Stationen eines Machtkampfs im FC St. Gallen

Die Ereignisse

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März 2015 Präsident Dölf Früh setzt Marco Otero als technischen Leiter von Future Champs Ostschweiz (FCO) ein. St. Gallens Sportchef Heinz Peischl spricht sich gegen diese Nachfolgeregelung für den offiziell zurückgetretenen Roger Zürcher aus. Oteros inoffizieller Berater ist Donato Blasucci, dem nachgesagt wird, grossen Einfluss auf Früh zu haben. Auch Goalie Daniel Lopar soll mit Blasucci verbandelt sein.

Mai 2015 In der Folge kommt es zwischen Früh und Peischl zum Bruch, auch weil FCO von der ersten Mannschaft getrennt und damit nicht mehr in das Hoheitsgebiet des Sportchefs fallen soll. Zu diesem Schluss kommt die Convidis AG nach der Prüfung von Optimierungsmöglichkeiten im FC St. Gallen. Der Österreicher Peischl wird entlassen, sein Nachfolger ist der damalige Teammanager Christian Stübi, der als gut vernetzt gilt.

Juni 2015 bis heute Marco Otero beginnt sich mit Geschäftsführer Ferruccio Vanin in FCO zu entfalten, kein Stein bleibt auf dem anderen. Die Professionalisierung des Nachwuchses schreitet voran, geht aber einher mit der Entlassung von Trainern und der Anstellung von Gefolgsleuten Oteros wie Hakan Yakin.

September 2015 Stübi ist erstmals richtig gefordert, weil Jeff Saibene als Trainer des FC St. Gallen zurücktritt. Mit Joe Zinnbauer präsentiert er einen weitgehend unbekannten Mann – und stattet diesen mit einem Dreijahresvertrag aus.

Januar 2016 Stübi gelingt ein erster Transfercoup mit der leihweisen Verpflichtung von Bayerns Talent Gianluca Gaudino. Weitere folgen mit Tranquillo Barnetta, Toko oder Albian Ajeti. Er hat aber auch Fehleinkäufe zu verzeichnen.

November 2016 Zinnbauer hat als Trainer des FC St. Gallen anhaltenden Nichterfolg. Doch völlig überraschend – und gegen den Willen Stübis – wird nicht der Deutsche, sondern Talentmanager und Co-Trainer Martin Stocklasa entlassen.

Anfang Mai 2017 Der Club zieht die Reissleine, die Angst vor dem Abstieg ist zu gross, es geht nicht mehr mit Zinnbauer. Stübi verpflichtet als neuen Trainer Giorgio Contini – dessen Berater ist Donato Blasucci. Mit Contini schaffen die St. Galler problemlos den Ligaerhalt.

Mitte Mai 2017 Präsident Dölf Früh tritt gesundheitsbedingt zurück, sein Nachfolger wird Stefan Hernandez. Früh, der den Vertrag mit Otero um zwei Jahre verlängert hat, verändert in einer letzten Amtshandlung das Organigramm in der FC St. Gallen AG. Neu ist Vanin dort CEO, die Macht von Stübi, der auf die gleiche Stufe mit Contini und Otero gesetzt wird, ist beschnitten.

Juni 2017 Markus Hoffmann wird Continis Co-Trainer, Harry Körner Konditionstrainer – beide sollen zu Blasucci gehören. Stübi, der ein Angebot aus Luzern abgelehnte, ist zermürbt und resigniert. (cbr)