TENNIS: So sah die Welt aus, als Roger Federer noch kein Top-Ten-Spieler war

Seit dem 13. Oktober 2002 gehörte Roger Federer zu den zehn besten Tennisspielern der Welt. Seinen Top-Ten-Platz behielt der Baselbieter 14 Jahre lang. Heute fällt der 35-Jährige aus diesem erlauchten Kreis und belegt nur noch den 16. Platz im ATP-Ranking.

Christof Krapf
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Das Sony Ericsson P800. (Bild: PD)

Das Sony Ericsson P800. (Bild: PD)

Federer musste seine Saison im Juli wegen einer Knieverletzung beenden. Schon damals war klar, dass er irgendwann im Verlauf des Jahres aus den Top Ten fallen würde. Nun geht eine 14 Jahre lange Serie zu Ende. Seit seinem Sprung in die Top Ten holte der Baselbieter 17 Grand-Slam-Titel und führte die Weltrangliste während 302 Wochen an - das ist Rekord. In diesen 14 Jahren hat sich nicht nur im Tennis vieles verändert. So sah die Welt aus, als Roger Federer letztmals nicht in den Top Ten war.

1. Der FC Wil spielt in der Super League
2002 wurde Wirklichkeit, wovon die türkischen Investoren des FC Wil heute träumen: Der Verein spielte erstmals in der Clubgeschichte in der Super League - damals hiess die höchste Spielklasse allerdings noch NLA. An der Seitenlinie der Wiler stand ein gewisser Heinz Peischl, der später beim FC St.Gallen als Trainer und Sportchef arbeitete. Der Höhenflug des Vereins wurde unfreiwillig durch die UBS unterstützt. Der damalige Präsident Andreas Hafen arbeitete bei der Grossbank und zweigte insgesamt 51 Millionen Franken ab - elf Millionen davon flossen in die Kassen des FC Wil. Aus dem Jahr 2002 resultierte auch die wohl bitterste Niederlage des FC St.Gallen. Er verlor in Wil gleich mit 3:11.



2. Der Euro wird eingeführt
Seit 2002 hat Europa eine einheitliche Währung. In zwölf EU-Länder war ab sofort der Euro das offizielle Zahlungsmittel. Als Roger Federer in die Top Ten stürmte, bekam man übrigens noch mehr für seine Euros: Für einen Euro gab es 1,46 Franken - aktuell sind es 1,1 Franken.

3. Ammann fliegt zu Doppel-Olympiagold
Im Februar 2002 begeisterte ein Bauerbub aus dem Toggenburg die Wintersportwelt. Der damals 21-jährige Simon Ammann holte an den Olympischen Spielen in Salt Lake City sensationell zwei Goldmedaillen im Skispringen. Mit seinen träfen Sprüchen - unter anderem in der bekannten Late-Night-Show von David Letterman - wurde der St.Galler weltbekannt.



4. Brasilien wird Fussball-Weltmeister
Sie hiessen nicht Neymar, David Luiz oder Hulk, sondern Ronaldo, Roberto Carlos oder Ronaldinho - jene Brasilianer, welche 2002 in Südkorea und Japan den fünften WM-Titel für das südamerikanische Land holten. Im Final bezwang die Selecão Deutschland mit 2:0, die beiden Tore erzielte Ronaldo. Bei Deutschland standen Spieler wie Oliver Kahn, Dietmar Hamann oder Oliver Neuville in der Startaufstellung.

5. Farb-Touchscreens beim Handy

Das Sony Ericsson P800. (Bild: PD)

Das Sony Ericsson P800. (Bild: PD)


Als Roger Federer in die Top Ten stürmte, existierten noch keine Smartphones. Dennoch schaffte Sony Ericsson mit seinem Model P800 eine kleine Revolution: Das Handy war das erste Modell mit einem Farb-Touchscreen. Im gleichen Jahr brachte Nokia mit seinem Modell 7650 das erste Handy mit integrierter Fotokamera für die breite Masse auf den Markt.

6. Das Internet steckt noch in den Kinderschuhen
Facebook, Twitter, Instagram? Fehlanzeige im Jahr 2002. Das bekannteste Soziale Netzwerk hiess damals Friendster und hatte gerade einmal drei Millionen Mitglieder.

So sah die Startseite des Tagblatts im November 2002 aus. (Bild: Screenshot)

So sah die Startseite des Tagblatts im November 2002 aus. (Bild: Screenshot)

Weltweit waren 2002 geschätzte 600 Millionen Menschen online.Heute hat alleine Facebook mit 1,7 Milliarden fast dreimal mehr Nutzer als das gesamte Internet vor 14 Jahren. Auch die Geschwindigkeit der Internetverbindung war damals bescheiden. Es dauerte über 12 Minuten, um einen Song aus dem Internet herunter zu laden - heute ist dies in wenigen Sekunden erledigt

7. Der Ketchup Song stürmt die Charts
Musikalisch gehörte das Jahr 2002 der spanischen Girlgroup Las Ketchup. Mit ihrem Ketchup Song standen sie 42 Wochen lang an der Spitze der Schweizer Hitparade. Die Gruppe war allerdings - zum Glück - ein One-Hit-Wonder.

Die Gegner haben sich geändert. Roger Federer (rechts) bei seiner ersten Masters-Teilnahme im Jahr 2002 mit dem Amerikaner Andre Agassi und dem Spanier Albert Costa (von links). (Bild: Keystone)

Die Gegner haben sich geändert. Roger Federer (rechts) bei seiner ersten Masters-Teilnahme im Jahr 2002 mit dem Amerikaner Andre Agassi und dem Spanier Albert Costa (von links). (Bild: Keystone)

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