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Wirbel um Ajeti-Transfer – jetzt spricht Ex-FCSG-Präsident Hernandez: «Es war uns lieber, die ganze Transfersumme zu erhalten, als auf Geld zu hoffen, das eventuell gar nie kommt»

Die frühere Führung des FC St.Gallen glaubte wegen der Verletzungsanfälligkeit Albian Ajetis nicht an dessen Durchbruch. Auch deshalb verkaufte sie den Stürmer ohne Weiterbeteiligungsklausel an den FC Basel.
Patricia Loher
Der FC St.Gallen verkaufte Albian Ajeti (links) im Herbst 2017 ohne Weiterbeteiligungsklausel an den FC Basel. (Bild: Benjamin Manser)

Der FC St.Gallen verkaufte Albian Ajeti (links) im Herbst 2017 ohne Weiterbeteiligungsklausel an den FC Basel. (Bild: Benjamin Manser)

Stefan Hernandez will die Vorwürfe, die zuletzt um den Transfer Albian Ajetis aufgekommen sind, nicht unwidersprochen stehen lassen. Und: «Die heutige Führung macht aus meiner Sicht einen ausgezeichneten Job.»

Der ehemalige Präsident des FC St.Gallen möchte jedoch begründen, weshalb die damalige Vereinsleitung beim Verkauf von Ajeti im Oktober 2017 nach Basel auf eine Weiterbeteiligung verzichtet hat. Er sagt:

«Die Aussage, wir hätten vergessen, so eine Klausel zu verankern, ist falsch.»

«Es war ein bewusster Entscheid, der damals korrekt war», sagt der Goldacher, der dem Club von Mai 2017 bis Dezember 2017 in unruhigen, von Machtkämpfen geprägten Monaten vorstand. Heute arbeitet der 51-Jährige für Grass & Partner als Geschäftsführer. Die Firma ist auf die Bereiche Karriere­entwicklung und Trennungs­management spezialisiert.

Das Seilziehen begann im Sommer 2017

Stefan Hernandez war 2017 für ein halbes Jahr Präsident des FC St.Gallen. Bild: Urs Bucher

Stefan Hernandez war 2017 für ein halbes Jahr Präsident des
FC St.Gallen. Bild: Urs Bucher

Der Schweizer Internationale Ajeti hat vor einigen Tagen für geschätzte zwölf Millionen Franken vom FC Basel zu West Ham in die englische Premier League gewechselt. Weil vom FC St.Gallen beim Verkauf nach Basel keine Weiterbeteiligung fixiert worden war – üblicherweise beträgt diese zehn Prozent –, floss kein Geld mehr in die Kasse der Ostschweizer.

Das Seilziehen um Ajeti zwischen Basel und St.Gallen begann im Sommer 2017, damals war noch Christian Stübi Sportchef der Ostschweizer. Hernandez mag nicht ausführen, weshalb und von welcher Seite diese ersten Verhandlungen abgebrochen wurden.

Nachdem die Basler ein zweites Mal an die St.Galler herangetreten waren – Ricky van Wolfswinkel hatte sich verletzt –, war die Beteiligung an einem nächsten Transfer jedenfalls ein Knackpunkt. Wie Recherchen ergaben, glaubte die damalige St.Galler Vereinsleitung nicht an einen Durchbruch des Stürmers, weil er ein hohes Verletzungspotenzial aufwies und seine Unzufriedenheit nach dem geplatzten Wechsel immer wieder kundtat. Deshalb gab sie im Ringen um die Weiterbeteiligung nach. Das bestätigt Hernandez indirekt:

«Es war uns aufgrund unserer Beurteilung von Ajeti lieber, die ganze Transfersumme zu erhalten, als auf Geld zu hoffen, das eventuell gar nie kommt. In Anbetracht der damaligen Fakten wurde das Maximum herausgeholt.»

Hätte der FC St.Gallen auf eine Beteiligung an einem Weiterverkauf gepocht, wäre die Transfersumme – es heisst, Ajeti sei Basel 3,1 Millionen Franken wert gewesen – tiefer ausgefallen. Allerdings: Es flossen nicht 3,1 Millionen Franken in die Kasse der Ostschweizer, sondern laut gut unterrichteter Quellen «nur» 2 Millionen Franken.

Fixe Übernahme war «schwer belastet»

Laut Hernandez war die fixe Übernahme Ajetis von Augsburg im Frühling 2017 «schwer belastet». Er spricht von einer hohen Weiterverkaufs-Beteiligung, die sich der Bundesligaclub habe zusichern lassen. Hernandez mag indes nicht bestätigen, dass diese Klausel 20 Prozent betragen haben soll. Ungewiss ist auch, ob sich beim Wechsel in die Ostschweiz noch andere Parteien eine Partizipation an einem nächsten Transfer Ajetis zusichern liessen. Anscheinend aber sollen die Berater des Stürmers bereit gewesen sein, beim Wechsel nach Basel auf Kommissionsgelder zu verzichten.

Insgesamt dürfte der Transfer des damals 20-jährigen Albian, der zuvor zehn Monate auf Leihbasis für die Ostschweizer gespielt hatte und der zudem Zwillingsbruder Adonis mitbrachte, St.Gallen mehr als eine Millionen Franken gekostet haben. Hochgerechnet also könnte die Zeit des talentierten Stürmers beim FC St.Gallen finanziell doch nicht das grosse Geschäft gewesen sein.

Der FC St.Gallen wollte 20 Prozent

Christian Stübi, damals St.Gallens Sportchef, hat die definitive Übernahme Albian Ajetis von Augsburg im Frühling 2017 abgewickelt. Zu den Details mag sich der gebürtige Goldacher nicht äussern. Was aber geschah danach? «Richtig ist, dass wir das erste Angebot aus Basel abgelehnt haben», sagt er. Das Gesamtpaket habe nicht gestimmt. «Uns war eine Weiterbeteiligung von zwanzig Prozent wichtig. Doch darauf wollte der FC Basel nicht eingehen.» Beim zweiten Angebot aus Basel und Ajetis anschliessendem Verkauf war Stübi nicht mehr Sportchef beim FC St. Gallen. Er trat im August 2017 nach internen Querelen zurück. (pl)

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