St. Otmars Handballer gewinnen gegen GC Amicitia dank einer guten Teamleistung und einem überragenden Torhüter Aurel Bringolf 28:25

St. Otmar steht nach dem fünften Sieg in Folge auf den 3. Platz der Rangliste der Nationalliga A. Bis es so weit war, bedurfte es allerdings grosser Anstrengungen.

Fritz Bischoff
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Aurel Bringolfs Paraden legten die Basis zum Sieg der St.Galler.

Aurel Bringolfs Paraden legten die Basis zum Sieg der St.Galler.

Bild: Michel Canonica

St.Otmars Leistungskurve zeigt weiter aufwärts. Nach dem fünften Sieg in Folge mit dem 28:25 gegen GC Amicitia verbessern sich die St.Galler auf den 3. Platz der Rangliste der Nationalliga A. Bis es so weit war, bedurfte es allerdings grosser Anstrengungen, viel kämpferischem Einsatz, taktischer Umstellungen und eines einmal mehr überzeugenden Torhüters. Aurel Bringolf ist in den vergangenen Wochen zum Erfolgsgaranten für die St.Galler geworden. So resümierte der Nationaltorwart seine herausragende Leistung:

«Ja – ich habe derzeit wirklich einen guten Lauf. Es macht Spass. Ich liebe diesen Sport mit seiner Spannung ganz einfach sehr und vor allem passt es aktuell mit meinem Selbstvertrauen.»

Mit 17 abgewehrten Würfen erreichte der 71-fache Internationale eine Quote von über 40 %. Damit gab er einerseits seinem Team einen grossen Rückhalt und verunsicherte anderseits die gegnerischen Spieler. «Ich denke, dass ich mit meinen Leistungen die Gegner in einem gewissen Grade demoralisieren und verunsichern kann. Doch nur ich allein könnte die guten Leistungen nicht erbringen. Dazu ist auch die sehr gute Defensivarbeit der Feldspieler erforderlich. Dies war vor allem in der 2. Halbzeit gegen GC Amicitia der Fall und hat uns den verdienten Sieg eingebracht», fasste der 33jährige zusammen.

Aurel Bringolf und Tobias Wetzel

Aurel Bringolf und Tobias Wetzel

Bild: Michel Canonica

Rote Karte für Pendic weggesteckt

Vor allem in der Schlussphase der Partie war das Können von Aurel Bringolf entscheidend. Nachdem er zuvor schon ein sicherer Wert war, wehrte er in der 57. Minute beim Stand von 25:22 einen Penalty des treffsichersten Zürchers Paul Kaletsch (8 Tore) ab. Damit knickte er die letzten Chancen und Hoffnungen der Gäste auf einen möglichen Punktgewinn, verhinderte aber auch hektische Schlussminuten. Diese schienen sich von kurz zuvor anzukündigen, als St.Otmars Topskorer Andrija Pendic in der 54. Minute nach einer Verteidigungsintervention mit einer Roten Karte vom Spiel ausgeschlossen wurde.

Andrija Pendic vom TSV St.Otmar

Andrija Pendic vom TSV St.Otmar

Bild: Michel Canonica

Doch das Heimteam, das durch die verletzungsbedingten Absenzen von Max Höning, Dominik Jurilj und Frédéric Wüstner schon arg geschwächt zum Spiel angetreten war, steckte auch diese Schwächung weg. Rares Jurca, der in der 1. Halbzeit wie auch der Spielgestalter und Ligatopskorer Andrija Pendic unglücklich und fehlerhaft agiert hatte, griff auf sein reiches Erfahrungspotential zurück und wandelte sich zum Führungsspieler. «Es war für mich selbstverständlich, in dieser schwierigen Phase Verantwortung zu übernehmen. Dass es am Ende zum Sieg reichte, macht grosse Freude. Das war als Gesamtleistung ganz einfach top.»

Wechsel in der Defensive

Weniger top war St.Otmars Leistung vor allem in der 1. Hälfte. Wohl gelang es bis zur 7. Minute eine 7:3-Führung herauszuspielen, doch in der Folge häuften sich die Fehler und die ungenauen Abschlüsse. Beim 8:8 Mitte der 1. Halbzeit hatte sich das Spielgeschehen längst ausgeglichen. Der im Vergleich zum Spiel in der Vorrunde mit einem stark verbesserten Kader angetretene bisher sieglose Tabellenletzte aus Zürich spielte druckvoll auf und zeiget gute Angriffsauslösung. Nur eine zu hohe Fehlerquote verhinderte die Führung zur Pause. Dass St.Otmar nach den ersten 30 Spielminuten 15:14 vorne lag, war einer taktischen Umstellung geschuldet. Entgegen der üblichen Defensivarbeit agierte das Heimteam in der ersten Spielphase nicht in einem flachen 6:0-System, sondern orientierte sich offensiv. Damit sollten die grossgewachsenen Rückraumspieler von GC Amicitia frühzeitig an ihren Abschlüssen gehindert werden.

Bild: Michel Canonica

Doch die Taktik der Gastgeber ging nicht in erhofftem Masse auf. So stellte Trainer Zoltan Cordas schon vor der Pause wieder auf das gewohnte flache und damit kompaktere System um. «Ich denke, dass dies ein wichtiger Faktor zum Erfolg war. Dazu kam noch, dass wir vor allem in der zweiten Spielhälfte in der Offensive mit mehr Geduld agierten», analysierte Rares Jurca. Damit sprach der Linkshänder an, dass das Heimteam unmittelbar nach der Pause seinen Vorsprung vorentscheidend auf vier und später sogar auf fünf Tore ausbauen konnte. Dies führte zu einer gewissen Beruhigung im Spiel. Doch als sich die Fehler – am Ende waren es derer 14 - wieder häuften und auch die Wurfauswertung wieder schlechter wurde, baute dies den Gegner nochmals auf, so dass er seinen Rückstand bis zur 54. Minute bis auf zwei Treffer verkürzen konnte. Doch zu mehr reichte es nicht mehr. GC Amicitia bleibt damit sieglos, St.Otmar seit fünf Runden ungeschlagen.