«Starte gerne auf der Bahn in Oerlikon»

Die offene Radrennbahn in Oerlikon ist die älteste Sportarena der ganzen Schweiz. Die Dienstagabend-Rennen fallen ab und zu den schlechten Witterungsverhältnissen zum Opfer. Trotzdem sagt der Thurgauer Stefan Küng: «Ich geniesse die Starts hier.»

Ruedi Stettler
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Stefan Küng aus Wilen bei Wil hat in Oerlikon oft brilliert. (Bild: Anton J. Geisser)

Stefan Küng aus Wilen bei Wil hat in Oerlikon oft brilliert. (Bild: Anton J. Geisser)

RAD. Die Interessengemeinschaft Offene Rennbahn Oerlikon (Igor) betreibt die Anlage nun bereits seit elf Jahren. Immer wieder kommen allerdings Stimmen auf, das über 100 Jahre alte Relikt doch abzubrechen. Zum Glück schaffen es aber die ehrenamtlich tätigen Igor-Mitglieder, von Mai bis September Rennen anzubieten. Betriebsleiter Alois Iten sagt zur eben abgelaufenen Saison: «Leider mussten gleich fünf der 22 Rennabende wegen Regens gestrichen werden. Trotzdem darf man sagen, unsere Erwartungen sind einigermassen erfüllt worden.» Im Durchschnitt besuchten 970 Zuschauer den Anlass.

«Besser als jedes Training»

Sofern der auf Bahn und Strasse stark beschäftigte Stefan Küng (bald 20) Zeit findet, steht er in Oerlikon am Start: «Die Atmosphäre ist lässig. Fachkundiges Publikum kann die Leistungen gut einschätzen.» Dann ergänzt der Hinterthurgauer, der mit Rekord Meister in der 400 Meter Verfolgung ist, lachend: «Oerlikon ist nicht weit entfernt von meinem Zuhause in Wilen. Das Wichtigste an den Starts auf dieser Bahn – sie sind besser als jedes Training.» Die Saison 2014 beginnt übrigens Ende Mai.

Nicht mehr so oft auf dem Betonoval anzutreffen wie auch schon war Claudio Imhof. Noch weniger Einsätze hatte der Thundorfer Raphael Nef. «Weil ich in Thun die Rekrutenschule als Panzergrenadier absolviere», liefert das Mitglied des VC Fischingen die Erklärung dazu.

Neuling auf der Bahn

Mehr aus Zufall schaute sich Larissa Brühwiler die Rennen auf der Bahn im August einmal genauer an. Und war sogleich fasziniert: «Eine Woche nach dem ersten Training fuhr ich schon ein Rennen. Und dann konnte ich vom Rundendrehen fast nicht mehr genug bekommen. Schade, dass ich dieses Vergnügen nicht früher entdeckt habe.» Der Start für die Schweizer Meisterschaft fiel dann allerdings ins Wasser. Ohne Verschulden der Hinterthurgauerin: «Leider hatten sich nur fünf Frauen angemeldet. Sechs wären das Minimum gewesen.» Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Im 2014 gibt es deshalb einen neuen Anlauf.

Schambron hat Tschüss gesagt

René Schambron (73) hat nach 40 Jahren als Speaker an zahlreichen Anlässen sein Amt auch in Oerlikon abgegeben: «Das war schwer für mich, aber ich spüre das Alter.» Schambron war auch im Thurgau kein Unbekannter. Seine Stimme war über viele Jahre am legendären Strassenrennen in Frauenfeld (gibt es seit 2009 nicht mehr) und am alle zwei Jahre stattfindenden GP Fischingen zu hören.

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