Super League
St.Gallen und YB müssen am Samstag auf mehrere Spieler verzichten – und ihre Cup-Auftritte verarbeiten

Wenn der FC St.Gallen morgen Abend um 18 Uhr die Young Boys empfängt, wird unter anderem Nicolas Lüchinger fehlen. Doch auch die Berner haben Sorgen.

Renato Schatz
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Nicolas Lüchinger bei der 1:2-Niederlage des FC St.Gallen in der achten Runde in Bern.

Nicolas Lüchinger bei der 1:2-Niederlage des FC St.Gallen in der achten Runde in Bern.

Bild: Peter Schneider/Keystone

«Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Chiasso», sagte der St.Galler Trainer Peter Zeidler an der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die Young Boys. Das wird es allein deshalb, weil der FC St.Gallen bis Freitagmittag rund 16500 Tickets abgesetzt hat. In Chiasso waren noch 400 Zuschauerinnen und Zuschauer zugegen. Zeidler meinte aber vielmehr das, was auf dem Rasen passieren wird. «YB wird häufig den Ball haben», sagte er. Das kommt dem FC St.Gallen mit seinem Pressing entgegen.

«Nicht jeder erwartet von uns, dass wir das Spiel gewinnen», sagte Zeidler dann über die Erwartungshaltung. Dieses Mal ist man sich einig. Vergangenen Mittwoch, als St.Gallen im Cup-Achtelfinal auf den Promotion-League-Klub Chiasso traf, war das nicht so. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass Zeidler den 2:1-Sieg nach Verlängerung als «grosses Erfolgserlebnis» wertete und auf Kritik am Auftritt in Chiasso so reagierte: «Sollen wir uns dafür entschuldigen, dass wir gewonnen haben?»

Eine Entschuldigung wäre freilich nicht nötig, sollte der FC St.Gallen als Sieger gegen die Young Boys vom Platz gehen. YB ist der Serienmeister und Champions-League-Teilnehmer, der in den vergangenen 26 Ligaspielen nur einmal gegen die St.Galler verloren hat.

Stergiou kann weiterhin nicht trainieren

Die St.Galler, die überdies auf drei Viertel ihrer Stammverteidigung verzichten müssen. Der Klub gab gestern bekannt, dass er bis Jahresende ohne seinen rechten Aussenverteidiger Nicolas Lüchinger auskommen muss. Der 27-Jährige verletzte sich beim Cupspiel in Chiasso an der Schulter. Er wird heute operiert. Michael Kempter zog sich beim letzten Heimspiel gegen Servette einen Adduktorenriss zu und wird bekanntlich ebenfalls in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen. Und auch Leonidas Stergiou steht Zeidler weiterhin nicht zur Verfügung. Die Entzündung am Fuss ist noch nicht abgeklungen, er kann nach wie vor nicht mittrainieren.

Aber auch David Wagner, dem Trainer der Young Boys, fehlen mehrere Spieler, darunter Stammspieler wie Fabian Lustenberger, Jean-Pierre Nsame, Cédric Zesiger, Silvan Hefti und David von Ballmoos, der sich unter der Woche in Lugano verletzte. Weil auch Ersatztorwart Guillaume Faivre angeschlagen ist, könnte erneut Abdullah Laidani zwischen den Pfosten stehen. Der 18-Jährige wurde in Lugano, wo YB seinen Cup-Achtelfinal verlor, eingewechselt. Vielleicht zahlen die Berner den Preis dafür, dass sie in dieser Saison bereits 22 Pflichtspiele absolviert haben. Die St.Galler kommen auf deren 14. Ob sie für einmal mehr Luft haben in der Schlussphase einer Partie?

Müde dürfte Alessio Besio sein, der am Donnerstag mit der Mannschaft um vier Uhr morgens in St. Gallen eintraf. Und dreieinhalb Stunden später eine Prüfung in der Kanti schreiben musste. Die nächste folgt gegen YB.

Mögliche FCSG-Formation:

Zigi; Cabral, Nuhu, Fazliji, Traorè; Görtler, Diakité, Youan; Ruiz; Duah, Schubert.

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