TENNIS: Bertens triumphiert in Gstaad

Die 25-jährige Niederländerin Kiki Bertens besiegt am WTA-Turnier in Gstaad die Estin Anett Kontaveit 6:4, 3:6, 6:1.

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Am Ende strahlte Turnierdirektor Jeff Collet. Die zweite Auflage des Frauenturniers unmittelbar vor den prestigeträchtigeren Swiss Open der Männer endete versöhnlich: Gestern bildeten gut 2000 Zuschauer eine ansehnliche Kulisse, nachdem unter der Woche die Ränge leer geblieben waren. Zum Abschluss standen sich im Final zwei Spielerinnen gegenüber, die in dieser Saison zu den Aufsteigerinnen auf der WTA Tour zählen. Kiki Bertens war von 2012 bis 2015 in der Weltrangliste um Position 100 klassiert. Vor zwei Monaten gelang ihr nach dem Turniersieg in Nürnberg erstmals der Sprung unter die ersten 20. Es folgten schwierige Wochen: An den French Open schied sie schon in der zweiten Runde aus. Auf Rasen gewann sie einen Monat lang kein Einzel. Bertens kehrte verunsichert nach Gstaad zurück, wo sie vor einem Jahr den Final gegen Viktorija Golubic in drei Sätzen verloren hatte.

Zuerst Tränen, dann eine einseitige Schlussphase

Diese Verunsicherung kam auch gestern zum Ausdruck. Bertens führte im Entscheidungssatz mit 2:1, weinte aber beim Seitenwechsel bei der Aussprache mit Coach Raemon Sluiter bittere Tränen. «Die Situation war so schwierig», erzählte Bertens. «Anett Kontaveit spielte so unglaublich gut. Und ich wollte auf keinen Fall nochmals den Final verlieren.»

Für Bertens kam alles gut. Sie gewann vom 2:1 zum 6:1 vier Spiele in Serie, weil die Gegnerin plötzlich Fehler am Laufmeter produzierte. Bertens verwandelte nach einer Stunde und 52 Minuten den Matchball zum vierten Turniersieg insgesamt, alle errungen auf Sand. In der Weltrangliste wird Bertens ungefähr zehn Plätze gutmachen. (sda)