Sutil muss sich verbessern

Seit acht Monaten wartet das Sauber-Team auf WM-Punkte. Nico Hülkenberg hat sich 2013 als Achter in Brasilien in Richtung Force India verabschiedet. Sein Nachfolger Adrian Sutil ist bisher einiges schuldig geblieben.

Peter Lattmann
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AUTOMOBIL. Dem Sauber-Team bietet sich auf dem Hungaroring bei Budapest am Sonntag eine letzte Chance, doch noch mit WM-Punkten in die vorgeschriebenen Sommerferien entlassen zu werden. Der elfte Platz von Adrian Sutil beim Auftakt in Melbourne ist das bisher beste Saisonresultat geblieben. Zehn WM-Rennen in Folge ohne Top-10-Klassierung bedeuten einen Negativrekord in der 22jährigen Formel-1-Geschichte des Hinwiler Rennstalls, für den es mehrere Gründe gibt.

Der mit bescheidenen Mitteln entwickelte C33 ist die wohl am wenigsten ausgereifte Konstruktion, die Sauber je in eine WM geschickt hat, und zudem sehr schwierig zu fahren. Der komplizierte V6-Antriebsstrang von Ferrari ist markant schwächer als das Mercedes-Triebwerk, über das vier Teams verfügen, und auch weniger gut als die Konstruktion von Renault, die Red Bull immerhin sechsmal aufs Podest geführt und auch Toro Rosso und Lotus zu vereinzelten Punkten verholfen hat. Von der Technik verraten, hat sich auch die Sauber-Mannschaft ungewohnte Fehler erlaubt. Die Boxenarbeit war nicht immer über jeden Zweifel erhaben, und ausgerechnet dann, wenn es darauf ankam, sündigten auch die Fahrer. Die beste Gelegenheit für WM-Punkte wurde in Monaco durch Fahrfehler vergeben. Auch vor einer Woche in Hockenheim wäre einiges mehr möglich gewesen als der 14. Platz von Gutiérrez.

Bestätigung möglich

Noch ist aber nichts verloren: Sauber ist nicht nur höher als Caterham und Marussia einzustufen, sondern inzwischen auch höher als Lotus. Die neunte Position in der Hierarchie ist für Sauber auch in diesem schwierigen Jahr Pflicht, die achte mit einer besseren zweiten Saisonhälfte gut möglich und die siebte das Fernziel, mit dem das Vorjahresergebnis bestätigt werden könnte. Von Podestplätzen wie 2006 und 2007 mit Nick Heidfeld und 1997 mit Johnny Herbert träumt das Schweizer Team diesmal in Ungarn nicht. Schon ein zehnter Rang wäre Balsam auf die offenen Wunden. Das letzte gute Sauber-Ergebnis auf dem Hungaroring liegt allerdings auch schon vier Jahre zurück. 2010 kamen Pedro de la Rosa als Siebter und Kamui Kobayashi als Neunter ins Ziel. «Seit Silverstone geht es aufwärts. In Hockenheim konnte ich erstmals längere Zeit mit den Force Indias und den Toro Rossos kämpfen. Wenn es so weiter geht, muss es endlich einmal klappen», sagt Adrian Sutil. «Mit einer geschickten Strategie ist auf dem rauhen Asphalt des Hungarorings vieles möglich.»

Sutil droht Rekord

Nach dem Team droht auch dem 31jährigen deutschen Fahrer ein wenig schmeichelhafter Rekord. Sutil startet in Mogyorod zu seinem 120. WM-Lauf in der Formel 1 und muss mit einem vierten Platz in Monza 2008 als Bestergebnis weiter auf das erste Formel-1-Podest warten. Noch länger ohne Podestplatz geblieben ist einzig Pier-Luigi Martini. Der Italiener hat 122 Anläufe genommen und ist auch nur Vierter geworden.

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