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Tabubruch: Ein Fussballer spricht über seine Depressionen

Eine Mischung aus Verletzungsfrust und persönlichen Schicksalsschlägen hat den englischen Nationalspieler Danny Rose in eine Depression gestürzt. Unmittelbar vor der WM wagt er den Schritt an die Öffentlichkeit.
Sergio Dudli
Danny Rose (rechts) im WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland. (Bild: Freshfocus)

Danny Rose (rechts) im WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland. (Bild: Freshfocus)

Bei Danny Rose war in der abgelaufenen Spielzeit auf dem Platz der Wurm drin. Der Aussenverteidiger von Tottenham war einer der Leistungsträger der Vorsaison und auch in der englischen Nationalmannschaft gesetzt. Doch dann zog er sich eine hartnäckige Knieverletzung zu. Diese veränderte alles.

Die Verschwiegenheit des Danny Rose

Nachdem ihm die Ärzte empfohlen hatten, sich keiner Operation zu unterziehen, schuftete der 27-Jährige an seinem Comeback. Doch die Fortschritte blieben aus. Das Ergebnis: Rose musste doch unter das Messer. Acht Monate lang fiel er verletzt aus. Der Frust sollte sich in dieser Zeit anstauen an. Und auch neben dem Sportlichen erlitt der dunkelhäutige Rose Rückschläge:

«Mitten in der Reha nahm sich mein Onkel das Leben, dazu wurde meine Mutter rassistisch beleidigt und mein Bruder mit einer Waffe bedroht.»

Die Ärzte von Tottenham überwiesen den in ein Loch gefallenen Rose zu einem Psychologen. Der stellte die Diagnose, dass der Engländer an Depressionen leidet. Rose hielt dies lange unter Verschluss - bis er kurz vor dem Abflug an die WM nach Russland in mehreren britischen Zeitungen über die vergangenen Monate spricht:

«Ich habe es weder meiner Mutter noch meinem Vater erzählt. Sie werden wahrscheinlich wütend sein, dass sie es aus der Zeitung erfahren. Das ist das erste Mal, dass ich darüber spreche.»

Ein Dank an die Nationalmannschaft

Vor allem die lange Verletzungszeit setzte Rose zu. Er habe in dieser Zeit weder in die Reha noch auf den Fussballplatz gewollt. «Ich war sehr reizbar, hatte den Spass an vielen Dingen verloren. Ich bin dankbar, haben mich die Ärzte zu einem Psychologen geschickt.»

Anzeichen für Depressionen

Es gibt viele Symptome, die Anzeichen einer depressiven Erkrankung sein können. Dazu gehören unter anderem Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, Hoffnungslosigkeit, Angstzustände und Schuldgefühle.

Während mehrerer Monate nahm Rose Antidepressiva zu sich. «Ausser meinem Agenten wusste keiner davon.» Mittlerweile nehme er keine Medikamente mehr. Einen speziellen Dank richtete Rose an die englische Nationalmannschaft:

«Ich spielte zuletzt selten im Club, war hier aber immer willkommen. Die Aussicht, an der WM spielen zu können, hat meine Heilung vorangetrieben.»

Jetzt steht der Fokus auf dem Fussball

Für seinen Gang an die Öffentlichkeit erhielt Rose viel Zuspruch. Neben zahlreichen anerkennenden Worten von Anhängern gab es auch Reaktionen aus der Sportwelt. So twittere etwa Gary Lineker, langjähriger Captain des Nationalteams und heutiger BBC-Moderator:

Nach der schwierigen Zeit steht der Fokus bei Danny Rose nun endlich wieder auf dem Fussball. Die Vorfreude auf die WM beim 27-Jährigen ist gross: «Es geht mir wieder gut und ich bin gespannt zu sehen, wie weit wir an dieser Endrunde kommen können.» Wenn Rose auf die vergangenen Monate zurückblickt, macht er vor allem einen entscheidenden Moment aus:

«Der Schritt, zu einem Psychologen zu gehen, hat mir sehr geholfen, dass Ganze zu verarbeiten.»

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