Svindal fühlt sich gut genug

SKI ALPIN. Kjetil Jansrud hat in diesem Winter bereits fünf Weltcuprennen gewonnen und geht heute als Topfavorit ins Rennen – und trotzdem war er beim Medientreffen des norwegischen Teams nur ein Statist.

Stefan Klinger/Beaver Creek
Drucken
Teilen

SKI ALPIN. Kjetil Jansrud hat in diesem Winter bereits fünf Weltcuprennen gewonnen und geht heute als Topfavorit ins Rennen – und trotzdem war er beim Medientreffen des norwegischen Teams nur ein Statist. Denn wenige Meter neben Jansrud stand Aksel Lund Svindal und zog die Aufmerksamkeit auf sich. Immerhin verkündete der 32-Jährige, dass er nicht einmal vier Monate, nachdem er sich beim Fussballspielen die linke Achillessehne gerissen hatte, an der WM in Beaver Creek sein Comeback gibt. «Ich habe zuletzt eine Woche in Aspen trainiert, wo es von Tag zu Tag besser ging», sagte Svindal, «am Sonntag bin ich zum ersten Mal bei schlechten Bedingungen gut gefahren – da habe ich dann gesagt: Wir fahren nach Beaver Creek. Jetzt fühle ich mich gut genug, um wieder anzutreten.» So gut, dass er gestern im ersten WM-Abfahrtstraining – bei Redaktionsschluss war dieses noch nicht beendet – startete. Ja sogar so gut, dass er aller Voraussicht nach auch im Super-G von heute und in der Abfahrt am Samstag antritt.

Plastik im Schuh entfernt

Was Svindal, dem sie den Plastik auf der Innenseite des Schuhs entfernten, damit seine nun viermal grössere Ferse genug Platz hat, jedoch Sorgen bereitet: Dem Super-G-Olympiasieger von 2010 und fünffachen Weltmeister fehlt die Routine im Umgang mit hohen Geschwindigkeiten.

Wenn er aber am Start steht, ist alles möglich. Erst recht in Beaver Creek, auf einer seiner Lieblingspisten, wo er schon fünf Weltcuprennen gewonnen hat. Am 27. November 2007 erlebte Svindal in Beaver Creek allerdings auch den schlimmsten Moment seiner Karriere. Im Training verlor er kurz vor einem Sprung das Gleichgewicht und hob mit einer Geschwindigkeit von über 100 Kilometern pro Stunde ab. Als er nach mehr als 50 Metern in der Luft auf den Boden knallte, erlitt er mehrere Knochenbrüche im Gesicht und eine tiefe Risswunde am Gesäss. Die Folge: eine mehrmonatige Pause und vorübergehend viele Beschwerden im Alltag.

Ärzte glaubten nicht an Start

Sieben Jahre später scheint er nun in Beaver Creek einen Höhepunkt zu erleben – selbst wenn es nicht für eine Medaille reicht. «Viele, die sich mit so einer Verletzung auskennen, haben mir im Oktober gesagt, dass die WM-Rennen zu früh kommen, dass ich es bis dahin nicht schaffen würde», sagte Svindal, «also wäre es für mich auch ohne Medaille ein Erfolgserlebnis, dass ich hier gestartet bin.»

Aktuelle Nachrichten