St.Gallerin gewinnt Silber an Junioren-WM

In ihrem 15. und letzten WM-Rennen bei den Juniorinnen hat es Jasmin Rothmund nach fünf Top-Ten-Plätzen doch noch aufs Podest geschafft. Es war der schöne Schlusspunkt von beispiellos erfolgreichen Junioren-Weltmeisterschaften.

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Will die Spitzensport-RS absolvieren: Jasmin Rothmund aus Azmoos. (Bild: Keystone)

Will die Spitzensport-RS absolvieren: Jasmin Rothmund aus Azmoos. (Bild: Keystone)

14 Medaillen an den Weltmeisterschaften der «Grossen» 1987, elf an den Nachwuchs-Titelkämpfen 24 Jahre später: Crans-Montana bleibt im Schweizer Skisport ein Synonym für Rekorde. Die acht Medaillen an der Heim-WM 1996 auf dem Hoch-Ybrig waren der bisherige Junioren-Bestwert. Auf dem Walliser Hochplateau wäre am Schlusstag beinahe noch das Dutzend voll geworden. Priska Nufer verpasste Bronze im Super-G als Vierte nur um 0,09 Sekunden. Der Alpnacherin unterlief wie Corinne Suter ein zeitraubender Fehler. Die erst 16-jährige Schwyzerin wurde dennoch Neunte und war damit vor Estelle Alphand, der Tochter des ehemaligen Abfahrtsstars Luc Alphand, die Nummer 1 bei den Juniorinnen 1 (Jahrgänge 1994 und 1995). Zwischen Nufer und Suter reihte sich die 17-jährige Bündnerin Jasmine Flury als Sechste ein. Andrea Thürler und Joana Hählen schieden wie die Hälfte der anderen Fahrerinnen aus.

Parallelen zu Lara Gut
Im Mittelpunkt stand für einmal Jasmin Rothmund. Die 19-Jährige aus Azmoos, das zur gleichen Gemeinde gehört wie das Martina-Hingis-Dorf Trübbach, musste sich nur der Italienerin Irene Curtoni geschlagen geben. Rothmund war zu Grand-Prix-Migros-Zeiten die grosse Gegenspielerin von Lara Gut. Ähnlich wie deren Vater Pauli Gut, der mit Sporting Gottardo einen eigenen Skiklub gründete, ging auch Familie Rothmund eigene Wege. Jasmin Rothmund und ihre vier Jahre ältere Kollegin Esther Good (heute im A-Kader) schlossen sich auf Initiative ihrer Väter dem Skiclub Walenstadt an, wo diese ihre eigenen Ideen umsetzen konnten, weil es noch gar keine Rennabteilung gab.

«Mir war am Morgen ganz bewusst, dass es meine letzte Chance ist, doch noch eine Medaille zu gewinnen», sagte Jasmin Rothmund. Auf dem Weg dahin hatte sie immer wieder Rückschläge einzustecken, nicht nur gesundheitlicher Natur. So brach Rothmund die Schule am legendären Schigymnasium Stams nach kurzer Zeit ab, weil sie sich in der Tiroler Talentschmiede nicht wohl fühlte. Momentan konzentriert sich Rothmund ganz auf den Skisport. Wenn alles klappt, wird sie im Sommer aber die Spitzensport-RS absolvieren. Das ist Voraussetzung, um für eine der Armeestellen für Sportlerinnen und Sportler infrage zu kommen. Mit Marc Gisin gehört erst ein Alpiner zu diesem Förderprogramm.

Obwohl die jungen Medaillensammler noch einen weiten Weg vor sich haben, gibt das Abschneiden viel Mumm und Zuversicht. «Die Bilanz ist natürlich sensationell», sagte Nachwuchschef Franz Hofer. «Und das nicht nur, wenn man den Medaillenspiegel anschaut.» Die Schweiz war mit dreimal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze nicht nur da die klare Nummer 1, sondern auch in der aussagekräfigeren «Marc Hodler Trophy». In die nach dem langjährigen FIS-Präsidenten benannte Wertung fliessen alle Top-Ten-Resultate ein, pro Rennen und Nation aber nicht mehr als zwei. 132 Punkte totalisierte das Swiss-Ski-Team, 39 mehr als der ÖSV-Nachwuchs. «Diesen Schwung und diese Stimmung nehmen wir gerne mit in die Zukunft», sagte Hofer. «Aber wir müssen realistisch bleiben. Noch hat keiner im Weltcup gewonnen.»

20'000 Zuschauer und grosse Pläne
Die Tage in Crans-Montana waren aber auch aus organisatorischer Sicht ein Erfolg. Das Traumwetter lockte auf die sieben Renntage verteilt rund 20'000 Zuschauer in den Zielraum. Viele kamen insbesondere wegen des Unterwallisers Justin Murisier. 348 Aktive und insgesamt 1365 Akkreditierte bedeuteten Rekorde. Als nächsten Fixpunkt peilt das OK die Speed-Weltcup-Rennen der Frauen im März 2013 an. Im Winter 2011/2012 könnte wieder der Europacup in Crans-Montana Station machen. Nachdem die Lenzerheide das Weltcup-Finale 2011 und 2013 zugesprochen erhalten hat, ist Crans-Montana der Schweizer Kandidat für 2015 - und Méribel (Fr) der bis dato einzige Konkurrent. (si)

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