TABELLENKELLER: Kölns kleines Lebenszeichen

Letzter Platz, 1:13 Tore, aber der erste Punktgewinn. Das 0:0 am 6. Bundesliga-Spieltag in Hannover löst beim 1. FC Köln bereits gute Gefühle aus. Hamburg wirkte in Leverkusen beim 0:3 angeschlagen.

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Der 1. FC Köln mit Jhon Cordoba (unten) ist in der Bundesliga weiter im Krebsgang. (Bild: Peter Steffen/KEY)

Der 1. FC Köln mit Jhon Cordoba (unten) ist in der Bundesliga weiter im Krebsgang. (Bild: Peter Steffen/KEY)

Kölns Publikum ist die gute Laune längst vergangen. Fünf Niederlagen in Folge, jämmerliche Quoten im Angriff, Hohn und immer wieder Spott. Ob das torlose Remis gegen das ungeschlagene und viertklassierte Hannover den dringend benötigten Aufschwung bedeutet, wird sich weisen. In der Abwehr verhielt sich der Tabellenletzte vorteilhafter als in den letzten Wochen des Grauens, aber die Kreativabteilung ist weiterhin ausser Betrieb. Der China-Deal von Anthony Modeste, in der letzten Saison für 25 von 51 Kölner Toren verantwortlich, hat die Offensive aus der Balance gebracht. In der Domstadt werfen Kritiker dem Sportchef Jörg Schmadtke vor, das üppige Schmerzensgeld von 30 Millionen nicht sonderlich gut angelegt zu haben. Das unspektakuläre Ergebnis redeten die Kölner Verantwortlichen selbstverständlich schön: «Die Art und Weise lässt auf mehr hoffen», meinte Goalie Timo Horn und riet, weiterhin ruhig zu bleiben. Der Vorstand jedenfalls verbreitet keine Panik. Aufstiegs-Trainer Peter Stöger sitzt weiterhin fest im Sattel – wohl auch wegen eines bis 2021 fixierten Vertrags. Hannover dürfte die erste leichte Enttäuschung problemlos verkraften. Die Position vier nach sechs Runden ist weit mehr, als die Experten dem Neuling mit dem unruhigen Umfeld zugetraut hätten. Die Spekulationen, dass es zwischen dem Schweizer Verwaltungsratsmitglied Martin Andermatt und Sportdirektor Horst Heldt Friktionen gebe, wurden thematisiert. In der Kaderplanung sei es zu Differenzen gekommen, behaupteten verschiedene Portale. Heldt ging in einem «Sky»-Interview nicht auf die Mutmassungen ein, betonte aber mit einem süffisanten Lächeln, «das letzte Wort im Transferbereich habe ich. Das ist keine Neuigkeit.»

Hamburgs Negativserie

Markus Gisdol ist seit über einem Jahr Trainer in Hamburg, die Fortschritte unter ihm sind minimal. Die Rettung des permanent gefährdeten Teams rechnen sie dem Trainer hoch an. Nach dem Doppelsieg zu Beginn der Meisterschaft wähnte sich der HSV auf dem Weg zur Besserung und irrte sich. In Leverkusen verlor der HSV 0:3. Hamburg ist auf Platz 15 im Tabellenkeller gelandet und hat in den letzten 360 Spielminuten null Punkte geholt, mit einem Torverhältnis von 0:10.