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Tabula rasa in der Serie A

Mehrere italienische Grossklubs werden auf die kommende Saison einschneidende Veränderungen vornehmen. Die Trainerstühle in Mailand, Rom und Turin wackeln.
Lukas Plaschy, Rom
Antonio Conte ist angeblich bei Inter Mailand ein Thema. (Bild: Gabriele Maltinti/Getty (Empoli, 1. Mai 2019))

Antonio Conte ist angeblich bei Inter Mailand ein Thema. (Bild: Gabriele Maltinti/Getty (Empoli, 1. Mai 2019))

«Change before you have to», ist eines der berühmtesten Zitate des amerikanischen Manager-Gurus Jack Welch. Selber etwas zu verändern, bevor man gezwungen wird, ist aktuell auch das Leitmotiv von Juventus Turins Präsident Andrea Agnelli. Zwar haben die Bianconeri heuer der nationalen Konkurrenz wieder nur die Brosamen übrig gelassen. Doch die Vereinsspitze und die erfolgsverwöhnten Tifosi waren in ihrer Erwartungshaltung, insbesondere nach dem Ronaldo-Coup, vom Gewinn der Champions League ausgegangen. Eine Trophäe, auf welche man in Turin seit 1996 vergeblich wartet. Das unerwartete Ausscheiden im Viertelfinal gegen Ajax Amsterdam (und vor allem die Art und Weise) liess bei Agnelli erste Zweifel an den Fähigkeiten von Coach Massimiliano Allegri aufkommen.

Das Erfolgsrezept des 51-jährigen Meistertrainers aus Livorno lautet wie der Titel seiner Autobiografie: «È tutto molto semplice». Fussball ist für den manchmal kauzig wirkenden, pragmatischen Toskaner ein einfaches Spiel, das es ja nicht zu verkomplizieren gilt. Damit gewann die Alte Dame in fünf Saisons unter Allegri insgesamt elf Trophäen, darunter fünf Meistertitel, und qualifizierte sich zweimal für den Champions-League-Final.

Früherer Nationaltrainer für Inter?

Schönspielen ist allerdings gerade ziemlich in Mode. Und so sind gewisse Klubfunktionäre wie Vizepräsident und Ex-Ballon-d’or-Gewinner Pavel Nedved überzeugt, dass mit Allegris Philosophie von Fussball in Europa kein Staat mehr zu machen ist. Agnelli und Allegri treffen sich in den nächsten Tagen zu Gesprächen. Überraschungen sind nicht auszuschliessen.

Bei Inter Mailand ist von aussen betrachtet kein ersichtlicher Grund erkennbar, warum Luciano Spalletti nächste Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehen sollte. Der 60-jährige Glatzkopf braucht theoretisch noch einen Punkt, um sich mit seiner Elf zum zweiten Mal hintereinander für die Königsklasse zu qualifizieren. Vor Spallettis Ägide hatte der 18-fache italienische Meister den prestigeträchtigen und vor allem lukrativen Wettbewerb sechsmal hintereinander verpasst. Mit der Verpflichtung von Giuseppe Marotta als Sportdirektor verdichten sich aber die Zeichen, dass Antonio Conte im nächsten Jahr die Übungseinheiten von Inter leiten wird. Der ehemalige italienische Nationaltrainer, zuletzt bei Chelsea unter Vertrag, und Marotta kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Juventus.

Auch bei Inters Nachbar AC Milan zeichnet sich ein Wechsel ab. Gennaro Gattuso, der seine ersten Erfahrungen als Coach 2013 beim FC Sion machte, bläst bei den Rossoneri ein rauer Wind entgegen – trotz Vertrag bis 2021. Als aktuell Fünfter der Serie A riskiert der siebenfache Champions-League-Sieger, nicht an die Honigtöpfe der Königsklasse heranzukommen. Anders als der Stadtrivale, der vom chinesischen Milliardenkonzern Suning kontrolliert wird, steht Milan unter scharfer Beobachtung der Uefa mit ihrem Financial Fair-Play. Im Winter hatte Milan für die Offensivkräfte Krzysztof Piatek und Lucas Paquetà je 35 Millionen Euro lockergemacht. Investitionen, die ohne Champions-League-Einnahmen nun anderweitig amortisiert werden müssen. Für Torhüter Donnarumma soll Paris eine Offerte über 50 Millionen Euro eingereicht haben.

Cupsieg ist keine Jobgarantie

Die Klubs aus der Hauptstadt planen ebenfalls Veränderungen. Romas einheimischer Nothelfer Claudio Ranieri hatte bereits vor zwei Wochen erklärt, dass er die Giallorossi nicht weiter betreuen werde. Auch der letztjährige Champions-League-Halbfinalist hatte sich um Conte bemüht, ­bekam aber eine Absage. Nun scheint Atalanta-Bergamo-Coach Gian Piero Gasperini in der Pole-Position. Stadtrivale Lazio Rom gewann zwar am Mittwoch den Cupfinal gegen Atalanta. Dies gibt Simone Inzaghi aber noch lange keine Jobgarantie bei dem für seine Launen bekannten Lazio-Patron Claudio Lotito. Der 43-jährige Inzaghi, jüngerer Bruder von Ex-Milan-Stürmer Filippo, wird mit Juventus und Milan in Verbindung gebracht.

Serie A. 37. Runde. Samstag, 15.00: Udinese – SPAL Ferrara, – 18.00: Genoa – Cagliari. – 20.30: Sassuolo – AS Roma. -Sonntag, 12.30: Chievo Verona – Sampdoria Genua. – 15.00: Empoli – Torino. Juventus Turin – Atalanta Bergamo. Parma – Fiorentina. – 18.00: AC Milan – Frosinone. – 20:30: Napoli – Inter Mailand. -Ranglistenspitze: 1. Juventus Turin 89. 2. Napoli 76. 3. Inter Mailand 66. 4. Atalanta Bergamo 65. 5. AC Milan 62. 6. AS Roma 62. 7. Torino 60. 8. Lazio Rom 58.

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