation im Februar völlig ausheilen zu lassen.

Verfahrene Coaching-Situation

Das Vorbild könnte Schule machen, nachdem Federer aus der Pause in lange nicht mehr gesehener Stärke zurückkehrte und in diesem Jahr unter anderem an den Australian Open, in Wimbledon, Indian Wells und Miami triumphierte. Eine Pause würde bei Djokovic nicht nur aus medizinischen Gründen Sinn machen. Nachdem der Serbe die French Open 2016 gewonnen hatte, die in seinem Palmarès noch fehlten, bekundete er Mühe mit der Motivation. Seither blieb der 68-fache Turniersieger nur noch dreimal unbezwungen. Ausserdem würde er Zeit erhalten, seine verfahrene Coaching-Situation zu bereinigen. Djokovic trennte sich Ende des vergangenen Jahres von Boris Becker und im Frühling vom Rest seiner Entourage. In Paris und Wimbledon fungierte Andre Agassi als Teilzeit-Coach. Der Amerikaner scheint aber nicht gewillt zu sein, wieder regelmässig um die Welt zu reisen. Und schliesslich wird der Serbe in den nächsten Wochen zum zweiten Mal Vater. Djokovic dürfte den Spekulationen ein Ende setzen, wenn er heute in Belgrad bei einer Pressekonferenz erstmals selber Auskunft geben will.

Momentan ist er nicht der Einzige, der sich mit Verletzungen plagt. Titelverteidiger und Weltnummer eins Andy Murray litt in Wimbledon sichtlich unter Hüftproblemen und scheiterte im Viertelfinal. Auch der Termin seiner Rückkehr auf die Tour ist derzeit offen. So dürfte in den kommenden Monaten Federer oder French-Open-Sieger Rafael Nadal an die Spitze der Weltrangliste zurückkehren. Die zwei Spieler also, die vor einem Jahr eine lange Pause eingelegt haben und nun fit und frisch sind. (sda)