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STEUERAFFÄRE: Ronaldo weist Vorwürfe zurück

Keine Steuerhinterziehung, «keine Betrugsabsicht», sondern nur «unterschiedliche Kriterien» zwischen seinen Beratern und dem spanischen Finanzamt. Cristiano Ronaldo sagt, die Anschuldigungen seien völlig absurd.
Ralph Schulze, Madrid

Nachdem die Staatsanwaltschaft in Madrid Cristiano Ronaldo formell des millionenschweren Steuerbetrugs beschuldigt und ankündigt hatte, den Fall vor Gericht zu bringen, verteidigte sich der vierfache Weltfussballer. Er wies alle Vorwürfe zurück. Er sei unschuldig und die Anschuldigungen seien «völlig absurd», liess er über seinen portugiesischen Anwalt mitteilen.

Der portugiesische Spitzenstürmer, der seit 2009 für Spaniens Rekordmeister Real Madrid Tore erzielt, könne «ein reines Gewissen haben», sagte sein Anwalt António Lobo Xavier dem portugiesischen TV-Sender SIC Noticias. Ronaldo habe seine steuerlichen Pflichten erfüllt. Zudem gehe es hier um steuertechnische Einzelheiten, bei denen Ronaldo stets den Empfehlungen seiner Berater gefolgt sei. Es sei offensichtlich, dass sich der Fussballer selbst in dieser Materie nicht auskenne.

Ein Gerichtsverfahren soll vermieden werden

Auch Ronaldos portugiesischer Spielerberater Jorge Mendes verteidigte seinen Mandanten. In einer Erklärung von Mendes’ Beratungsfirma Gestifute heisst es: «Dem Spieler kann keine Betrugsabsicht zugeschrieben werden.» Es gehe hier um unterschiedliche Einschätzungen des spanischen Finanzamtes und von Ronaldos Steuerberatern über die Einordnung von Einnahmen aus Bildrechten. «Über die zu versteuernden Summen kann gesprochen werden, aber es ist klar, dass der Fussballspieler nicht versucht hat, Steuern zu hinterziehen», heisst es in der Erklärung der Beratungsfirma. Aus diesem Satz lässt sich herauslesen, wie es nach der Betrugsbeschuldigung weitergehen dürfte: Ronaldos Anwälte wollen versuchen, durch Verhandlungen mit dem spanischen Fiskus und freiwilligen Nachzahlungen ein brisantes Gerichtsverfahren und eine mögliche Gefängnisstrafe zu vermeiden. Nach Einschätzung der spanischen Steuergewerkschaft Gestha könnten Ronaldo bei einer Verurteilung nämlich bis zu sieben Jahre Haft drohen. Durch Einsichtigkeit, Zusammenarbeit bei der Aufklärung und umgehende Wiedergutmachung des Steuerschadens könnte die Strafe reduziert oder eine formelle Anklage sogar abgebogen werden. Bisher hat die Staatsanwaltschaft nur Strafanzeige erstattet, ein Untersuchungsrichter muss nun entscheiden, ob die Beweise für einen Prozess ausreichen.

Es geht um 14,8 Millionen Euro Steuerhinterziehung

Die Staatsanwaltschaft in Madrid beschuldigt den 32-jährigen Ausnahmefussballer, zwischen 2011 und 2014 rund 14,8 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Dabei geht es um Einnahmen aus Bild- und Werberechten, die Ronaldo über Briefkastenfirmen in Irland und die Britischen Jungferninseln am Finanzamt vorbeigeschleust haben soll. Die Staatsanwaltschaft verweist in ihrer Anklage auf den Fall von Barcelonas Topstürmer Lionel Messi: Dieser war nach einem ähnlichen Vergehen im Vorjahr zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Da Messi nicht vorbestraft war, musste er die Haftstrafe bisher nicht antreten.

Ralph Schulze, Madrid

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