Steingrubers perfekte Landung

Giulia Steingruber ist am Flughafen in Zürich empfangen worden – von Turnerinnen und Turnern, aber auch von einem Stadtpräsidenten, der die Auftritte seiner berühmten Einwohnerin am TV nicht mitverfolgt. «Ich bin zu nervös», sagt Alex Brühwiler.

Patricia Loher/Zürich
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TURNEN. Giulia Steingruber nahm sich viel Zeit. Ein Foto hier, ein Händedruck da – immer und immer wieder. Die Gossauerin erfüllte nach ihrer Rückkehr aus Montpellier jeden Wunsch. Gut 70 Leute waren gekommen, um Steingruber, der dreifachen EM-Medaillengewinnerin und ersten Schweizer Mehrkampf-Europameisterin überhaupt, am Flughafen in Zürich zu gratulieren. Delegationen des Trainingszentrums Fürstenland und des Turnvereins Gossau, Vertreter des Schweizerischen Turnverbandes und Alex Brühwiler, der Stadtpräsident von Gossau.

Gossauer Aushängeschild

«Ich bewundere, wie sich Giulia Steingruber an die Spitze gearbeitet hat», sagte der Politiker. Und natürlich sei sie das Aushängeschild der Stadt. Nur: Brühwiler hatte darauf verzichtet, seiner berühmten Einwohnerin bei ihrer Arbeit in Montpellier am TV zuzusehen: «Ich kann das nicht. Ich bin zu nervös.» Einen Empfang, sagte er, werde es in der Heimat auch noch geben. Im Moment aber stehe nicht fest, wann genau dieser stattfinde.

Marianne Steinemann, die im TZ Fürstenland Steingrubers erste Trainerin war, und Karin Keiser, die Präsidentin des Turnvereins Gossau, verfolgten Steingrubers Auftritte in Frankreich hingegen am TV mit. Steinemann sagte: «Giulia hat schon in früheren Wettkämpfen immer wieder aufgezeigt, dass sie an allen vier Geräten stark sein kann. Sie ist zu einer Mehrkämpferin gereift.» Obwohl die Gossauerin bereits vor acht Jahren nach Magglingen ging, ist der Kontakt zwischen Steinemann und der jungen Frau nie abgebrochen. Die Trainerin verfolgt die Karriere der 21-Jährigen weiterhin intensiv: «Sie hat noch nie so schöne Wettkämpfe gezeigt wie in Montpellier. Ihre Ausstrahlung war perfekt.»

Eine Woche zu Hause

Trotz der drei Medaillen um den Hals sagte Steingruber, sie habe noch immer nicht richtig realisiert, was ihr in Montpellier gelungen sei. Eine Woche hat sie nun Zeit, um sich zu Hause zu erholen. «Ich werde die Tage geniessen», sagte sie.