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TALENT: Lehrling und Weltmeister

Stefan Bissegger macht eine Lehre als Velomechaniker. Zugleich ist der 18-jährige Thurgauer einer der besten Nachwuchssportler im Land. Als Rennfahrer kann er es an die Weltspitze schaffen.
Daniel Good
Der doppelte Stefan Bissegger: links als Lehrling in einem Bischofszeller Radsportcenter, rechts als ambitionierter Rennfahrer. (Bilder: Ralph Ribi)

Der doppelte Stefan Bissegger: links als Lehrling in einem Bischofszeller Radsportcenter, rechts als ambitionierter Rennfahrer. (Bilder: Ralph Ribi)

Daniel Good

Er holt alles aus seinem Körper heraus, wenn es um den Sieg geht. Deshalb ist Stefan Bissegger nicht nur Junioren-Weltmeister auf der Bahn, sondern auch Weltrekordhalter in der Einzelverfolgung über 3000 Meter. Der Doppelschlag glückte dem 18-jährigen Thurgauer im gleichen Rennen, und zwar im wichtigsten der vergangenen Saison. Im WM-Final in Aigle nahm er seinem Gegner aus Dänemark fast sechs Sekunden ab. Rasmus Pedersen war in der Qualifikation noch schneller gewesen als der Schweizer. Als es um alles oder nichts ging, war gegen Bissegger aber kein Kraut gewachsen. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, nicht nur Gold zu gewinnen. «Es braucht in dieser Disziplin vor allem Power. Und genau so wichtig ist es, die Kraft einzuteilen», sagt er.

Bissegger gewann am 23. Juli 2016 im Kanton Waadt in der Zeit von 3:12,416 Minuten. «Ich bin mit dem Fahrplan gestartet, den Weltrekord zu brechen.» Diese Aussage verrät Ambitionen. «Die meisten lassen nach der Qualifikation nach. Ich kann mich nochmals steigern.» Diese Sätze zeugen von Selbstvertrauen. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ist das erste grosse Ziel. Nachher will Bissegger ein guter Strassenprofi werden. Wie sein Vorbild Stefan Küng, der ebenfalls aus dem Kanton Thurgau stammt.

Nach den Lehrjahren wird er noch stärker sein

Mit dem Radprofi Küng hat Bissegger schon trainiert. Paris–Roubaix ist eines der Lieblingsrennen Küngs. Bissegger kämpfte als Junior bereits zweimal im Norden Frankreichs mit dem Kopfsteinpflaster. Beide Male klassierte er sich unter den ersten zehn. «Er hat sicher ein Riesenpotenzial», sagt Küng über Bissegger.

Oft kommt es jedoch nicht zu gemeinsamen Ausfahrten. Denn Bissegger ist auch Lehrling. Zum Trainieren kommt er in der Regel erst um 18.30 Uhr. Die Lehrzeit Bisseggers in einem Bischofszeller Radsportcenter hat aber bald ein Ende. Im Juni findet die Lehrabschlussprüfung statt. Der in Mettlen wohnende Bissegger ist hernach jedoch nicht Sportprofi, sondern weiterhin im Lehrbetrieb tätig. Er muss viel Arbeitszeit nachholen, denn er hat oft gefehlt wegen des Sports. Die Anfahrten zu den Rennen sind meistens lang. Am Sonntag startet Bissegger in Fully im Wallis, über Ostern im Norden Hollands.

Bissegger ist im September 1998 geboren. Als Küng wegen eines Sturzes für die Olympischen Spiele im vergangenen August in Rio de Janeiro ausfiel, gab es verbandsintern Überlegungen, den damals noch nicht 18-jährigen Bissegger in den Schweizer Bahnvierer aufzunehmen. Als Ersatzfahrer zwar nur. Aber das ging schon alleine wegen der Lehre nicht. Bissegger hätte sieben Wochen am Stück gefehlt. Der Teenager wäre im olympischen Rennen wohl sogar zum Einsatz gekommen, denn einer der Stammfahrer war krank. Bissegger scheint freilich ganz froh, ist es nicht so weit gekommen. Mit der Lehrabschlussprüfung im Sack wird er noch stärker sein.

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