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Statt auf der Bahn nur Fan

LEICHTATHLETIK. Kariem Hussein erlebte in London so etwas wie den GAU: Im allerdümmsten Moment verletzte er sich und musste auf Olympia verzichten. Auch Weltklasse Zürich verpasst er.
Ruedi Stettler
Der Tägerwiler Kariem Hussein hofft, bald wieder wettkampfmässig laufen zu können. (Bild: ky/Urs Flüeler)

Der Tägerwiler Kariem Hussein hofft, bald wieder wettkampfmässig laufen zu können. (Bild: ky/Urs Flüeler)

Da freut man sich auf den grössten Einsatz der jungen Karriere und dann kommt unvermittelt der Hammermann. Passiert ist das dem Thurgauer 400-m-Hürdenläufer Kariem Hussein. Im letzten Moment ist der EM-Teilnehmer noch auf den Olympia-Schnellzug aufgesprungen. Am 27. Juli in England angekommen, musste er wegen einer schmerzhaften Verletzung am Mittelfussknochen für den Vorlauf am 3. August Forfait erklären.

Wie geht es dem Tägerwiler, der am 9. August in die Schweiz zurückgekehrt ist, jetzt? «Eigentlich wieder ganz gut. Drei Wochen darf ich den linken Fuss – auf dem lande ich nach den Hürden – überhaupt nicht belasten, dann kann ich mit leichtem Jogging beginnen. Nach ungefähr sechs Wochen müsste dann wieder mehr möglich sein.» Wie genau was ansteht, ist offen. Fix ist einfach, dass Kariem Hussein ab dem 20. August Ferien macht. Wohin geht denn die Reise? Er lacht: «Das weiss ich wirklich noch nicht. Einfach irgendwo ans Meer.»

Doch für den Medizinstudenten ist die Saison jetzt ohnehin gelaufen. Nach Olympia verpasst er auch den Start bei Weltklasse Zürich: «Auch das ist natürlich ärgerlich. Obwohl die 400 Meter Hürden nur im Vorprogramm stattfinden, sind dann auch schon viele Zuschauer im Letzigrund.»

«Grausam brutal»

Wie hat er seinen Verzicht auf Olympia überwunden? «Natürlich wurmt mich das Fernbleiben noch immer enorm. Aber ich habe mich damit abgefunden.» Besonders hart war natürlich, dass er bei «seinem» Lauf nur auf der Tribüne sitzen konnte: «Das war wirklich grausam brutal. Sehr frustrierend. Besonders weil ich nicht ausschliessen möchte, dass ich mich mit meinen zuletzt gelaufenen Zeiten durchaus für den Halbfinal hätte qualifizieren können.»

Der am 4. Januar erst 23 Jahre alt gewordene Tägerwiler konnte trotz seiner Verletzung in London zahlreiche Veranstaltungen besuchen. Beeindruckt war er schon von der Eröffnungsfeier: «Das war schon absolut genial, als eine Nation nach der anderen im Olympiastadion einmarschierte. Und diese Begeisterungsstürme der Zuschauer. Eindrücklich.»

Morgenessen neben Phelps

Was aber hat ihm denn am meisten imponiert? «Das Zusammensein der unzähligen Superstars im olympischen Dorf. Als ich mich bei einem Morgenessen kurz umsah, entdeckte ich am Nebentisch den US-Wunder-Schwimmer Michael Phelps. Im Dorf angetroffen habe ich auch den amerikanischen Basketball-Superstar LeBron James. Und allesamt sind ganz normale Menschen wie du und ich.»

Aufgefallen ist ihm bei den Rundgängen, dass London total auf diese Sommerspiele fokussiert war. «Ich war ja schon an verschiedenen Anlässen dabei. Aber wenn ich jetzt etwa vergleiche mit der kürzlich durchgeführten Europameisterschaft in Helsinki, dann finde ich für Olympia fast keine Worte. Alles war nochmals um eine Vielzahl grösser. Einfach gigantisch», zieht der 191 cm grosse und 77 kg schwere Thurgauer ein kurzes England-Fazit.

Trotz seiner Verletzung ist es gut möglich, dass Kariem Hussein bald wieder im Einsatz steht. Und zwar auf der Kleinen Allmend in Frauenfeld bei «Weltklasse Zürich» trainiert er mit Kids. Dieser Anlass findet am 28. August statt.

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