Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Sympathischer als die Königsklasse: Die Schweizer Delegation in der Europa League

Mit den Young Boys, dem FC Basel und dem FC Lugano kämpfen in der Europa League gleich drei Schweizer Vereine um Geld, Prestige und Punkte im Uefa-Ranking. Nicht alle konnten dabei auf das Losglück zählen.
Markus Brütsch
YB stolperte in den Champions-League-Playoffs über Belgrad – können Fabian Lustenberger und Co. in der Europa League punkten? (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

YB stolperte in den Champions-League-Playoffs über Belgrad – können Fabian Lustenberger und Co. in der Europa League punkten? (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Die Europa League hat sich zu einem hübschen Produkt gemausert. Spätestens seit der europäische Verband 2009 den Uefa-Cup mit einem neuen Format in die Europa League überführt hat, ist aus dem «Cup der Verlierer» (Franz Beckenbauer, 1995) ein ganz ansehnlicher, vielleicht sogar superber Wettbewerb geworden.

Gewiss, der Goldesel Champions League überstrahlt noch immer alles im Klubfussball. Aber die Europa League hat längst ihre Nische gefunden und ist mit ihrem speziellen Charme – sie ist bescheidener und weniger elitär – manchem Fussballfreund sympathischer als die aufgetakelte Königsklasse.

Zu bieten hat sie gleichwohl einiges. Man braucht sich nur einmal das Line-up dieser Spielzeit anzuschauen. Manchester United, Arsenal, Lazio, die Roma, Mönchengladbach, Frankfurt und Sevilla sind keine Laufkundschaft. Da ist es schon ein grosser Wermutstropfen, dass das Schweizer Fernsehen pro Runde nur ein Spiel live zeigen und nicht einmal frei auswählen kann. So ist heute die Partie Kopenhagen – Lugano statt des Knüllers Porto – YB zu sehen.

Young Boys

«Ich freue mich extrem darauf» - trotz Aussenseiterrolle kann YB-Spieler Saidy Janko das Duell gegen den FC Porto kaum erwarten. (Bild: Keystone)

«Ich freue mich extrem darauf» - trotz Aussenseiterrolle kann YB-Spieler Saidy Janko das Duell gegen den FC Porto kaum erwarten. (Bild: Keystone)

Gerade was YB betrifft, ist die Europa League gewiss kein «Cup der Verlierer». Die Berner haben nämlich in dieser Saison in drei Wettbewerben noch nie verloren und sind in den Champions-League-Playoffs gegen Roter Stern mit zwei Unentschieden sehr unglücklich ausgeschieden.

Ein kleiner Trost: Die Europa-League-Gruppe mit YB könnte genauso gut eine in der Königsklasse sein. Mit Porto, den Glasgow Rangers, Feyenoord Rotterdam und YB kommt eine geballte Tradition zusammen. Dass sich die Fans darüber freuen, beweist der Ticketverkauf. 23 000 Packages sind abgesetzt.

Das erste Spiel in Porto dürfte das schwierigste sein. Und für Aussenverteidiger Saidy Janko das speziellste, wurde er doch vom FC Porto an YB ausgeliehen. «Das ist ein europäischer Topklub», sagt der frühere Schweizer U-21-Internationale, «aber ich freue mich extrem darauf.»

Prognose: Porto wird für YB eine Nummer zu gross sein. Doch die Berner sind stärker als die Glasgow Rangers sowie Feyenoord und werden Zweite.

FC Basel

Valentin Stocker darf sich mit dem FCB Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen: Sportchef Ruedi Zbinden spricht von einer Gruppe, in der alles möglich sei. (Bild: Keystone)

Valentin Stocker darf sich mit dem FCB Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen: Sportchef Ruedi Zbinden spricht von einer Gruppe, in der alles möglich sei. (Bild: Keystone)

Der FCB hat in der Champions League oft entzückt und für unvergessliche Abende gerade im St.-Jakob-Park gesorgt. Am weitesten vorgestossen ist er aber in der Europa League, als er 2013 unter Trainer Murat Yakin im Viertelfinal Tottenham Hotspur aus dem Wettbewerb warf und erst im Halbfinal am FC Chelsea scheiterte. Das war einer der grössten Erfolge des Schweizer Klubfussballs überhaupt.

Jetzt bekommen es die Basler mit Krasnodar, Getafe und Trabzonspor zu tun. Sportchef Ruedi Zbinden spricht von einer Gruppe, in der alles möglich sei. «Wenn wir eine Chance aufs Weiterkommen haben wollen, müssen wir in den Heimspielen punkten. Ich hoffe, wir können gegen Krasnodar für eine Stimmung wie beim Sieg gegen Eindhoven sorgen.» Zbinden betrachtet die Europa League auch als Plattform für die FCB-Profis, um sich für interessante Transfers zu empfehlen.

Prognose: Nach einem harten Kampf bis zum letzten Spieltag wird der FC Basel hinter Getafe, aber vor Krasnodar und Trabzonspor Gruppenzweiter.

FC Lugano

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren konnte sich der FC Lugano für die Gruppenphase qualifizieren. «Darauf sind wir stolz», sagt Verteidiger Fabio Daprelà (r.). (Bild: Keystone)

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren konnte sich der FC Lugano für die Gruppenphase qualifizieren. «Darauf sind wir stolz», sagt Verteidiger Fabio Daprelà (r.). (Bild: Keystone)

Zum zweiten Mal nach 2017 hat sich der FC Lugano für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. «Darauf sind wir stolz», sagt Verteidiger Fabio Daprelà. Vor zwei Jahren schlugen sich die Tessiner gegen Hapoel Beer Sheva, Steaua Bukarest und Viktoria Pilsen mit drei Siegen gut und verpassten das Weiterkommen nur um einen Punkt.

Jetzt sind die Gegner mit dem FC Kopenhagen, Dynamo Kiew und Malmö FF vielleicht sogar noch eine Spur stärker einzuschätzen. «Wir sind Aussenseiter und wollen eine gute Figur machen», sagt Daprelà. «Wir freuen uns auf diese Spiele.»

Der 28-Jährige räumt aber ein, dass es ein Nachteil sei, die Partien wegen des nicht europacuptauglichen Cornaredo in St. Gallen auszutragen. «Die Reiserei wird Substanz kosten. Aber vielleicht helfen gute Resultate in der Europa League, um in der Super League wieder in die Spur zu finden», hofft Daprelà.

Prognose: Der FC Lugano wird besser spielen als in der Super League, aber für mehr als Platz 3 hinter Kopenhagen und Dynamo Kiew reicht es nicht.

Für Schweizer Klubs finanziell attraktiv

48 Klubs aus 26 Ländern nehmen heute die Route in Richtung der polnischen Hafenstadt Danzig in Angriff. Dort wird 252 Tage später der Final in der Europa League ausgetragen. Dem Sieger winkt ein direkter Startplatz in der Champions League 20/21. Insgesamt werden 510 Millionen Euro an Prämien ausgeschüttet. Weil das lediglich einem Viertel von dem entspricht, was in die Königsklasse fliesst, mögen die Europa-League-Gelder den Klubs aus den ganz grossen Ligen wie Peanuts vorkommen, gerade aber für Schweizer Vereine sind sie Gold wert. «Für uns ist dieser Wettbewerb wirtschaftlich schon sehr wichtig», sagt FCB-Sportchef Ruedi Zbinden. Das ist bei YB und Lugano nicht anders. YB-CEO Wanja Greuel sagt in der «Berner Zeitung», dass «Einnahmen aus europäischen Wettbewerben ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells» seien. An Antrittsprämien bekommen die Klubs je 2,92 Millionen Euro. Dazu erhält YB dank der Zehnjahresrangliste 2,2 Millionen und der FCB gar 3,1. Lugano muss sich mit 0,4 zufriedengeben. Für einen Sieg gibt es in der Gruppenphase 570 000 Euro, für ein Remis 190 000. Die Gruppensieger erhalten eine Million, die Zweitplatzierten 500 000 Euro. Dazu kommen noch die Matcheinnahmen sowie Erlöse aus Werbung und vom Fernsehen. So ist es für Schweizer Klubs möglich, Gelder im guten zweistelligen Millionenbereich zu generieren. Doch es geht nicht nur um Direkteinnahmen. Die abgestürzte Schweiz braucht durch YB, den FCB und Lugano viele Punkte, um im Uefa-Ranking Boden gutzumachen

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.