TENNIS: Saisonende für Djokovic

Novak Djokovic wird in diesem Jahr keine Turniere mehr bestreiten. Der Serbe will die Zeit nutzen, um die Probleme am lädierten rechten Ellbogen zu beheben.

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Novak Djokovic erklärt seinen Entscheid an einer Pressekonferenz. (Bild: Andrej Isakovic/EPA)

Novak Djokovic erklärt seinen Entscheid an einer Pressekonferenz. (Bild: Andrej Isakovic/EPA)

Bereits am Dienstag hatten ­Spekulationen über das mögliche vorzeitige Saisonende für Djokovic kursiert. Die Vermutungen forciert hatte der Arzt des serbischen Davis-Cup-Teams, Zdenko Milinkovic, mit seiner Aussage, Djokovic leide an einer Knochenprellung im rechten Ellbogen und könnte demnach zwischen sechs und zwölf Wochen ausfallen. Wegen der Schmerzen im Ellbogen hatte Djokovic im Viertelfinal des Wimbledon-Turniers gegen den Tschechen Tomas Berdych aufgeben müssen. Danach hatte der Serbe erklärt, dass ihm die Verletzung bereits seit anderthalb Jahren zu schaffen mache.

Keine Operation vorgesehen

Aus der prognostizierten Pause von anderthalb bis drei Monaten ist nun das Saisonende geworden. Mit der auf Facebook verbreiteten Videobotschaft, er werde in der laufenden Saison keine Wettkämpfe mehr bestreiten, setzte Djokovic den Mutmassungen ein Ende. Ausführlicher erklärte er seine Beweggründe ­danach an einer Pressekonferenz. «Ich musste einen radikalen Entscheid fällen», sagte die aktuelle Nummer 4 im Ranking. «In den letzten zwei Monaten sind die Probleme immer grösser geworden.» Es sei ein schwieriger Entschluss gewesen, «aber ich hatte keine Wahl. Ich habe nun Zeit, um wieder gesund zu werden.» Eine Operation wird nicht er­forderlich sein. «Alle Ärzte, mit denen ich gesprochen habe, ­haben mir den konventionellen Heilungsprozess empfohlen. Ich selber war auch darauf bedacht, einen Eingriff zu vermeiden.«

Mit dem vorzeitigen Saisonende tut es Djokovic Roger Federer gleich, der sich im Vorjahr nach dem Turnier in Wimbledon einer Knieoperation unterzogen hatte und erst im vergangenen Januar auf die Tour zurückgekehrt war. Dass dies der Baselbieter in ganz grossem Stil und unter anderem mit den Titelgewinnen an den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne und Wimbledon getan hat, wird Djokovic die Zuversicht geben, nach der Rückkehr wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen zu können.

Zwölf enttäuschende Monate

Auf jeden Fall ist er überzeugt, in der kommenden Saison von ­allem Anfang an wieder bereit zu sein. «Bis zum ersten Turnier des neuen Jahres habe ich ja genügend Zeit, um fit zu werden.» Bis zu diesem Zeitpunkt wird er in der Weltrangliste in die Region um Platz 12 bis 15 zurückgefallen sein. Die vergangenen zwölf Monate waren für Djokovic grösstenteils enttäuschend verlaufen. Nachdem er mit dem Titelgewinn bei den letztjährigen French Open die letzte Lücke in seinem Palmarès geschlossen hatte, passte nicht mehr viel zusammen. Er bekundete Mühe mit der Motivation, aus seinem Umfeld war immer wieder von Sinnkrise zu hören. Ende des letzten Jahres trennte er sich von seinem Coach Boris Becker, im Frühling von seiner restlichen Entourage. (sda)