St. Otmar spielt bei GC Amicitia Unentschieden - weil der St. Galler Siegestreffer in letzter Sekunde nicht zählt

Die St. Galler Handballer kommen in Zürich gegen GC Amicitia nicht über ein 32:32 hinaus. Die Schlussphase des Spiels ist dramatisch - ein Schiedsrichterentscheid stösst bei den Ostschweizern auf Unverständnis.

Fritz Bischoff aus Zürich
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Rares Jurca ist gegen GC Amicitia mit sieben Treffern der erfolgreichste St. Galler Werfer.

Rares Jurca ist gegen GC Amicitia mit sieben Treffern der erfolgreichste St. Galler Werfer.

Ralph Ribi

Spannung und Hektik pur gestern Abend in der Zürcher Saalsporthalle bis zur allerletzten Sekunde: In der NLA-Partie gegen GC Amicitia hatte Andrija Pendic eine Sekunde vor Schluss zum vermeintlichen 33:32 für St.Otmar getroffen. Der Ligatopskorer rannte euphorisch über das ganze Spielfeld. Doch schnell kam die Ernüchterung. Die Schiedsrichter aberkannten das Tor und entschieden auf Freiwurf für St. Otmar. Den folgenden direkten Freiwurf konnte Dominik Jurilj, der erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz gekommen war und mit sechs Treffern überzeugte, nicht verwerten. «Eine solche Schlussentscheidung hinterlässt bei mir viele Fragezeichen. Ich begreife sie nicht», meinte St.Otmars mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer, Rares Jurca.

Erster Punktverlust nach acht Siegen gegen GC

Doch zur finalen Aufregung hätte es eigentlich nicht kommen müssen. In der ersten Halbzeit war das Spielgeschehen ein Auf und Ab mit wechselnden Führungen. Die Zürcher waren nach dem Trainerwechsel von Jakub Szymanski zu Petr Hrachovec und der Verpflichtung von drei neuen Spielern nicht mehr mit dem Team zu vergleichen, gegen das St. Otmar in dieser Saison schon zweimal gewonnen hatte. Dies mussten die St.Galler mit ihrer instabilen Deckung früh zur Kenntnis nehmen. Die Zürcher trugen zu einem ausgeglichenen, spannenden Spielverlauf mit wechselnden Führungen bei. Insbesondere die schnellen Angriffsauslösungen mit einfachen Gegenstoss-Toren brachten St.Otmar immer wieder in Schwierigkeiten.

So war der 16:17-Pausenrückstand der Gäste erklärbar. Doch nach der Pause übernahm St. Otmar sogleich die Führung und lag zehn Minuten vor Ende 30:27 in Führung. Die offensive 4:2-Deckung der Zürcher machte den St.Gallern jedoch immer mehr Mühe. Der Spielfluss war gebrochen, in der 58. Minute führten die Gastgeber gar 32:31. Dominik Jurilj glich noch zum 32:32 aus, der Siegtreffer aber blieb ihm verwehrt, womit sein Team erstmals nach acht Siegen in Folge gegen GC Amicitia nicht gewinnen konnte.

GC Amicitia – St. Otmar 32:32 (17:16)
Saalsporthalle – Sr. Henning/Meier.
Strafen: 5 x 2 Min. gegen GC Amicitia und 3 x 2 Min. gegen St.Otmar.
GC Amicitia: Bachmann/Marinovic; Bodenheimer, Brücker (1), Dell (2), Leitner (1), Popovski (5), Alili,Schild (3), Kaletsch (7/3), Prakapenia (3), Reznicek (1), Bader, Quni (6), Klampt, Paban (3).
St. Otmar: Bringolf(1)/Kindler; Hörler, Fricker (3), Gwerder (3), Pendic (3/1),
Bamert, Geisser (2), Jurilj (6), Haas, Schneider, Wetzel (5), Jurca (7/3), Maros (2), Höning.
Bemerkungen: Otmar ohne Wüstner und Kaiser (verletzt).