Pendic abgemeldet: St.Otmar St.Gallen verliert den Spitzenkampf gegen die Kadetten

St.Otmar verliert den NLA-Spitzenkampf gegen Kadetten Schaffhausen mit 21:30.

Fritz Bischoff
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Die Schaffhauser Zarko Sesum (links) und Lukas Herburger stoppen St.Otmars Regisseur Andrija Pendic (Mitte). (Bild: Benjamin Manser)

Die Schaffhauser Zarko Sesum (links) und Lukas Herburger stoppen St.Otmars Regisseur Andrija Pendic (Mitte). (Bild: Benjamin Manser)

Von der ersten Minute an wurde im Spitzenkampf zwischen St.Otmar und den Kadetten Schaffhausen klar, dass die Gäste ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Trainer Petr Hrachovec hatte sein Team sehr gut auf die St.Galler eingestellt. In der Defensive wirkte seine Mannschaft kompakt und aggressiv, im Angriff wurde der Erfolg mit eher langen Angriffen gesucht.

Damit setzen die Schaffhauser auf die Mittel, die eigentlich jene St.Otmars sind. «Ja, unsere Taktik ist vollumfänglich aufgegangen, so wie wir uns dies vorgestellt hatten. Unser Gegner kam nie zu seinem gewohnten Spiel», stellte der Kadetten-Trainer fest. So fand das Heimteam kaum einmal zu seiner erhofften Offensivwirkung, die es in den letzten Spielen immer ausgezeichnet hatte. Die logische Folge davon war, dass Kadetten Schaffhausen von Beginn weg die Führung übernahm und diese in der Folge auch nie abgab. Der maximale Vorsprung betrug in der ersten Halbzeit, wie auch zur Pause beim 9:13, vier Tore.

Dass die Gastgeber immer zurücklagen, war nicht nur dem Vermögen der Gäste zuzuschreiben, sondern auch dem Unvermögen der St.Galler. Es gelang ihnen wohl, immer wieder Chancen herauszuspielen, doch die Verwertung zu Toren war dann – mit Ausnahme von Spielertrainer Bo Spellerberg – der grosse Mangel. «Unsere Chancenauswertung war wirklich nicht gut», bilanzierte Rares Jurca, der selber auch nur einen Treffer aus dem Spiel heraus erzielte.

Kein Spielfluss, Pendic abgemeldet

Dies war der Moral und Selbstsicherheit alles andere als förderlich, womit dann auch die zu hohe Fehlerzahl zum Teil erklärbar war. Ein weiteres Indiz dafür, dass St.Otmar seine Stärken nur bedingt auszuspielen verstand, war die Wirkung des Topskorers Andrija Pendic. Nachdem er im allerersten Angriff einen Penalty verschossen hatte, schien ihm der Mut – wohl auch durch die harte Gangart seiner Gegenspieler – etwas abhandengekommen zu sein. So erzielte er seinen ersten Treffer erst in der 35. Minute zum 11:15-Zwischenergebnis. Doch die Wende oder der Weckruf zum Erfolg war der Treffer nicht. Weit mehr bauten die Kadetten ihren Vorsprung aus und führten in der 40. Minute bereits mit acht Treffern (19:11).

Damit war die Vorentscheidung gefallen. St.Otmar fand ganz einfach nie zu seinem gewünschten Spiel. Es war ein Würgen und Sich-Abmühen. Dies meist in der Mitte des Angriffsbereichs und kaum einmal über die Aussenpositionen. Diese wurden zu wenig ins Geschehen eingebunden, zeigten bei Möglichkeiten aber auch alles andere als überzeugende Abschlüsse. So wurde die Partie trotz hoher Belastung auch mit internationalen Aufgaben für den Meister schliesslich zur überzeugenden Machtdemon­stration, die auch die Leaderposition der NLA beinhaltet. St.Otmar aber hat erstmals in dieser Saison zu Hause eine Partie verloren, womit auch die Serie mit zehn Siegen in Folge ihren Abschluss gefunden hat.