«Suchen nach Erklärungen»

EISHOCKEY. Dass der HC Thurgau wieder in den Niederungen der NLB mitspielt, frustriert auch Captain Ronny Keller und den anfangs Saison neu zum HCT gestossenen Keeper Pascal Caminada.

Ruedi Stettler
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HCT-Captain Keller (l.) und Caminada wehren sich kräftig. (Bild: Mario Gaccioli)

HCT-Captain Keller (l.) und Caminada wehren sich kräftig. (Bild: Mario Gaccioli)

Trainer Emanuel Marbach war gestern nach dem Training sehr zuversichtlich: «Das Team hat diese Woche mit vier Einheiten sehr engagiert mit gemacht. Wir wollen nach dieser Pause so quasi einen Neustart mit neuer Freude am Eishockey lancieren.» Hoffentlich gelingt das.

Die Statistik lügt meist nicht. Da hat der HCT in 19 Runden gleich 14 Niederlagen nach regulärer Spielzeit kassiert und mit 85 am meisten Gegentreffer der NLB. Die Abwehr des Schlusslichtes ist also viel zu durchlässig. Dagegen wehrt sich Verteidiger und Captain Ronny Keller: «Unbestritten ist, dass wir viel zu viele individuelle Fehler begehen. Auch ich bin mit meinen Leistungen längst nicht immer zufrieden. Aber den Misserfolg nur auf die Defensive abzuwälzen, funktioniert nicht. Der ganze Block muss harmonieren, wenn da etwas nicht stimmt, geraten wir ins Schwimmen.»

Verunsicherung ist da

Woran liegt diese Misere? «Wir alle suchen nach Erklärungen. Fakt ist, dass wir öfters dumme Strafen kassieren und uns deshalb fast schon selber schlagen. Da müssen wir auch den Hebel ansetzen.» Eine gewisse Verunsicherung spürt man Keller an, denn er ist der Meinung, dass das Team gut verstärkt wurde. Auch die beiden Ausländer nimmt er in Schutz: «Man darf nicht nur auf ihnen herumhacken.» Aber Keller ist klar, dass der HCT zu wenig Tore schiesst. Bisher erst 50 und nur Sierre (46) und die GCK Lions (49) trafen schlechter. Aber die Walliser haben sieben und die Zürcher vier Zähler mehr ergattert als die «Leuen». Unerklärlich ist allen Akteuren das oftmalige krasse Nachlassen im letzten Drittel.

Optimist Caminada

Nach der kurzfristigen Verpflichtung von Cristobal Huet hatte Pascal Caminada bei Lausanne seine Nummer eins verloren und suchte nach einer Alternative. Der HCT bot sie ihm gleich mit einem Drei-Jahres-Vertrag. Kam der Glattbrugger nun vom Regen in die Traufe? «Natürlich habe ich gewusst, dass es für mich nicht einfacher wird. Im Moment schaut es für uns nicht gut aus, aber ich bin grundsätzlich ein Optimist. Der letzte Platz der Rangliste gibt nicht immer die Wahrheit wider.»

Schaut Caminada kurz auf die bisherigen 19 Durchgänge zurück, gibt ihm das zu denken: «Wir haben in vielen Partien eigentlich gut mitgehalten. Aber dann haben sich Fehler eingeschlichen, welche von den Gegnern eiskalt ausgenützt wurden. In dieser Beziehung müssen wir cleverer agieren. Nicht nur vor dem eigenen, sondern auch vor dem gegnerischen Gehäuse.» Am besten schon am Dienstag gegen die GCK Lions.

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