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Tennis: Die Standfestigkeit der ewigen Giganten

Insbesondere die Siege der grossen Tennisturniere werden meist unter den Big Five - Djokovic, Nadal, Federer, Murray, Wawrinka - ausgemacht. Auch das Final der Australian Open illustriert das Beharrungsvermögen der ewigen Besten.
Jörg Allmeroth, Melbourne
Der 20-jährige Grieche Stefanos Tsitsipas gratuliert dem 32-jährigen Halbfinalsieger Rafael Nadal am Australian Open in Melbourne. (Bild: AP Photo/Andy Brownbill, 24. Januar 2019)

Der 20-jährige Grieche Stefanos Tsitsipas gratuliert dem 32-jährigen Halbfinalsieger Rafael Nadal am Australian Open in Melbourne. (Bild: AP Photo/Andy Brownbill, 24. Januar 2019)

Beim Abgang aus der Rod-Laver-Arena spitzte Roger Federer noch mal die Ohren. Gerade war der Schweizer Maestro nach einem zähen Grand-Slam-Fight gegen den hellenischen Jüngling Stefano Tsitsipas (20) ausgeschieden, da hörte der 37-jährige Grossmeister noch ein paar Wortschnipsel vom Centre-Court-Interview des stolzen Gewinners mit John McEnroe.

Ein Wörtchen elektrisierte den 20-fachen Majorgewinner dabei besonders, das Wörtchen «Wachablösung» aus dem Munde McEnroes. Fast ungefragt kam Federer später bei seinen Medienterminen selbst darauf zu sprechen, der Unterton war durchaus leicht höhnisch: «Seit zehn Jahren höre ich das. Ich glaube nicht, dass man bisher davon sprechen kann – oder?»

Federer selbst hatte zwar nicht die entsprechenden Argumente geliefert, beim ersten Top-Event der Saison 2019. Aber seine alten Weggefährten und Rivalen sind ihm gewissermassen als zuverlässige Kronzeugen zur Seite gesprungen, als Advokaten gegen eine Veränderung der gewohnten Machtbalance. Denn wenn am Sonntag (9.25 Uhr, SRF zwei) das Endspiel der Offenen Australischen Meisterschaften in Melbourne über die Bühne geht, dann in einer höchst vertrauten Schlachtordnung – mit Novak Djokovic (31) und Rafael Nadal (32) sind nicht nur die Nummer 1 und Nummer 2 der Weltrangliste am Start. Sondern auch zwei Hauptdarsteller aus jener Klasse der aussergewöhnlichen Gentlemen, die seit über einem Jahrzehnt die Szene mit eisernem Griff beherrschen.

Nummer 53 des Tennis-Classico zwischen dem Serben und dem Spanier illustriert nur eins: die Standfestigkeit, das Beharrungsvermögen der ewigen Giganten, dieser Marathonläufer in der Weltspitze. «Hat wirklich jemand geglaubt, diese Burschen würden einfach so weggehen – schon jetzt, schon hier», sagte der ehemalige Superstar Boris Becker, der beim Turnier am anderen Ende der Welt für Eurosport kommentiert.

Äusserst bittere Spielverderber

Für viele Jahrgänge, die ins Profitennis aufrückten, waren die Big Four oder Big Five, wenn man neben Djokovic, Nadal und Federer noch die jeweils dreimaligen Grand-Slam-Champions Andy Murray und Stan Wawrinka hinzurechnet, äusserst bittere Spielverderber. Ehemals hoffnungsvolle Talente wie der elegante Bulgare Grigor Dimitrow, der wuselige Japaner Kei Nishikori oder der aufschlagstarke Kanadier Milos Raonic werden inzwischen schon als «verlorene Generation» bezeichnet.

Und nun scheint es so, als müssten sich die Asse der nächsten Abteilung Sturm und Drang auch noch weiter in Geduld üben, jedenfalls hatte keiner der Spieler aus der Altersgruppe Anfang zwanzig eine reelle Chance in Melbourne. Am weitesten kam Tsitsipas, aber er kam eben nur bis in den Halbfinal – und wurde dort von Nadal abserviert, in drei erbarmungslos klaren Sätzen. Alexander Zverev, der 21-jährige ATP-Weltmeister, hatte sich da längst schon verabschiedet aus Melbourne, für Aufregung sorgten spät in der zweiten Woche allenfalls ein paar Turtelbilder, die ihn mit seiner Freundin Olga Shrypova zeigten.

Gerade die grossen Turniere sind und bleiben in der Hand der paar Eliteprofis, der Besten der Besten aller Zeiten. Bei den Australian Open teilten sich seit 2006 Djokovic (6), Federer (5), Nadal (1) und Wawrinka (1) den Kuchen auf, bei den French Open Nadal (10), Federer, Djokovic und Wawrinka (jeweils 1). Wimbledon, seit jeher ein Pflaster für die Upper Class, sah in diesem Zeitraum Federer (5), Djokovic (4), Nadal (2) und Murray (2) als Titelhelden.

Nur in New York, auf der Zielgeraden der Saison, gab es einige Überraschungsmomente, aber wirklich nur hier: Neben Federer, Nadal und Djokovic (jeweils 3) sowie Murray und Wawrinka (jeweils 1) gewannen auch Marin Cilic und Juan Martin del Potro ein Mal. Macht Big Five gegen den Rest der Welt: 48:4. Nach den Australian Open wird es 49:4 stehen, entweder mit dem neuen Melbourne-Rekordsieger Djokovic und seinem siebten Titel. Oder mit Nadal als Champion, zehn Jahre nach seinem bisher einzigen Triumph in Melbourne.

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