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TENNIS: Das Gesicht des Verschleisses

Rafael Nadal muss wegen einer Verletzung an den Australian Open aufgeben. Wie viele ältere Spieler an der Weltspitze zahlt er den Tribut für das straffe Tour-Programm.
Jörg Allmeroth
Mehr als zwei Jahre fiel Rafael Nadal aufgrund von Verletzungen schon aus. (Bild: Andy Brownbill/AP)

Mehr als zwei Jahre fiel Rafael Nadal aufgrund von Verletzungen schon aus. (Bild: Andy Brownbill/AP)

Jörg Allmeroth

Per Bastholt gehört zu dienstältesten Physiotherapeuten im Tennis. Seit Jahrzehnten repariert er mit magischen Händen kleinere und grössere Probleme bei seinen berühmten Klienten. Aber gestern Abend in der Rod-Laver-Arena war der hochgeschätzte Schwede machtlos. Mehrfach bearbeitete Bastholt den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal mit aller Kraft und Intensität, er knetete an Hüfte und Oberschenkel, dehnte, massierte und streckte den Mallorquiner, der – sichtlich gezeichnet – am Boden lag.

Doch alle Hilfsversuche fruchteten nichts, nach drei Stunden und 47 Minuten nahm der Viertelfinal-Knüller zwischen Nadal und dem Kroaten Marin Cilic ein bitteres Ende. Der 15-fache Grand-Slam-Champion gab beim Stand von 6:3, 4:6, 7:6, 2:6 und 0:2 auf – es war der nächste Rückschlag für den aus der Arena humpelnden Spanier. «Langsam müssen sich die Entscheider im Tennis Gedanken machen, warum so viele Spitzenspieler verletzt sind. Dieses Ende tut weh», so Nadal.

Wachablösung aufgrund der vielen Turniere?

Die Verletzungsmisere gerade unter den Topkräften der Branche erlebte währenddessen schon zu Beginn der Saison eine bedenkliche Fortsetzung. Eigentlich müssten alle Spitzenleute fit und ausgeruht sein – schliesslich ist dies erst die vierte Turnierwoche der Spielzeit 2018. Doch von den Blessuren des Vorjahres scheint noch keiner so richtig kuriert zu sein. Doch etliche Spieler aus der Weltspitze – darunter Stan Wawrinka, Novak Djokovic und Andy Murray – schleppen sich mit Verletzungen rum.

Aus dem Kreis der Spieler, die sich in den vergangenen Jahren regelmässig die Grand-Slam-Titel sicherten, wirkt allein Roger Federer sorgenfrei. Federer spielt allerdings deutlich weniger Turniere als andere Topleute. Gleichzeitig eröffnen sich durch die Beschwerlichkeiten der in die Jahre gekommenen Spitzenspieler neue Perspektiven und Aufstiegschancen für die jüngeren Generationen. Zu denen gehören der 21-jährige Koreaner Chung Hyeon und der von ihm in Melbourne bezwungene Alexander Zverev. Aber auch Australiens Nick Kyrgios, Österreichs Dominic Thiem und der Bulgare Grigor Dimitrow. Der Umbruch im Herrentennis scheint durchaus möglich, da die Veteranen dem an den Kräften zehrenden Programm vermehrt Tribut zollen müssen. Allen voran Nadal: Schon mehr als zwei Jahre seiner Karriere hat der 31-Jährige dem Geschehen verletzt zusehen müssen. «Wenn Nadal nicht mehr weiterspielt, ist es etwas sehr Ernstes», sagte Tennis-Experte Boris Becker nach Nadals Niederlage gestern. «Man muss schon ein wenig bangen um seine Karriere.» Der Spanier selbst wollte sich an den Spekulationen um seine Gesundheit nicht beteiligen: «Ich werde mich eingehend untersuchen lassen. Dann sehen wir weiter.»

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