TENNIS: Unbeschwert nach oben

Die jungen NLC-Männer des TC Hörnli Kreuzlingen reiften im Interclub zu einem Spitzenteam und stiegen in dieser Saison souverän in die NLB auf. Damit geht auch eine lange Ostschweizer Durststrecke zu Ende.

Marie-Theres Brühwiler
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Lukas Hafner, Kevin Wild, Nicolas Wehrle, Yannick Vuga, Jakub Paul, Vincent Muck, Niculin Zach, Joel Alt und Jordan Hefti (von links). (Bild: PD)

Lukas Hafner, Kevin Wild, Nicolas Wehrle, Yannick Vuga, Jakub Paul, Vincent Muck, Niculin Zach, Joel Alt und Jordan Hefti (von links). (Bild: PD)

Marie-Theres Brühwiler

sport@thurgauerzeitung.ch

Ein Mix aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten macht die Interclub-NLC bei den Aktiven zu einer besonders spannenden Liga. Im Tummelfeld von ehemaligen Spitzenspielern und aufstrebenden Hoffnungsträgern bildete der TC Hörnli Kreuzlingen mit ausschliesslich jungen und selbstorganisierten Spielern aus der Nationalen Elitesportschule Thurgau in den vergangenen Jahren eine Ausnahmeerscheinung. «Wir sind immer mehr zu einer erfahrenen Mannschaft gereift und haben uns als verschworene Einheit zu einem fast unschlagbaren Team entwickelt», sagt Lukas Hafner. Für den Busswiler R1-Spieler wie auch für seine Mannschaftskollegen Jakub Paul, Joel Alt, Nicola Wehrle, Niculin Zach, Kevin Wild und Yannick Vuga sind die Erfolge in der Saison 2017 das Resultat einer längeren Aufbauarbeit. «Der Aufstieg in die Nationalliga B war das erklärte Ziel», so Hafner.

Erfolgreich Revanche genommen an Dählhölzli

In die Interclub-Saison 2017 startete die Mannschaft um Captain Yannick Vuga (R1) und Team- leader Jakub Paul (N3.44) denn auch standesgemäss mit einem 7:2-Auswärtssieg. Nach der Gruppenphase lagen die Hörnli-Spieler zwei Punkte hinter dem favorisierten TC Dählhölzli Bern auf Platz zwei. In den Aufstiegsspielen machten die Thurgauer dann mit Genève Eaux-Vives, Lausanne-Sports und Lenzburg kurzen Prozess. Gerade einmal ein Spiel gaben die entfesselt aufspielenden Kreuzlinger in diesen drei Begegnungen ab. In der entscheidenden Aufstiegsrunde aber wartete mit dem TC Dählhölzli Bern nicht nur der stärkste Gegner der Liga, sondern auch jene Mannschaft, gegen welche die jungen Thurgauer nach der Niederlage in den Gruppenspielen noch eine Rechnung offen hatten.

Nachdem Paul, Joel Alt (N4.114) und Niculin Zach (R1) ihre Gegner in zwei Sätzen besiegt hatten, sorgte Nicola Wehrle (N4.148) mit seinem Dreisatzerfolg über einen besser klassierten Gegner für die vorentscheidende Führung zum 4:2. Diesen Vorteil gab die eingespielte Mannschaft in den Doppeln nicht mehr aus der Hand. «Der Aufstieg in die Nationalliga B ist die Krönung meiner Zeit in Kreuzlingen», freute sich der Urnäscher Wehrle, der nach sieben Trainingsjahren in Kreuzlingen und dem Abschluss der Maturitätsprüfungen an der PMS im August künftig in Milwaukee in den USA Tennis und Studium verbinden wird.

«Die Jungs haben viel fürs Leben gelernt»

Dass die Ostschweiz sieben Jahre nach dem Rückzug der damaligen NLA-Mannschaft des TC Seeburg Kreuzlingen wieder ein Männerteam in der NLB hat, wertet auch Ralph Zepfel als grossen Erfolg. «Die Jungs haben in den vergangenen Jahren Verantwortung übernommen, die Organisation ihrer Mannschaft in die eigenen Hände genommen und mit dem Interclub-Abenteuer damit auch viel für das Leben gelernt», sagte der Headcoach Tennis der Nationalen Elitesportschule Thurgau.

Einfach wird es die beste Ostschweizer Aktivmannschaft im nächsten Jahr aber nicht haben. Denn die meisten NLB-Teams haben finanziell genügend Spielraum, um nationale und internationale Topspieler zu engagieren. «Wir hingegen möchten auch in der kommenden Saison nach unserem bewährten Schema weiterfahren», sinniert Hafner, im Alter von 21 Jahren zusammen mit Kevin Wild der Älteste im Team.