Beschimpfung
«Es konnte eine beschuldigte Person ermittelt werden»: Das sagt die St.Galler Staatsanwaltschaft nach dem Rassismus-Vorfall am FCSG-Spiel gegen Sion

Der Sittener Goalie Timothy Fayulu wurde nach dem 1:1 gegen St.Gallen Ende August mutmasslich rassistisch beleidigt. Für eine Bestrafung fehlen Beweise, daher stellt die Liga das Verfahren ein. Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat den Vorfall ebenfalls untersucht und mittlerweile eine beschuldigte Person ermittelt.

Renato Schatz/Alexandra Pavlović Jetzt kommentieren
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Timothy Fayulu nach dem Spiel gegen den FC St.Gallen in der vierten Runde.

Timothy Fayulu nach dem Spiel gegen den FC St.Gallen in der vierten Runde.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Am 21. August empfing der FC St.Gallen den FC Sion, der in der Nachspielzeit zum 1:1 ausglich. Es fielen keine weiteren Tore. Dafür mutmasslich unschöne Worte. Der Sittener Goalie Timothy Fayulu soll rassistisch beleidigt worden sein. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) hat deshalb eine Untersuchung eingeleitet. Am Dienstagmorgen gibt sie bekannt, dass der FC St.Gallen nicht verurteilt werde.

Auch wenn die Kommission keinen Anlass habe, an den Schilderungen von Sions-Goalie Timothy Fayulu zu zweifeln, beruhe der Rassismus-Vorwurf auf den Aussagen einer einzelnen Person und könne nicht zweifelsfrei belegt werden, schreibt die SFL. Weiter:

«Aus diesem Grund erachtet die Disziplinarkommission eine Verurteilung des FC St.Gallen als nicht gerechtfertigt und stellt das Verfahren ein.»

Sion-Goalie angeblich als «Monkey» beschimpft

Gemäss Fayulus Aussagen soll er erst mit Bier und Feuerzeugen beworfen worden sein, dann rassistisch als «Monkey» beschimpft worden.

FCSG-Präsident Matthias Hüppi verurteilte den Vorfall damals scharf. An einer Pressekonferenz sagte er: «Wir wollen solche Leute nicht im Stadion. Es ist ein Thema, das mich persönlich die ganze Woche beschäftigt hat. Es ist ein Thema, das mir persönlich wichtig ist.» Der Klub schreibt nun auf Anfrage, dass er es begrüsse, dass der Vorfall nun abgeschlossen sei und die SFL von einer Bestrafung absehe. Er habe die Liga und die Behörden überdies mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt, um zur Aufklärung des Vorfalls beizutragen. Und:

«An dieser Stelle betonen wir nochmals, dass wir jegliche Form von Diskriminierung aufs Schärfste verurteilen und niemals tolerieren werden.»

Neben der Liga, untersucht auch die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen den Vorfall, wie sie Ende August auf Anfrage bestätigte. Grund: Eine Anzeige gegen Unbekannt war eingegangen. Die Anzeige war damals von Sion-Goalie Fayulu, dem Opfer des mutmasslichen rassistischen Übergriffs, eingereicht worden. Die Staatsanwaltschaft sagt auf Anfrage:

«Bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen ist ein Strafverfahren pendent wegen Verdachts der Diskriminierung, wobei mittlerweile eine beschuldigte Person ermittelt werden konnte.»
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