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TENNIS: In der Weltgruppe überfordert?

Das Schweizer Davis-Cup-Team enttäuscht bei der 1:4-Niederlage in Kasachstan und wird im September gegen den Abstieg spielen.

Kasachstan war siebeneinhalb Jahre nach einem 0:5-Debakel für das Schweizer Tennis und dem letztmaligen Abstieg aus der Weltgruppe erneut keine Reise wert. Das Davis-Cup-Team war zwar nur Aussenseiter, das deutliche 0:3 nach zwei Tagen war dennoch eine Enttäuschung. Zwar waren gestern Debütant Marc-Andrea Hüsler mit einem Sieg und Adrian Bodmer mit einer knappen Niederlage in den bedeutungslosen Einzeln für einen versöhnlichen Abschluss verantwortlich, doch Captain Severin Lüthi suchte nicht nach Ausreden: «Kasachstan war grundsätzlich sicher eine gute Auslosung für die Weltgruppe.» Es wäre mehr möglich gewesen.

Europazone für mehr Erfolgserlebnisse?

Den Schweizern gelang nicht nur kein Exploit, mit der Niederlage von Henri Laaksonen gegen den gut 100 Plätze schlechter klassierten Dimitri Popko und der knappen Fünfsatzniederlage des Doppels wurden auch jene Spiele verloren, in denen man ohne über sich hinauszuwachsen hätte gewinnen können. So war der vierte Fall ins Abstiegs-Playoff in Folge natürlich nicht zu verhindern. Dort konnte sich die Schweiz seit dem Triumph im Davis Cup 2014 noch immer retten, meist auch ohne Roger Federer und Stan Wawrinka, dafür aber dank der Setzung, die so meist einen besiegbaren Gegner brachte. Es stellt sich die Frage, ob es für die jungen Spieler allenfalls besser wäre, in der Europazone gegen einfachere Kontrahenten Erfolgserlebnisse zu sammeln.

Der 21-jährige Hüsler bestritt in Kasachstan seine erste Davis-Cup-Partie, der ein Jahr ältere Bodmer seine zweite. «Das kann man so sehen», sagt Lüthi. «Aber auch Partien wie diese Woche sind sehr lehrreich.» Dies ist für den Captain denn auch der entscheidende Punkt. «Jeder muss bereit sein, sich zu hinterfragen und zu lernen. Ich glaube, dann ist viel möglich.» Nicht gerade der erneute Gewinn des Davis Cups, aber eine Zukunft in der Weltgruppe der besten 16 Nationen. Mit der Einstellung in Astana sei er jedenfalls sehr zufrieden gewesen.

Klar ist, dass neue Leute das Schweizer Davis-Cup-Team tragen müssen, denn mit Federer und Wawrinka rechnet auch Lüthi nicht mehr. (sda)

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