St.Otmar kommt gegen Kriens-Luzern nicht auf Touren

Fehlerhafte St.Galler NLA-Handballer verlieren auswärts gegen Kriens-Luzern mit 23:24.

Ives Bruggmann aus Kriens
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Die Krienser verteidigen gegen den St.Galler Bo Spellerberg.

Die Krienser verteidigen gegen den St.Galler Bo Spellerberg.

Patrick Hürlimann

Der Trainer des siegreichen Teams kam sofort auf den Punkt: «Es war kein schönes Handballspiel», so Goran Perkovac. «Aber wir wollten und kämpften mehr als der Gegner. Deshalb ist der Sieg verdient.» In der ersten Partie nach der ­einmonatigen Pause kamen die Ästheten nicht auf ihre Kosten.

Vor allem die erste Halbzeit war geprägt von vielen Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten. St.Otmar fand insbesondere zu Beginn nur schleppend in die Partie. In den ersten neun Minuten gelang dem Gast aus St.Gallen nur ein einziger Treffer, er produzierte aber gleichzeitig sechs technische Fehler. Weil aber auch Kriens-Luzern in der Offensive nicht überzeugte, entstand kein Spielfluss. «In der Deckung war es eine der besten Leistungen in dieser Saison», sagte Coach Andy Dittert nach dem Spiel. Für einmal habe sein Team die Partie in der Offensive verloren. «Mit dieser Defensivleistung ist mir für die kommenden Begegnungen nicht bange.»

Harbuz übernimmt die Verantwortung

Der Spielstand war praktisch die ganze Partie über ausgeglichen. Keine Mannschaft schaffte es, sich abzusetzen. In der Schlussphase war es dann der Topskorer von Kriens-Luzern, der die Partie an sich riss und mehrere wichtige Tore erzielte. Mit dem 24:22 eine Minute vor Schluss erzielte Hleb Harbuz den spielentscheidenden Treffer. Zwar verkürzte St.Otmar nochmals, das Heimteam nahm die restlichen Sekunden dann aber gekonnt von der Uhr.

Ein Bruch im Spiel von Kriens entstand in der zehnten Minute nach der direkten roten Karte gegen Abwehrpatron Filip Gavranovic. Die Schiedsrichter haben einen Ellbogenschlag gesehen – ein umstrittener Entscheid. Weil bereits ein Krienser kurz zuvor eine Zwei-Minuten-­Strafe kassierte, agierte St.Otmar eineinhalb Minuten in doppelter Überzahl. Es war so etwas wie eine Anschubhilfe für die St.Galler. Nun funktionierte das immer noch etwas statische ­Angriffsspiel um Spielmacher Andrija Pendic etwas besser. Schnell egalisierte St.Otmar den Spielstand, ging wenig später sogar 8:6 in Führung. Beide Teams brachten aber im ersten Durchgang nur gerade zehn Tore zustande. Im Gegensatz dazu überzeugten die beiden Defensiven. Die 6:0-Abwehr von St.Otmar verschob sich leichtfüssig, dahinter stand mit Aurel Bringolf ein gut aufgelegter Nationalgoalie und EM-Teilnehmer.

Höning ist die Ausnahme

In der zweiten Halbzeit trat Kriens-Luzern in der Offensive mit mehr Überzeugung als St.Otmar auf. «Wir waren zu statisch, es gab zu wenig Bewegung», sagte Dittert. «Zudem haben wir die Big Points vergeben.» Aber auch das Heimteam wirkte in der Schlussphase nervös. Gleich mehrmals verpassten die Innerschweizer die Vorentscheidung, und so mussten sie bis zur letzen Minute zittern. Selbst eine Zwei-Minuten-Strafe gegen St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg, der den Ball nicht sofort freigab, wusste das Heimteam nicht in Tore umzumünzen. In dieser Phase hielt einzig Bringolf sein Team mit zahlreichen Paraden im Spiel.

Bei St.Otmar kehrten Dominik Jurilj und Max Höning wieder in die Mannschaft zurück, während Rares Jurca, Benjamin Geisser und Severin Kaiser weiterhin verletzt fehlen. Der siebenfache Torschütze Höning war in der Offensive die einzige positive Erscheinung. Mit seiner Überzeugung stellte er jedoch eine Ausnahme dar.