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Kommentar

Die Schweizer Frauen-Fussballnati ist stehengeblieben

Sportredaktor Turi Bucher zur verpassten WM-Qualifikation der Schweizer Frauen-Nati.
Turi Bucher, Sportredaktor
Turi Bucher

Turi Bucher

Die Qualifikation für die WM in Frankreich haben die Schweizer Frauen natürlich nicht in der Barrage gegen die Niederlande verpasst. Der Europameister war und ist viel zu stark für die Schweiz, unser Spielerinnenkader ausserdem zu stark geschwächt und reduziert. Bevor die Schweizerinnen die erste Barrage gegen Belgien mit Ach und Krach überstanden hatten (und in beiden Spielen nicht als Sieger vom Platz gegangen waren), wurde die WM-Teilnahme nämlich in den letzten beiden Gruppenspielen gegen Schottland (1:2) und Polen (0:0) vergeben. Obwohl zumeist dominierend, war ein Schweizer Matchplan in diesen Partien nicht wirklich ersichtlich. Zu wirr, zu instabil waren die Auftritte.

Unter Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hat die Schweiz zum allerersten Mal eine WM-Qualifikation geschafft (USA 2015/ein Sieg, drei Niederlagen). Markante Fortschritte, eine kontinuierliche Entwicklung waren danach und insbesondere an der EM 2017 in den Niederlanden nicht wirklich sicht- und greifbar. Dort scheiterte die Schweiz nach mehrheitlich hilflosen Darbietungen bereits in der Gruppenphase.

Als Voss-Tecklenburg nach dem verpassten Gruppensieg in der WM-Quali beschwichtigend einwarf, Schottland und Polen seien inzwischen halt Gegner auf Augenhöhe, wies sie indirekt gleich selber darauf hin, dass sie mit ihrem Team die Schritte nach vorne offenbar verpasst hat. Dass man stattdessen den Sieg am Zypern-Cup 2017, ein EM-Vorbereitungsturnier (mit Spielen, welche von der Fifa auf Freundschaftsniveau eingestuft werden und wo jede Mannschaft pro Partie sechs Auswechslungen vornehmen darf), als Positivum ins Feld führen musste, vermag nicht wirklich zu überzeugen und zu beru­higen.

Die Schweizer Frauennationalmannschaft befindet sich nach der verpassten WM-Qualifikation irgendwie im Nirgendwo und nimmt letztlich zu Recht nicht an der WM 2019 teil. Was Voss-Tecklenburg als Trainerin zu leisten im Stande ist, wird sie nun als Bundestrainerin der deutschen Frauen beweisen können und müssen. Dort ist der Druck immens höher, sind in einem weitaus unbehaglicheren Umfeld die Augen noch viel schärfer auf ihre Arbeit gerichtet. Ob Voss-Tecklenburgs Wirken vom Schweizer Verband womöglich überschätzt wurde, wird auch die zukünftige Arbeit des in Grönland geborenen Nachfolgers Nils Nielsen zeigen. Für Nielsen steht die Entwicklungsarbeit aber zuerst im Zeichen des Wiederaufbaus.

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