Stephan Lehmann hat ausgedient: Der FC Wil engagiert einen neuen Goalietrainer

Stephan Lehmanns Zeit beim FC Wil läuft ab. Der ehemalige Nationalgoalie, der 2017 zum zweiten Mal beim FC Wil als Goalietrainer anheuerte, wird vom 32-jährigen Philipp Bowald ersetzt. Zudem kann der FC Wil neuerdings auf die Dienste des 17-jährigen Österreichers Alessandro Paunescu setzen.

Ralf Streule
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«Er hat bei uns Geschichte geschrieben.» Die Würdigung von Stephan Lehmann durch Clubpräsident Maurice Weber kommt in der Medienmitteilung des FC Wil nicht zu kurz. Der heute 56-jährige Lehmann galt 2004 als eine der Hauptfiguren beim überraschenden Cupsieg des FC Wil. Im Schreiben des Clubs heisst es weiter:

«Seine Motivationskünste halfen mit, den grössten Triumph der Vereinsgeschichte feiern zu können.»

Die zweite Phase des Goalietrainers beim FC Wil geht nun aber nach nur drei Saisons zu Ende. Die Wiler werden den bis Ende Juni laufenden Vertrag mit dem ehemaligen Nationalgoalie, der 2017 zu den Ostschweizern stiess, nicht verlängern.

Philipp Bowald, neuer Goalietrainer FC Wil.

Philipp Bowald, neuer Goalietrainer FC Wil.

Vielmehr setzt der Challenge-League-Club neu auf den 24 Jahre jüngeren Goalietrainer Philipp Bowald, der zuletzt beim Grasshopper-Nachwuchs arbeitete. Zugleich betreute der 32-Jährige die Torhüter der Schweizer U19-Nationalmannschaft.

Was gab letztlich den Ausschlag für diesen Wechsel? Brauchte es neue Impulse für die Goalies? Über die genauen Hintergründe gibt es beim Club keine Auskunft. Die Wiler Verantwortlichen hätten sich mit Lehmann an den Tisch gesetzt, man sei sich aber nicht mehr einig geworden, sagt der Medienverantwortliche Dani Wyler.

Sechs Trophäen und 14 Länderspiele

Als Spieler gewann Lehmann mit dem FC Sion zwei Meistertitel und vier Cuptrophäen, zwischen 1989 und 1997 absolvierte er 14 Länderspiele. Vereinspräsident Weber sagt: «Stephan ist ein Torhütertrainer mit unglaublich grosser Erfahrung. Er kann es mit jung und alt, er ist ein Motivationskünstler und ein grosser Spassvogel. Im Namen des FC Wil bedanke ich mich sehr herzlich für alles, was Stephan für unseren Verein geleistet hat.»

Und auch Lehmann lässt sich versöhnlich zitieren:

«Mein Job hat mir immer sehr viel Spass gemacht, und es erfüllt mich mit Stolz, dass ich mithelfen konnte, den einen oder anderen Torhüter auf die höchste Spielklasse vorzubereiten. Natürlich wird der Cupsieg mit dem FC Wil unvergessen bleiben. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft alles Gute.»
Stephan Lehmann: Nicht zuletzt seine Motivationskünste brachten dem FC Wil den Cupsieg 2004 ein.

Stephan Lehmann: Nicht zuletzt seine Motivationskünste brachten dem FC Wil den Cupsieg 2004 ein.

Bild: FC Wil (Basel, 12. April 2004)

Dani Hasler bleibt Assistenztrainer, Alessandro Paunescu ist für Wil spielberechtigt

Bild : FC Wil

Verlängert wurde hingegen der Vertrag mit Dani Hasler, dem Assistent von Trainer Ciriaco Sforza. Der FC Wil schreibt: «Das Trainerduo harmoniert bestens und unsere jungen Spieler haben sich gut weiterentwickelt.»

Eine weitere Meldung des FC Wil betrifft den 17-jährigen Mittelstürmer Alessandro Paunescu. Der Österreicher hatte bereits seit Ende 2019 mit den Wilern trainiert und ist ab sofort für die Ostschweizer spielberechtigt. Er stösst von Sturm Graz zum FC Wil.

Trainieren werden die Wiler voraussichtlich ab Pfingstmontag. Bis dahin wird auch entschieden sein, ob die Meisterschaft von Super- und Challenge-League weitergeführt wird. Am kommenden Freitag soll die Liga den Entscheid fällen.

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