St.Otmar: Trainer Spellerberg läuft jetzt plötzlich die Zeit davon

Am Donnerstag um 19.30 Uhr tritt St.Otmar in Schaffhausen zum Cuphalbfinal an. Im Mittelpunkt steht der Spielertrainer.

Ives Bruggmann
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St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg legt grossen Wert auf die Athletik.

St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg legt grossen Wert auf die Athletik.

Bild: Urs Bucher

Bo Spellerbergs Ehrgeiz kennt keine Grenzen. Der ehemalige Weltklassehandballer und 245-fache Nationalspieler Dänemarks ist vor eineinhalb Jahren bei St.Otmar mit dem Ziel angetreten, einen Titel zu gewinnen. Der Rückraumspieler gehört auch mit seinen 40 Jahren noch zu den besten Spielern der Liga. Daneben ist Spellerberg auch als Trainer gefragt. Kurz nach seinem Transfer übernahm er vom erfolglosen Vedran Banic. Für den Dänen war dies die Möglichkeit, erste Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln.

In der vergangenen Woche teilte St.Otmar nun mit, dass der Verein nicht über die laufende Saison hinaus mit Spellerberg plane. Auch aus wirtschaftlichen Gründen. Bedeutet: Der Däne kehrt im Sommer in seine Heimat zurück. «Es war nicht mein Entscheid», sagt Spellerberg.

«Ich hätte gerne noch ein, zwei Jahre weitergemacht.»

Doch er verstehe auch den Club, der mit Zoltan Cordas als Trainer eine langfristige Lösung anstrebe. Seine Ziele blieben dieselben wie zu Beginn, sagt Spellerberg. «Jetzt habe ich einfach nur noch ein halbes Jahr Zeit.» Er wolle weiterhin Schritt für Schritt vorwärts kommen mit dem Team, und dem neuen Trainer Cordas eine möglichst gute Mannschaft übergeben.

Als Spieler und als Trainer ein Vollprofi

Goalie Aurel Bringolf, der einzige aktuelle Schweizer Nationalspieler im Kader der St.Galler, sagt zum Abgang des Spielertrainers: «Das ist für uns natürlich ein grosser Verlust, auch wenn er nicht unerwartet kam.» Spellerberg sei ein absoluter Vorzeigeprofi und wolle jedes Spiel gewinnen. Als Spieler sei er einer der besten des Landes, als Trainer habe er die Mannschaft in vielen Bereichen weitergebracht. «Was die Vor- und Nachbereitung der Partien anbelangt: Das habe ich in diesem Ausmass in meiner Karriere noch nie erlebt», sagt Bringolf. Auch als Goalie erhalte er jeweils ein detailliertes Feedback.

«Das ist sehr gut, was er macht. Selbst wenn es nicht immer einfach ist, beispielsweise auch negative Kritik entgegenzunehmen.»

Auf den Athletikbereich legte der Däne von Beginn an grossen Wert. Wo andere Teams vor allem im Sommer viel investieren, legt Spellerberg das ganze Jahr über ein spezielles Augenmerk. Unvergessen, als er zu Beginn seiner Zeit den eigenen Athletiktrainer mitbrachte und dieser die Trainer in St.Gallen nach seinen Vorstellungen schulte. Bringolf: «Es gibt viele Spieler, die in diesem Bereich grosse Fortschritte erzielten.»

Von einem Nachlassen bei Trainer und Spielern im letzten halben Jahr der Zusammenarbeit mit Spellerberg geht Bringolf nicht aus. «Davon bin ich überzeugt. Vor allem bei Bo Spellerberg, der ein absoluter Profi ist und immer alles gibt.» Und die Spieler hätten ja auch ein Interesse daran, sich bei Cordas in Stellung zu bringen. «Ich gehe davon aus, dass der neue Trainer die Spiele mitverfolgen wird», sagt Bringolf.

Der Trainer will nichts verraten

Gegen Schaffhausen geht es für St.Otmar bereits um viel. «Verlieren wir, ist der Cuptitel weg», sagt Bringolf. Oder anders formuliert: Es ist für Spielertrainer Spellerberg die zweitletzte Chance auf einen Titel in der Schweiz. Die letzte folgt dann im Playoff der NLA. Die St.Galler müssen weiterhin auf die Verletzten Severin Kaiser, Benjamin Geisser, Dominik Jurilj und Max Höning verzichten. Dennoch bleibt Spellerberg positiv. «In einem Spiel ist immer alles möglich.» Was es für einen Sieg gegen den in der Liga seit zwölf Partien unbesiegten Gegner braucht, weiss der Däne genau.

Ins Detail will Spellerberg nicht gehen, um nicht zu viel preiszugeben. «Eine gute Strategie, viele Spieler auf ihrem besten Leistungsniveau und Kampfbereitschaft.» Vereinfachen würde das ganze Unterfangen, wenn die St.Galler Goalies Bringolf und Jonas Kindler viele Bälle hielten. Aber sich nur darauf zu verlassen, wäre dem Perfektionisten Spellerberg dann doch zu einfach.

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