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Stählerne Muskeln bringen WM-Titel

NATURAL BODYBUILDING. Kochen, essen und trainieren. Etwa so sieht der Alltag von Silvio Senn aus Homburg aus. Jetzt hat er im Natural Bodybuilding in der Kategorie Men's Physique sogar den Weltmeistertitel gewonnen – nach hartem Training, während dessen auch die Beziehung zu seiner Freundin litt.
Ralf Rüthemann
Silvio Senn (vorne) zieht auch die Blicke seiner Konkurrenten an. Hier posiert er an der Schweizer Meisterschaft in Unterägeri, Schwyz. (Bild: pd)

Silvio Senn (vorne) zieht auch die Blicke seiner Konkurrenten an. Hier posiert er an der Schweizer Meisterschaft in Unterägeri, Schwyz. (Bild: pd)

Angefangen hat es vor vier Jahren mit normalem Fitnesstraining, heute darf sich Silvio Senn Weltmeister nennen. Der 20jährige Homburger gewann vor zwei Wochen an der Bodybuilding-WM in Atlanta Gold in der Kategorie Men's Physique. Für den Wettkampf qualifiziert hatte er sich eine Woche davor an der Schweizer Meisterschaft, wo er allerdings nur Dritter wurde. Natural Bodybuilding ist heute für Silvio Senn mehr als nur ein Hobby. Er verbringt seine ganze Zeit entweder mit Trainieren, Kochen, Essen, Vorbereiten oder Fitnesscoaching.

Kür auf einem Indoor-Board

«Ich esse nichts, was ich vorher nicht genau abgewogen habe», sagt das 85 Kilogramm schwere Muskelpaket. Das ist aber nur ein Teil der strikten Lebensweise eines Bodybuilders. In praktisch allen Bereichen ist enorme Disziplin gefragt. Und genau diese Disziplin verhalf Silvio Senn zum Weltmeistertitel. Zuerst musste er sich allerdings für die WM qualifizieren, was er am 8. November an der Schweizer Meisterschaft in Unterägeri tat. Er präsentierte eine Kür auf einem sogenannten Indoor-Board und wurde Dritter, was für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft reichte.

Senn blieb wenig Zeit, die Reise nach Atlanta zu planen, denn die WM fand dort bereits eine Woche später statt. Mit seinem Kollegen Manuel Guyer aus Dürnten, der den WM-Titel im vergangenen Jahr gewonnen hatte, kam er am Donnerstag in Atlanta an. Am Samstag galt es ernst, die Wettkämpfe in der Kategorie Men's Physique standen an – eine Kategorie ohne definierte Obergrenzen. «Es kommt einfach auf das Gesamtpaket an», erklärt Silvio Senn. «Die Ausstrahlung ist ebenfalls ein wichtiger Punkt.» Während des Wettkampfes standen teilweise mehrere Teilnehmer auf der Bühne, dann musste sich Senn wieder einmal alleine präsentieren. Und da gelang es dem Thurgauer tatsächlich, alle Konkurrenten hinter sich zu lassen.

Anabolika sind verboten

«Ich hatte es noch gar nicht richtig realisiert, da wurde ich schon von zwei Typen gepackt und zu einem Urintest gezwungen.» Die Regeln im Natural Bodybuilding sind strikt. Anabolika und ähnliche Substanzen sind strengstens verboten. «Da würde für mich so oder so der Reiz fehlen», sagt Senn. Von solchen Mitteln hält er überhaupt nichts.

Ernährung ansonsten ist aber ein wichtiger Bestandteil im ganzen Aufbautraining. Vor einem Wettkampf gibt es verschiedene Phasen für einen Bodybuilder: die Aufbauphase und die Definitionsphase. Zuerst muss die ganze Masse aufgebaut werden. «In dieser Phase muss ich teilweise essen, obwohl ich gar keinen Hunger habe.» Ganz anders ist es in der Definitionsphase, wo er das Training aufrechterhält, jedoch viel weniger isst, um das Fett loszuwerden. «Da kann es schon vorkommen, dass ich ziemlich launisch bin, wenn ich Hunger habe», sagt Senn. Darunter habe in letzter Zeit auch seine Beziehung gelitten. «Es war nicht immer einfach für meine Freundin.» Hinzu kommt noch, dass Senn – nebst dem bereits aufwendigen Training – vermehrt seine Facebook- und Instagram-Seiten bewirtschaften muss. «Aber wir sind schon vier Jahre zusammen und helfen uns, wo wir können», sagt Senn.

Sich selber ans Limit bringen

Vier Jahre ist es auch her, seit der gelernte Töffmechaniker mit Fitnesstraining begonnen hat. Mit der Zeit trainierte er immer intensiver. «Man will sich einfach selber ans Limit bringen.» Zudem eignete er sich ein breites Wissen über Ernährung an. Dieses Wissen gibt er heute in Fitnesscoachings weiter. Ab Januar arbeitet er im neuen Frauenfelder Fitnesscenter Lionsoul. Und bald will Silvio Senn vielleicht mal für eine längere Zeit nach Amerika, um eine Reihe Wettkämpfe zu absolvieren. «Da kommt vielleicht auch mal meine Freundin mit, wenn sie an der PH nicht gerade Prüfungen hat.»

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