TENNIS: Früh ausgeschieden

Timea Bacsinszky verlässt die kalifornische Oase Indian Wells verunsichert. Es gibt sogar Fragezeichen bezüglich ihres Fedcup-Einsatzes. Roger Federer stand in der Nacht auf heute Rafael Nadal gegenüber.

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Timea Bacsinszky: «Ich bange nicht nur um Miami. Ich bange um alles, was in den nächsten Wochen kommt.» (Bild: Kin Cheung/AP)

Timea Bacsinszky: «Ich bange nicht nur um Miami. Ich bange um alles, was in den nächsten Wochen kommt.» (Bild: Kin Cheung/AP)

Timea Bacsinszky konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Die Schweizerin musste ihren Achtelfinal gegen die Weltranglistendritte Karolina Pliskova nach 29 Minuten aufgeben, weil «ich kaum mehr den Schläger in der Hand halten konnte». Sie habe sich vor dem Spiel überlegt, ob es Sinn mache, überhaupt anzutreten. Bacsinszky versuchte es. Sie schluckte derart viele ­entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten, dass ihr schliesslich auch noch der Magen zu schaffen machte. Und die Hoffnungen, dass dank Wettkampfintensität die Schmerzen verschwinden würden, erfüllten sich nicht. «Ich sah ein, dass es nicht geht», sagte die 27-jährige Waadtländerin. Das dreieinhalbstündige Spiel gegen Kiki Bertens am Sonntag habe sich als «Killer» für ihr Handgelenk erwiesen.

Die Schmerzen traten nicht zum ersten Mal auf. Seit Anfang Februar bereitet das Handgelenk Bacsinszky Schwierigkeiten. In Indian Wells steigerten sich die Schmerzen zum grossen Problem. Bacsinszky: «Ich bange nicht nur um Miami, sondern ich bange um alles, was in den nächsten Wochen kommt.» Auch um den Fedcup-Halbfinal in Weissrussland.

Weltrangliste nur zweitrangig

Vor einem Jahr erreichte Bacsinszky in Miami die Halbfinals, anschliessend gewann sie in Rabat ein Sandplatzturnier. 670 Weltranglistenpunkte sind zu ersetzen. Im schlimmsten Fall droht der Fall aus den Top 30. «Über die Weltrangliste mache ich mir aber weniger Gedanken. Schon vor einem Jahr fiel ich wegen der Knieverletzung aus den Top 20 raus und schaffte es schnell wieder zurück nach vorne. Wenn ich gesund bin, werden auch die Resultate schnell wieder gut.»

Derweil Bacsinszky die Ursache ihrer Probleme kennt, sucht die Deutsche Angelique Kerber immer noch die Ursache ihrer Krise. Am Montag übernimmt Kerber von Serena Williams wieder die Nummer-eins-Position in der Weltrangliste. In Indian Wells verlor die Deutsche mit 3:6, 3:6 gegen Jelena Wesnina aber schon zum fünften Mal diese Saison für ihre Ansprüche viel zu früh.

Federer ohne neue Anhaltspunkte

Die Begegnung zwischen Roger Federer und Rafael Nadal, die Neuauflage des Australian-Open-Finals vom Januar, ist in Indian Wells Tatsache geworden. Federer qualifizierte sich mit 7:6 (7:3), 7:6 (7:4) in 95 Minuten gegen den Amerikaner Steve Johnson (ATP 27) für den Achtelfinal gegen Nadal. Die Partie fand bereits in der Nacht auf heute statt. Der letzte Formtest vor dem Gipfeltreffen verlief für Federer wenig aussagekräftig. Der 35-jährige Basler gewährte Johnson keine Breakmöglichkeit, jedoch gelang ihm auch kein Servicedurchbruch. Immerhin darf Federer zufrieden sein, dass er auch im zweiten Einzel nach dem frühen Aus in Dubai erneut mehr Gewinnschläge als unerzwungene Fehler produzierte. (sda)