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TALENT: «Unsere Chancen sind gross»

Wenn der FC Wil morgen um 15 Uhr im Cup-Sechzehntelfinal Thun empfängt, ist es für Kenzo Schällibaum in mehrerlei Hinsicht ein spezielles Spiel. Er trifft womöglich auf Moreno Costanzo, von dem er Fan ist.
Simon Dudle
Kenzo Schällibaum hat keine Angst vor grossen Namen wie in diesem Fall Raphaël Nuzzolo von Xamax. (Bild: Urs Bucher)

Kenzo Schällibaum hat keine Angst vor grossen Namen wie in diesem Fall Raphaël Nuzzolo von Xamax. (Bild: Urs Bucher)

Simon Dudle

Die Entwicklung des knapp 19-jährigen Wattwilers Kenzo Schällibaum ist erstaunlich. Nach nur einem Jahr in der 2. Liga interregional schaffte er es diesen Sommer nicht nur auf direktem Weg ins Wiler Challenge-League-Team, sondern er gehörte in den bisherigen acht Pflichtspielen dieser Saison jedes Mal der Stammformation an. Prompt rückt er bereits in den Fokus der U20-Nationalmannschaft. Für die Spiele gegen Polen und England Ende August und Anfang September stand er auf Abruf bereit, wurde aber nicht aufgeboten. «Ich bin selber überrascht, wie schnell alles geht. Es ist wichtig, auf dem Boden zu bleiben. Denn sonst kann es auch in die andere Richtung schnell gehen», sagt Schällibaum.

Einfach ist die Situation für den Toggenburger nicht. Zwar waren die Leistungen der jungen Wiler Mannschaft in den bisherigen Partien meist ansprechend, trotzdem stehen nach sieben Meisterschaftsspielen nur vier Zähler zu Buche, womit die Ostschweizer punktgleich mit dem Tabellenletzten FC Wohlen rangiert sind. Trotzdem sagt Schällibaum: «Das Selbstvertrauen wird von Spiel zu Spiel grösser und es macht immer mehr Spass.» Doch woran liegt es, dass die Wiler zu oft mit leeren Händen dastehen? «Es fehlt der letzte Wille und die Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor. Dem jungen Team geht manchmal noch die Cleverness ab.»

Wiederholt in die Verlängerung

Schon in seinem neunten Pflichtspiel darf Schällibaum erleben, worauf sie in Wil seit bald sechs Jahren warten: eine Cuppartie im Bergholz gegen einen Vertreter der Super League. Die Erinnerungen an das bis dato letzte Cupspiel sind bittersüss. An einem kalten Novemberabend 2011 war Primus Basel im Achtelfinal zu Gast. In der Verlängerung schien der Coup vor 4400 Zuschauern Tatsache, als die Wiler gegen numerisch dezimierte Gäste durch Dzengis Cavusevic nach 110 Minuten in Führung gingen. Acht Minuten später war aber der 3:2-Sieg für die Basler Tatsache. Gut ein Jahr später, als wegen des Bergholz-Umbaus in der St. Galler Arena gespielt wurde, lief es in der Verlängerung besser für den FC Wil und die Young Boys wurden mit 4:3 besiegt. Eine Runde später war dann im Viertelfinal gegen den FC Zürich Schluss – ebenfalls in der Verlängerung.

Seither stimmte bei den Wilern im Cup allerdings nicht mehr viel zusammen und es mussten peinliche Niederlagen gegen Münsingen und Lausanne-Ouchy hingenommen werden. Morgen steht nun wieder ein Vergleich mit einem Berner Super-League-Club an. Gegner ist nicht der im Cup anfällige BSC Young Boys, sondern Thun. Die Berner Oberländer scheiterten in der vergangenen Saison schon in der ersten Runde am Promotion-League-Club Kriens und setzten sich im ersten Auftritt des laufenden Wettbewerbs gegen Payerne aus der 2. Liga interregional nur knapp mit 2:1 durch. Dies dürften Gründe sein, wieso Schällibaum sagt: «Unsere Chancen gegen Thun sind gross. Wir müssen an unserem Spiel nicht viel ändern, dürfen uns aber keine Platzverweise leisten.» In den vergangenen beiden Meisterschaftspartien wurden gleich drei Wiler Spieler des Feldes verwiesen.

Ein ganzes Jahr verletzt ausgefallen

Aus Wiler Sicht wird es auch darum gehen, Marvin Spielmann zu neutralisieren. Der Flügelspieler, der in der vergangenen Saison noch bei den Ostschweizern unter Vertrag stand, hat in dieser Saison in der Meisterschaft schon sechs Tore für die Thuner erzielt. Das ist ein Treffer mehr, als dem FC Wil insgesamt gelungen sind. «Es ist schön, sich mit so einem Spieler messen zu können», sagt Schällibaum. Mindestens so sehr würde es ihn aber freuen, auf Moreno Costanzo zu treffen. Ihn bezeichnet Schällibaum als Vorbild. Dies hat sich ergeben, als der Aussenverteidiger als Jugendlicher den Partien des FC St. Gallen als Fan beiwohnte und Costanzo einer seiner Lieblingsspieler wurde. Ob die beiden Toggenburger morgen aufeinandertreffen, ist aber noch keineswegs sicher. Costanzo steht zwar seit diesem Sommer in Thun unter Vertrag, hat bisher aber noch keine Minute gespielt.

Dies dürfte auch an der Schambeinverletzung liegen, welche Costanzo mehrere Monate mit sich herumgeschleppt hat. Auch Schällibaums Karriere, wenn auch noch deutlich weniger lang, verlief nicht verletzungsfrei. Er riss sich auf Stufe U17 den Meniskus. Da der Versuch, diesen zu nähen, nicht von Erfolg gekrönt war und ein Teil entfernt werden musste, verlor er ein ganzes Jahr. Seither spielt er aber verletzungs- und schmerzfrei.

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