St.Otmar versilbert seine Saison

St. Otmar verliert das dritte Spiel im Playoff-Final gegen Kadetten Schaffhausen 22:37. Die Schaffhauser gewinnen die Serie mit 3:0 und holen den achten Meistertitel. St. Otmar holt trotz Niederlage das Maximum aus der Saison heraus.

Christof Krapf/Schaffhausen
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HANDBALL. Im Eishockey zieht der Verlierer des Playoff-Finals die Silbermedaille jeweils kurz nach der Übergabe aus. Schliesslich wird niemand gerne Zweiter – das silberne Stück Metall will keiner. Die St.-Otmar-Spieler behielten ihre Medaille, die sie nach dem 0:3 in der Playoff-Finalserie gegen Kadetten Schaffhausen erhielten, aber um den Hals. Dass die St. Galler die Saison auf Rang zwei abschliessen würden, hatte noch im Januar keiner für möglich gehalten – Silber war deshalb das Symbol einer gelungenen Saison.

St. Otmar hatte sich ins Playoff gezittert und sich dort im Halbfinal überraschend gegen Qualifikationssieger Pfadi Winterthur durchgesetzt. «Hätte mir jemand vor der Saison angeboten, dass wir in den Final kommen, hätte ich unterschrieben», sagte Kreisläufer Filip Pendic, der in der kommenden Spielzeit für Kadetten Schaffhausens NLB-Team spielen wird.

Es fehlen Qualität und Kraft

Im Final gegen Titelverteidiger Schaffhausen blieben die St. Galler chancenlos – das machte auch das 22:37 im dritten und letzten Spiel der Best-of-5-Serie deutlich. St. Otmar fehlten im Vergleich zu den Schaffhausern die Qualität und die Kraft. Kadetten-Trainer Markus Baur hingegen konnte es sich leisten, nach 20 Minuten seinen ganzen Rückraum ohne Qualitätseinbusse auszuwechseln – der Coach hat schliesslich 14 Profis in seinem Kader.

Bei St. Otmar hingegen mussten Jakub Szymanski, Vedran Banic und Tomas Babak durchspielen – die St. Galler hatten in den vergangenen zwei Wochen sieben Spiele bestritten und verfügten kaum noch über Kraftreserven. Weil Goalie Martin Galia – er war massgeblich für den Einzug in den Final verantwortlich – zudem mit einer Muskelverletzung in der Hüfte sechs Wochen ausfällt, fehlte den Gästen gestern ein sicherer Rückhalt. Jonas Kindler erledigte seine Aufgabe zwar ordentlich und spielte vor allem in der Startphase stark auf; Galias Ausfall kompensierte der 25-Jährige allerdings nicht.

St. Otmars kleine Siege

Den Kadetten genügte in Spiel drei eine abgeklärte Leistung, um zum achtenmal Meister zu werden. In den vergangenen sechs Jahren haben die Schaffhauser den Titel fünfmal geholt. St. Otmar hingegen musste sich mit einigen kleinen Siegen während des Spiels begnügen. Etwa, dass es seinen Gegnern in den ersten zehn Minuten kein Feldtor zugestand. Oder dass der erst 17jährige Goalie Jan Bischof – er spielt eigentlich im U19-Team – einen Penalty des ungarischen Starspielers Gabor Csaszar parierte. Auch ein herrlicher Gegenstoss-Pass von Goalie Kindler auf Jost Brücker zeigte, dass St. Otmar in dieser Saison vieles richtig gemacht hat.

Nachdem die Schlusssirene ertönt war, rief St. Otmars Trainer Predrag Borkovic seine Spieler sofort am Mittelkreis zusammen. «Ich habe ihnen gratuliert und gesagt, dass ich stolz auf sie bin. Noch vor einem halben Jahr hat niemand an uns geglaubt», sagte Borkovic. Den Titel hat er zwar nicht geholt. Mit Rang zwei hat St. Otmar aus der Saison aber das Beste gemacht. Deshalb können die Spieler verdientermassen die Medaille anbehalten.