St.Otmar und die offenen Fragen nach drei Heimniederlagen in Folge

St.Otmar unterliegt in der NLA-Finalrunde Suhr Aarau mit 27:30 (16:16). Vor allem in der zweiten Halbzeit spielen die St.Galler nicht wie eine Top-Mannschaft.

Ives Bruggmann
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Kein Durchkommen: St.Otmars Tobias Wetzel bleibt in der Aargauer Defensive hängen. (Bild: Urs Bucher/TAGBLATT)

Kein Durchkommen: St.Otmars Tobias Wetzel bleibt in der Aargauer Defensive hängen. (Bild: Urs Bucher/TAGBLATT)

Suhr Aarau ist die Mannschaft der Stunde der NLA-Finalrunde. Am anderen Ende der Skala befindet sich derzeit St.Otmar. Die Begegnung vom Sonntagabend in der Kreuzbleiche hat die gegenteiligen Formstände schonungslos aufgezeigt. Die Aargauer agierten selbstbewusst und fast fehlerfrei, während die St.Galler, vor allem in der zweiten Hälfte, eine blutleere, von Fehlern geprägte Leistung zeigte.

Die Vorentscheidung zu Gunsten von Suhr Aarau fiel in den Minuten vor und nach der Halbzeitpause. Hatte St.Otmar in der 28. Minute noch 16:13 in Führung gelegen, so drehten die Gäste den Spielstand kurz nach der Pause. Nach einem 8:1-Lauf hiess es plötzlich 21:17 für die Aargauer. Diesem Rückstand liefen die St.Galler in den letzten 20 Spielminuten hinterher – ohne Erfolg.

Pendic und Spellerberg neutralisiert

Der Sportchef von St.Otmar war nach der Partie enttäuscht. «Es war eine schwache Leistung. Vom Goalie bis zum letzten auf der Bank», sagte Beat Kaiser. In der Tat erreichte kein St.Galler – ausser der sichere Penaltyschütze Severin Kaiser mit sieben Treffern – Normalform. Die beiden Regisseure St.Otmars, Spielertrainer Bo Spellerberg und Andrija Pendic, entfalteten nur selten ihr Potenzial. Eine Lösung auf dieses Problem hat St.Otmar in dieser Finalrunde noch nicht gefunden. Suhrs Trainer Misha Kaufmann verriet nach der Partie einen Teil seines Plans. «Wer gegen St.Gallen spielt, weiss, dass der Ball immer zwischen Spellerberg und Pendic hin- und herläuft. Darauf haben wir uns eingestellt.» Tim Aufdenblatten füllte die Rolle als vorgezogener Verteidiger in der 5:1-Formation tadellos aus und brachte St.Otmars Motor so ins Stocken.

Ähnliches gelang der Defensive St.Otmars nicht. Im Gegenteil. Die Offensivabteilung der Aargauer spielte «sehr diszipliniert und machte kaum Fehler», wie es Kaufmann auf den Punkt brachte. «Wir reiten derzeit auf einer Welle», sagte der Trainer Suhrs, das nun auf dem dritten Platz der Finalrundentabelle steht. Vor allem die «erste Sechs» wirkt eingespielt. Diese Spieler erzielten 29 der 30 Aargauer Treffer. «Wir wollen jetzt demütig bleiben und weiter hart trainieren», sagte Kaufmann nach dem perfekten Start seines Teams in die Finalrunde.

Raus aus der Komfortzone

Ganz anders die Gefühlslage bei St.Otmar. Die dritte Niederlage im dritten Heimspiel der Finalrunde hinterlässt Spuren. «Jeder Spieler muss sich selber hinterfragen», sagt Sportchef Kaiser. Er mutmasst, dass sich die Akteure nach dem Erreichen der Finalrunde in einer Komfortzone befinden. «Da müssen sie schnellstmöglich hinaus treten.» Dennoch will Kaiser nicht alles schlecht reden. Die Equipe befinde sich in einem Prozess, eine Entwicklung sei im Vergleich zur vergangenen Saison deutlich erkennbar. Für St.Otmar gilt es nun in der vierten Partie der Finalrunde in einer Woche, die Abwärtsspirale zu stoppen. Spätestens bis zum Heimspiel gegen den BSV Bern müssen Antworten gefunden werden auf die Fragen, welche die Leistung St.Otmars in der zweiten Halbzeit gegen Suhr Aarau aufwarf.