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Starker Heimauftritt von Sara Baumann

An den Schweizer Meisterschaften schwimmt, radelt und läuft Olympiasiegerin Nicola Spirig die Konkurrenz in Grund und Boden. Lokalmatadorin Sara Baumann sichert sich im Elitefeld den guten sechsten Platz.
Urs Hanhart
Die Urnerin Sara Baumann (vorne mit der Nummer 117) leistet in der Verfolgergruppe viel Führungsarbeit. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 1. Juli 2018))

Die Urnerin Sara Baumann (vorne mit der Nummer 117) leistet in der Verfolgergruppe viel Führungsarbeit. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 1. Juli 2018))

Der am 1. Juli in Seedorf ausgetragene Uri-Triathlon präsentierte sich hochkarätig besetzt wie noch nie in seiner mehrjährigen Geschichte. Weil das Rennen der Elite über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) als Schweizer Meisterschaft gewertet wurde, war praktisch alles am Start, was auf nationaler Ebene Rang und Namen hat. Zum Leidwesen der sehr zahlreich aufmarschierten Urner Fans fehlte allerdings ausgerechnet Publikumsliebling Jolanda Annen.

Die 25-jährige Schattdorferin, die in den Top Ten der Weltrangliste figuriert, konnte wegen einer langwierigen Verletzung am Sitzbeinknochen nicht antreten, markierte aber dennoch als OK-Mitarbeiterin und Co-Speakerin Präsenz. «Für mich ist es sehr hart, hier bei meinem Heimrennen nicht antreten zu können. Es ist schlimmer, als ein internationales Rennen absagen zu müssen», meinte Annen.

Machtdemonstration von Nicola Spirig

Eine Rückkehr aufs Wettkampfparkett ist für sie vorderhand nicht möglich. Dazu sagte sie: «Für mich ist die Saison bereits mehr oder weniger gelaufen. Wenn der Heilungsverlauf optimal verläuft, kann ich eventuell frühestens im Herbst noch den einen oder anderen Wettkampf bestreiten.» Annens Fernziel ist das Olympiarennen 2020 in Tokio. Dort möchte sie sich ein olympisches Diplom sichern. Aus dem erhofften Duell zwischen den beiden Schweizer Weltklasseathletinnen Nicola Spirig und Jolanda Annen wurde also nichts. Spirig, Olympiasiegerin 2012 in London und Olympiazweite 2016 in Rio, hatte somit erwartungsgemäss leichtes Spiel. Die 36-jährige Zürcherin setzte sich bereits auf der Radstrecke zusammen mit der erst 17-jährigen Hinwilerin Anja Weber vom Feld ab und holte ein komfortables Polster von rund zwei Minuten heraus. Während ihre Fluchtgefährtin auf der Laufstrecke völlig einbrach und nach hinten durchgereicht wurde, gab sich Spirig keine Blösse und zog voll durch. Die Topfavoritin holte sich schliesslich dank Laufbestzeit mit 2:20 Minuten Vorsprung auf Julie Derron, Zürich, ganz souverän den Schweizer-Meister-Titel.

Spirigs Fazit: «Ich bin sehr zufrieden mit meinem Wettkampf, auch wenn zur absoluten Topform noch etwas fehlt. Durch eine Verletzung, die mir im Winter zu schaffen gemacht hat, bin ich momentan etwas im Verzug. Insbesondere läuferisch muss ich noch zulegen, um auch auf internationalem Parkett bestehen zu können.» Als nächste Wettkämpfe wird die Ausnahmekönnerin das Heim-Weltcuprennen in Lausanne und den Triathlon in Hamburg absolvieren, der zur WM-Serie zählt.

Auf dem Velo zu stark gepowert

Nach dem Startverzicht von Annen sorgte mit Sara Baumann, die ebenfalls dem Tri-Team Schattdorf angehört, die zweite Urner Hoffnungsträgerin für Furore. Sie schwamm stark und entstieg als Achte den Fluten des Urnersees. Auf der Radstrecke fand Baumann in der ersten Verfolgergruppe Unterschlupf und leistete dort viel Führungsarbeit. Eine Medaille lag für die 25-jährige Medizinische Praxisassistentin lange in Reichweite. Erst auf der Laufstrecke musste Baumann ihre Edelmetallträume begraben. Im Elitefeld belegte sie schliesslich mit etwas über 5 Minuten Rückstand auf Spirig den sechsten Platz. In der Overall-Wertung landete sie im zehnten Rang. Ihr Resümee: «Auf der Radstrecke habe ich mich wohl etwas zu stark ausgepowert. Danach bekundete ich jedenfalls Mühe, im Laufen den Rhythmus zu finden. Immerhin konnte ich zuletzt wieder zulegen. Mit meinem Abschneiden bin ich sehr zufrieden, zumal mir im Vergleich zu den vorangegangenen Wettkämpfen eine deut­liche Steigerung gelungen ist.» Für Baumann stellte die Heim-SM das persönliche Saison-Highlight dar. Von der Ambiance zeigte sie sich begeistert: «Die Stimmung entlang der Strecke war sensationell. So etwas gibt es sonst nirgends in der Schweiz.»

In der zweiten Saisonhälfte will Baumann noch die restlichen Rennen der National League bestreiten. Zudem plant sie ihr Debüt auf der halben Ironman-Distanz, entweder in Murten oder in Locarno.

Hervorragend in diesem hochklassigen Feld hielt sich auch Leana Bissig vom Tri Team Zugerland. Die erst 19-jährige Athletin aus Holzhäusern arbeitete sich nach relativ schwachem Schwimmen, das sie als 14. beendete, kontinuierlich nach vorne und beendete das Rennen schliesslich in der Overall- Wertung unmittelbar vor Baumann an achter Stelle. Unter den U20 Athletinnen realisierte Bissig, die im Laufen mit der sechstbesten Abschnittszeit brillierte, die drittschnellste Zeit.

Bei den Männern riss sich der Westschweizer Sylvain Fridelance aus St. Barthelemy den SM- Titel unter den Nagel. Von den Zentralschweizern konnte keiner vorne mithalten.

Seedorf UR. Schweizer Meisterschaften Sprintdistanz (750 m Schwimmen/20 km Radfahren/5 km Laufen). Männer: 1. Sylvain Fridelance (Saint-Barthélémy) 52:39,9. 2. Max Studer (Kestenholz) 0:07,8 zurück. 3. Felix Studer (Kestenholz) 0:40,8.

Frauen: 1. (SM-1.) Nicola Spirig (Bachenbülach) 56:23,3. 2. Petra Kurikova (CZE) 1:48,7 zurück. 3. (SM-2.) Julie Derron (Zürich) 2:20,4. 4. (SM-3.) Lisa Berger (Grosshöchstetten) 2:33,6.

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