Streit um Fernsehbilder

Fussball. Der Streit um die Unterdrückung unliebsamer TV-Bilder durch die Uefa geht nach der EM in die nächste Runde. SRG-Generaldirektor Armin Walpen kritisiert die Bildauswahl.

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Am Wochenende wandte sich Armin Walpen in diversen Interviews gegen «jede Zensur von Sportübertragungen». Die grossen Sportverbände versuchten zunehmend, sich mit eigenen Produktionsfirmen die Hoheit über Bild und Ton zu sichern, sagte Walpen gegenüber der «Sonntags-Zeitung». Von Dritten ausgewählte Bilder seien aus Sicht der journalistischen Unabhängigkeit «mehr als problematisch». Auch in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens kritisierte Walpen die Bildauswahl der Uefa.

Uefa rechtfertigt sich

Bis anhin wurden den Fernseh-Zuschauern Vorfälle im Stadion wie das Abbrennen von Rauchpetarden und das Übertreten von Sicherheitszonen durch Anhänger vorenthalten. Die Uefa rechtfertigte dies damit, man wolle «den Chaoten keine Plattform» bieten. Ausserdem seien solche Bilder «nicht relevant». Die Vorgaben werden aber möglicherweise nicht konsequent gehandhabt, wie die Übertragung des Spiels Deutschland – Kroatien zeigte. Nach dem ersten Tor der Kroaten zeigte das deutsche Fernsehen ARD vier Sekunden lang Petarden-Bilder aus dem kroatischen Fansektor. Allerdings steht nicht fest, ob die Bilder mit dem internationalen Signal der Uefa übermittelt oder mit Hilfe der ARD-Zusatzkameras eingespiesen wurden.

Auch ORF unzufrieden

Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich ist über die Bilder-Hoheit der Uefa nicht glücklich. «Das Ganze hat eine tiefere Problematik angenommen. Man muss überlegen, ob man das weiter so akzeptieren kann», sagte ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser. Weiter sagte er, dass bei den bisherigen Spielen bis auf einen Flitzer bei der Partie Österreich – Kroatien sowie Szenen mit bengalischem Feuer bei einem andern Spiel «nichts Gravierendes ausgelassen wurde». (sda)

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