Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TAG DER FRAU: Der Weg zur Gleichberechtigung war auch im Sport steinig

Immer mehr Frauen nehmen an Olympischen Spielen teil. In Tokio 2020 soll erstmals die Hälfte der aktiven Sportler weiblich sein. Doch bis zur Gleichberechtigung im Sport war und ist es ein weiter, steiniger Weg.
Tobias Bach (sid)
Vorreiterin: Hedy Schlunegger war die erste Schweizer Olympiasiegerin an Winterspielen. 1948 gewann sie in St. Moritz die Abfahrt. (Bild: Keystone)

Vorreiterin: Hedy Schlunegger war die erste Schweizer Olympiasiegerin an Winterspielen. 1948 gewann sie in St. Moritz die Abfahrt. (Bild: Keystone)

Frauen hatten in der Geschichte des Sports stets schwer zu kämpfen. Medizinische Absurditäten und ein antiquiertes Geschlechterbild schienen lange Zeit scheinbar unüberwindbare traditionelle Schranken im Sport zu sein. Sie dienten als Legitimation der Sportarten- und Wettkampfverbote für Sportlerinnen. «Dass es weniger Frauen im Sport gibt, ist historisch gewachsen. Die Geschichte des modernen Sports begründet, dass er quasi von Männern für Männer erfunden wurde. Da, wo es noch Ungleichheiten gibt, finden jedoch mehr und mehr Angleichungen statt», sagte Robert Gugutzer, Abteilungsleiter der Sozialwissenschaften des Sports der Universität Frankfurt am Main.


Gian Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes FIS, störte sich offensichtlich lange an diesen Angleichungen. Während der Debatte, ob das Frauen-Skispringen 2010 olympisch werden sollte, wurde ihm der berüchtigte Spruch zugeschrieben, die Wucht des Aufsprungs zerstöre die Gebärmutter. Erst 2014 wurde die relativ junge Sportart olympisch. Auch 2018 in Pyeongchang durften die Frauen nur von der Normalschanze starten, während die Männer auch von der Grossschanze und im Teamwettbewerb um Medaillen sprangen.

Die Medizin als stärkste Gegnerin

Mittlerweile steigt der Anteil der Sportlerinnen an den Spielen jedoch kontinuierlich. In Südkorea waren immerhin schon 43 Prozent der Teilnehmer weiblich. Lediglich in der Nordischen Kombination fand kein Frauen-Wettbewerb statt. An den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 sollen Frauen nun sogar die Hälfte aller Starter stellen.

Vor einigen Jahrzehnten sah die Situation noch gänzlich anders aus: Bis in die 1950er-Jahre war die Medizin mit absonderlichen Argumenten die stärkste Gegnerin des Frauensports. Die Mediziner warnten vor den angeblich schädlichen Nebenwirkungen. Es wurde die Vermännlichung des Frauenkörpers, eine verlagerte Gebärmutter oder ein für die Geburt zu enges Becken befürchtet. Studien der positiven Auswirkungen des Sporttreibens auf die Gesundheit wurden strikt ignoriert, die Frau sollte sich auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter konzentrieren.

Aufgrund dieser besonders im Sport verkrusteten, traditionellen Denkweise schreiben sich Männer eine Kompetenz zu, die faktisch aber nicht vorliegt und noch eklatanter ausfällt als in der Wirtschaft oder Politik. In den Führungsebenen des Sports sitzen weiterhin überwiegend ältere Männer fest in ihren Sesseln. «Nicht wenige dieser Männer haben noch sehr traditionelle Rollenverteilungen. Für diese Personen ist klar, einen Verband oder Verein zu führen, sei ein Männerding, weil es schon immer so war», sagte Gugutzer. Entsprechend brauchte es ganze 87 Jahre, bis die erste Frau im 1894 gegründeten Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mitentscheiden durfte. Mittlerweile sind 30 der 100 IOC-Mitglieder weiblich.

Die Massenmedien legen ihren Fokus immer noch auf den Männersport, Sportlerinnen verdienen meist weniger Geld und liegen in Sachen Popularität oft noch weit zurück. Die Frau hat auf ihrem Weg zur vollständigen Gleichberechtigung im Sport noch einige Aufgaben vor sich, aber schon viele Schranken niedergerissen, die ihr in den Weg gestellt wurden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.